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Europas unberührteste Nationalparks: Wo die Wildnis noch das Sagen hat

Europa in Bewegung
Europa in Bewegung Copyright  Euronews
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Von Alessio Dell'Anna & video by Baptiste Goudier
Zuerst veröffentlicht am
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Dichte Wälder, schroffe Gipfel, kaum künstliches Licht: Eine neue Rangliste kürt Europas unberührteste Nationalparks. Die schönsten von ihnen liegen in Bulgarien, Spanien, Slowenien und weit im Norden.

Wenn Sie diesen Sommer ganz in die Natur eintauchen möchten, um Landschaften zu erkunden, die vom Menschen kaum berührt sind und in denen Hunderte Vogelarten leben, dann könnte diese Rangliste genau das Richtige für Sie sein.

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Sie listet die 75 unberührtesten Nationalparks Europas auf und basiert auf Kriterien wie der Anzahl der Schutzgebiete, der Artenvielfalt und dem Ausmaß künstlicher Lichtverschmutzung.

Der bulgarische Rila-Nationalpark mit seinen 28 Schutzgebieten auf 1.400 Metern über dem Meeresspiegel führt die Liste an, wie die britische Radreise-Website Love Velo berichtet.

Die Hauptattraktion dieses Parks sind die Sieben Seen, Gletscherbecken inmitten eines dichten, smaragdgrünen Kiefernwaldes.

Aber auch die raue Gebirgslandschaft und die kurvenreichen Strecken durch die Wildnis dürften Radfahrer anlocken.

An zweiter Stelle der Liste steht die spanische Sierra Nevada, deren Bergwelt afrikanische und europäische Landschaften zu vereinen scheint.

Rila's National Park in Bulgaria
Rila's National Park in Bulgaria Canva

Dank ihrer extremen Höhenlage kann man auf nur etwa hundert Kilometern von schneebedeckten Gipfeln bis hinunter zu den Stränden des Mittelmeers fahren.

Für Radfahrer bietet der Park mit seinem Gefälle sowohl sanfte Abfahrten als auch anspruchsvolle Anstiege.

Der slowenische Triglav-Nationalpark auf Platz drei zieht Wassersportler an, die auf dem 138 Kilometer langen Fluss Soča raften oder durch die Julischen Alpen wandern können.

Der slowenische Triglav-Nationalpark
Der slowenische Triglav-Nationalpark Canva

An vierter Stelle folgt ein weiterer spanischer Park: der Nationalpark Cabañeros.

Im Vergleich zu den zuvor genannten Parks ist er kleiner, beeindruckt jedoch mit einer bemerkenswerten Artenvielfalt, die laut Bericht mehr als 220 Vogelarten umfasst, darunter den spanischen Kaiseradler und den Mönchsgeier.

"Der weitläufige Park mit mediterranen Wäldern und Buschland in Kastilien-La Mancha ist eines der schönsten noch verbliebenen Beispiele seines Ökosystemtyps in Europa", heißt es in dem Bericht.

Der spanische Kaiseradler
Der spanische Kaiseradler Canva

Die Hohen Tauern in Österreich runden die Top fünf ab. Mit einer Fläche von 185.600 Hektar ist er der größte Nationalpark der Alpen und einer der größten in ganz Mitteleuropa.

Er ist umgeben von mehr als 300 Gletschern, die sich über mehr als 30 Gipfel von über 3.000 Metern erstrecken, darunter auch Österreichs höchster Berg, der Großglockner mit 3.798 Metern.

Doch wenn es um die schiere Größe geht, liegen die nordischen Länder vorn. Finnlands riesiger Urho-Kekkonen-Nationalpark, der auf Platz neun liegt, umfasst 255.100 Hektar, während Lemmenjoki mit 285.000 Hektar auf Rang 13 folgt.

Beide werden jedoch von den schwedischen Parks Fulufjället (Platz 25) und Abisko (Platz 23) in den Schatten gestellt, die 38 Millionen Hektar beziehungsweise fast 8 Millionen Hektar groß sind.

Was die nordischen Parks außerdem auszeichnet, ist die völlige Abwesenheit von künstlichem Licht. Besucher sind dort also nicht nur weit weg von der Zivilisation, sondern haben auch deutlich bessere Chancen, einen beeindruckenden Sternenhimmel zu sehen.

Für alle, die Höhe über alles andere stellen, sind Frankreich und Italien die idealen Reiseziele.

In jedem der beiden Länder gibt es zwei Nationalparks mit einer durchschnittlichen Höhe von mehr als 2.000 Metern: in Frankreich Vanoise (2.378 Meter) und Écrins (2.056 Meter), in Italien Gran Paradiso (2.135 Meter) und Stelvio (2.041 Meter).

Cogne, Gran Paradiso, Italien
Cogne, Gran Paradiso, Italien Canva

Auch wenn sie nicht auf den vorderen Plätzen landeten, schafften es sechs deutsche Parks in die Top 75: Berchtesgaden, Harz und Bayerischer Wald mit ihrem bergigen und waldreichen Charakter sowie Müritz, Sächsische Schweiz und Schwarzwald, die sich eher durch Seenlandschaften und Hügel auszeichnen.

Laut Love Velo wurden sie in der Rangliste leicht benachteiligt, da sie einen stärkeren menschlichen Fußabdruck aufweisen als andere Parks.

Immer mehr Parks in Europa geraten durch Übertourismus und den Klimawandel unter Druck.

Einer der jüngsten wegweisenden Rechtsakte der EU zum Schutz der Natur ist das Naturwiederherstellungsgesetz.

Es ist seit August 2024 in Kraft und die erste EU-Verordnung, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, ihre Umwelt nicht nur zu schützen, sondern auch wiederherzustellen.

Die Mitgliedstaaten müssen nun bis September 2026 ihre Pläne vorlegen. Darin sollen sie erläutern, welche Gebiete sie wiederherstellen und schützen wollen und wie sie dabei vorgehen werden.

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