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Militärparade in Moskau: Putin kritisiert NATO und verspricht Sieg über Ukraine

In diesem Jahr fand die Parade in Moskau ohne schwere Militärtechnik statt.
In diesem Jahr fand die Parade in Moskau ohne schwere Militärtechnik statt. Copyright  AP Photo/Pavel Bednyakov, Pool
Copyright AP Photo/Pavel Bednyakov, Pool
Von Alexei Doval mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In Moskau hat unter strengen Sicherheitsvorkehrungen eine verkürzte Siegesparade ohne Militärtechnik stattgefunden. Der russische Präsident verurteilte die NATO in seiner Rede.

In Moskau wurden im Vorfeld der Rede von Präsident Wladimir Putin bei der Parade auf dem Roten Platz zum Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland im 2. Weltkrieg verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

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Unterdessen sorgte eine am Vortag von den USA vermittelte dreitägige Waffenruhe für eine Entspannung der Befürchtungen vor möglichen ukrainischen Angriffen auf die russische Hauptstadt während der Feierlichkeiten.

Vor Hunderten von Militärangehörigen und flankiert von einigen ausländischen Staatsgästen sprach der russische Präsident von einem "gerechten Krieg" und bezeichnete die Ukraine als "aggressive Kraft", die vom gesamten NATO-Bündnis bewaffnet und unterstützt werde.

Wladimir Putin, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht ist, nutzt den Tag des Sieges – Russlands wichtigsten weltlichen Feiertag – traditionell, um die militärische Stärke des Landes zu demonstrieren und Unterstützung für den 2022 begonnenen Krieg gegen die Ukraine zu mobilisieren. In diesem Jahr findet die Parade jedoch erstmals seit fast zwei Jahrzehnten ohne Panzer, Raketen und andere schwere Waffen statt, abgesehen vom üblichen Überflug von Kampfflugzeugen.

Russische Offizielle führten die plötzliche Änderung des Formats auf die "aktuelle operative Lage" zurück und verwiesen auf die Gefahr ukrainischer Angriffe. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte zudem, es seien "zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen" ergriffen worden.

Frühere Vereinbarungen über Feuerpausen hielten nicht

Russland hatte für Freitag und Samstag einseitig eine Waffenruhe angekündigt, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte ab dem sechsten Mai einen eigenen Waffenstillstand in Kraft. Keines dieser Abkommen wurde eingehalten; beide Seiten warfen einander fortgesetzte Angriffe vor.

Am Freitag erklärte US-Präsident Donald Trump, Russland und die Ukraine hätten seiner Bitte um eine Feuerpause von Samstag bis Montag zugestimmt und sich auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Die Kampfpause könne, so Trump, den "Anfang vom Ende" des Krieges markieren.

Moskau: Sicherheitsmaßnahmen verschärft
Moskau: Sicherheitsmaßnahmen verschärft AP Photo/Pavel Bednyakov, Pool

Selenskyj hatte Anfang der Woche erklärt, die russischen Behörden "fürchteten, dass Drohnen am 98. Mai über den Roten Platz fliegen könnten". Nach Trumps Ankündigung erließ er ein Dekret, das Russland in spöttischem Ton erlaubt, den Tag des Sieges am Samstag zu feiern, und erklärte den Roten Platz vorübergehend für ukrainische Angriffe gesperrt.

Kremlsprecher Peskow bezeichnete das Dekret Selenskyjs als "dummen Witz". "Wir brauchen keine Erlaubnis von irgendjemandem, um auf den Tag des Sieges stolz zu sein", sagte er vor Journalisten.

Die russischen Behörden warnten, sollte die Ukraine versuchen, die Feiern am Samstag zu stören, werde Russland einen "massiven Raketenangriff auf das Zentrum von Kyjiw" starten. Das Verteidigungsministerium rief die Zivilbevölkerung und die Mitarbeitenden ausländischer Botschaften auf, die Stadt "unverzüglich zu verlassen". Die EU erklärte, ihre Diplomatinnen und Diplomaten würden die ukrainische Hauptstadt trotz der russischen Drohungen nicht verlassen.

Putin nutzt den Tag des Sieges, um das nationale Selbstbewusstsein zu stärken und Russlands Anspruch auf den Status einer Weltmacht zu unterstreichen. Die Sowjetunion verlor im 2. Weltkrieg von 1941 bis 1945 rund 27 Millionen Menschen.

In seiner Ansprache an die Teilnehmenden der Parade erinnerte der russische Präsident an den enormen Beitrag der Sowjetbevölkerung zum Sieg über den Faschismus. Zugleich erklärte er, seine Soldaten kämpften heute in der Ukraine gegen eine "aggressive Kraft", die die NATO unterstütze.

Putin zeigte sich überzeugt, dass Russland in der Ukraine siegen werde.

"Der Sieg war immer und wird immer unser sein", sagte Putin, während die Truppenkolonnen sich auf dem Roten Platz aufstellten. "Der Schlüssel zum Erfolg ist unsere moralische Stärke, unsere Tapferkeit und unser Mut, unsere Einheit und unsere Fähigkeit, alles auszuhalten und jede Herausforderung zu überwinden."

Im Anschluss wurde den Menschen auf dem Roten Platz ein Propagandavideo gezeigt, das die Stärke der russischen Armee und ihre angeblichen "Erfolge" im Krieg gegen die Ukraine unterstreichen sollte.

Seit 2008 zeigt die Siegesparade auf dem Roten Platz jedes Jahr ein breites Spektrum schweren Geräts – von gepanzerten Fahrzeugen bis zu interkontinentalen ballistischen Raketen mit Atomsprengköpfen. In anderen Landesteilen finden kleinere Paraden statt. Diesmal wurden viele von ihnen aus Sicherheitsgründen verkleinert oder ganz abgesagt.

Über den Hauptplatz Moskaus marschierten Formationen verschiedener Teilstreitkräfte, während ein Sprecher pathetisch ihre Verdienste aufzählte. Unter den Marschierenden waren auch nordkoreanische Soldaten, die zur Unterstützung der russischen Armee im Krieg gegen die Ukraine entsandt wurden. Sie hätten, so der Sprecher, maßgeblich "zur Zerschlagung der neonazistischen Invasoren in der Region Kursk" beigetragen.

Bereits nach 45 Minuten erklärten die Behörden die Parade für beendet.

Am Samstag, während sich die Truppen auf ihren Marsch über den Roten Platz vorbereiteten, beschränkten die Behörden in der russischen Hauptstadt den Zugang zum mobilen Internet und zu SMS-Diensten. Zur Begründung verwiesen sie auf die öffentliche Sicherheit. Die Regierung verschärft die Internetzensur Schritt für Schritt und kontrolliert das Online-Geschehen immer strikter. Das sorgt für Unmut und führt vereinzelt zu offenen Protesten.

Zu den Gästen der Feierlichkeiten in der russischen Hauptstadt zählten Malaysias König Sultan Ibrahim Iskandar, der laotische Präsident Thongloun Sisoulith, Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew, Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew, der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko und der slowakische Regierungschef Robert Fico.

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