Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nordmazedoniens Außenminister zu Euronews: US-Führung macht NATO so stark wie nie

Timcho Mucunski, Außen- und Außenhandelsminister Nordmazedoniens
Timcho Mucunski, Außen- und Außenhandelsminister Nordmazedoniens Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Lauren Walker & Stefan Grobe
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Viele Europäer sehen Trumps Kurs als Gefahr für die NATO. Doch der Außenminister Nordmazedoniens sagte Euronews, das Bündnis sei unter Trump so stark wie nie.

Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über die NATO, vor allem seine Kritik an den europäischen Verbündeten, haben Zweifel am Bekenntnis der USA zu dem Bündnis geweckt.

WERBUNG
WERBUNG

Für Nordmazedoniens Außenminister Timcho Mucunski markiert Trumps Amtszeit jedoch einen historischen Höhepunkt für das Verteidigungsbündnis.

„Meiner Ansicht nach ist die NATO dank Präsident Trump, [Außenminister Marco] Rubio und dem gesamten außenpolitischen Apparat der Vereinigten Staaten so stark wie nie zuvor“, sagte er im Euronews-Format 12 Minutes With.

Er ergänzte, dies sei seit dem Gipfel im vergangenen Jahr in Den Haag „unbestreitbar“, als die Mitglieder zusagten, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen.

„Das ist eine sehr ehrgeizige, aber auch absolut notwendige Agenda. Wir sehen nicht nur die Bedrohung durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine, sondern auch Gefahren im Indopazifik und im Nahen Osten“, sagte Mucunski und fügte hinzu, Präsident Trump habe der NATO „einen Weckruf“ gegeben.

„Zwischen den Mitgliedstaaten wird es weiterhin Meinungsverschiedenheiten geben, so wie in der Vergangenheit. Aber wenn man auf die Grundlagen schaut, stehen wir dank der US-Führung seit dem Haager Gipfel an einem Punkt, an dem das Bündnis stärker ist als je zuvor.“

Im Juli kommen die NATO-Mitglieder erneut in Ankara zusammen. „Dort werden wir Bilanz ziehen, was wir im vergangenen Jahr erreicht haben“, sagte Mucunski.

Die Einschätzung des Ministers steht im scharfen Kontrast zur Stimmung in vielen europäischen Hauptstädten. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit als US-Präsident gestaltet sich Trumps Verhältnis zu den Partnern diesseits des Atlantiks bestenfalls schwierig.

Er nannte das Bündnis einen „Papiertiger“, verspottete seine europäischen Partner und kritisierte ihre Verteidigungsausgaben. Er sagte sogar, er würde Russland „ermutigen, zu tun, was zum Teufel sie wollen“, wenn NATO-Verbündete nicht genug zahlten, und drohte zuletzt damit, Spanien zu suspendieren und Truppen aus Deutschland abzuziehen.

Trotzdem zieht Mucunski für sein Land eine positive Bilanz seit dem Beitritt zum Bündnis im Jahr 2020. „Die NATO hat Nordmazedonien die dringend benötigte Stabilität in einer äußerst volatilen Region gebracht“, sagte er und bezeichnete das Bündnis als „ohne jeden Zweifel die stärkste kollektive Sicherheitsgemeinschaft, die die Zivilisation je gekannt hat und vermutlich je kennen wird“.

Langer Weg in die EU

Als weitere Stütze für Stabilität angesichts äußerer Bedrohungen sieht das Land die Europäische Union. Nordmazedonien ist seinem Ziel eines Beitritts kaum nähergekommen, obwohl es bereits 2004 als eines der ersten Länder des westlichen Balkans einen Antrag stellte.

Inzwischen, so Mucunski, blockiert vor allem Bulgarien Nordmazedoniens Weg in die EU. Im Kern geht es um Fragen von Identität und um die Anerkennung der Sprache.

Sofia beharrt strikt darauf, dass Nordmazedonien die vereinbarten Bedingungen erfüllt – vor allem eine Verfassungsänderung zur Anerkennung der bulgarischen Minderheit –, bevor die EU-Beitrittsverhandlungen vorankommen.

„Ich glaube und hoffe, dass Bulgarien die bestehenden Chancen erkennen und den Dialog mit uns öffnen wird“, sagte Mucunski.

Auf die Frage, ob sich Nordmazedonien wegen der Verzögerungen beim EU-Beitritt Ländern wie Russland oder China annähern könnte, sagte er, „hybride Bedrohungen gedeihen dort, wo Frustration wächst und Vertrauen erodiert“.

Der Chefdiplomat sprach von einem „erheblichen Maß an bösartigem Einfluss“ Russlands und Chinas in der Region. „Das ist eine Realität, der wir uns alle stellen müssen und mit der wir leben müssen.“

Trotz des festgefahrenen Prozesses betonte Mucunski, das Land bleibe klar nach Westen orientiert.

„Wir sind ein Land, das stolz darauf ist, proeuropäisch zu sein – nicht nur in der Rhetorik, sondern auch in den Werten, die wir in unserer Gesellschaft leben. Die Gefahr existiert also, aber wir haben bewiesen, dass unsere Resilienz nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern sich auch in der Praxis zeigt.“

Eine im Januar 2026 veröffentlichte Umfrage des Instituts für Demokratie Societas Civilis ergab, dass rund siebzig Prozent der Bürgerinnen und Bürger für einen EU-Beitritt stimmen würden.

„Der Haken ist, dass viele dieser EU-Befürworterinnen und -Befürworter nicht glauben, dass sich die Tür zur Union tatsächlich öffnen wird. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten müssen wir beweisen, dass das nicht stimmt.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Militärparade in Moskau: Putin kritisiert NATO und verspricht Sieg über Ukraine

Rubio in Rom: USA wollen mehr als nur "scharf formulierte Erklärungen"

NATO tappt noch immer im Dunkeln über US-Pläne zum Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland