Die verbliebenen Leichen der vier italienischen Taucher, die bei einer Expedition auf den Malediven ums Leben kamen, werden derzeit geborgen. Die Leiche eines der Opfer war bereits am Freitag geborgen worden. Es folgt eine Untersuchung der Todesursache.
Am Dienstag ist auf den Malediven damit begonnen worden, die Leichen der vier italienischen Taucher, die am vergangenen Donnerstag bei einem Tauchgang ums Leben kamen, an die Oberfläche zu bringen.
Die Opfer waren am Montag im dritten Sektor der Höhle, in der sie getaucht waren, gefunden worden.
Der Plan sieht vor, "zwei der vier Leichen heute zu bergen und die anderen beiden vermutlich morgen", erklärte Mohammed Hussain Sharif, ein Sprecher der maledivischen Regierung, dem italienischen Sender Rainews24.
Das fünfte Opfer, Gianluca Benedetti, wurde bereits geortet und am Freitag an die Oberfläche gebracht.
Die Operationen auf See sind komplex und in drei Phasen unterteilt. Das Spezialistenteam wird von DAN Europe koordiniert. DAN Europe steht für "Divers Alert Network Europe", einer internationalen, gemeinnützige Organisation, die sich mit Tauchsicherheit und Tauchmedizin beschäftigt.
Bei dem Tauchgang zur Bergung wird ein Kreislauftauchgerät eingesetzt, ein Unterwasseratemgerät, das das ausgeatmete Gas wiederverwertet, anstatt es im Wasser zu verteilen.
Das Team besteht aus drei finnischen Spezialtauchern: zwei Männern, Sami Paakkarinen und Patrik Grönqvist, und einer Frau, Jenni Westerlund.
Sie werden die Höhlen betreten, um die Leichen zu bergen.
"Dann werden die Taucher der Küstenwache die Leichen von 30 auf 7 Meter Tiefe bringen, und nach dieser Phase werden die letzten Arbeiten durchgeführt und die Leichen vollständig an die Oberfläche gebracht", erklärte Sharif.
Untersuchung der Unglücksursache
Die maledivischen Behörden haben die Blockade aller Boote in dem Gebiet angeordnet, damit die Untersuchungen durchgeführt werden können.
Die Expedition war Teil eines Forschungsprojekts über Korallen im Vaavu-Atoll, das ordnungsgemäß genehmigt wurde und von Monica Montefalcone, einer Professorin an der Universität Genua, geleitet wurde. Die lokale Regierung wusste von der Professorin, die seit vier Jahren Studien in dem Gebiet durchführt, meldete jedoch Unregelmäßigkeiten.
Nach Angaben von Sharif enthielt die dem Forschungsantrag beigefügte Liste nicht die Namen aller anwesenden Teilnehmer. Die Namen des Dozenten und der Tochter des Professors fehlten in dem Dokument.
Der kritische Punkt betrifft jedoch die Art der Erkundung selbst. Der Sprecher der maledivischen Regierung sagte, die Behörden hätten "nicht gewusst", dass die Suche einen Höhlentauchgang beinhalten würde.
"Hätten wir gewusst, dass es sich um einen Höhlentauchgang handelt, hätten wir sicherlich weitere Warnungen ausgesprochen", so Sharif abschließend.