Hass und Hetze im Internet bleiben in Europa allgegenwärtig, Ziel sind Menschen wegen ihrer politischen Ansichten, Herkunft, sexuellen Identität oder ihres Glaubens. Wer in der EU ist am stärksten solchen Hassbotschaften ausgesetzt?
Im Jahr 2025 stieß knapp die Hälfte der Befragten in 21 EU-Staaten auf Inhalte im Internet, die sie als feindselig und herabwürdigend gegenüber bestimmten Gruppen oder Einzelpersonen empfanden. Das zeigen die neuesten Zahlen von Eurostat.
Besonders hoch waren die Anteile in Irland, Ungarn, Finnland und der Slowakei, am anderen Ende der Skala fanden sich Lettland, Griechenland, Deutschland und Litauen.
Die Anfeindungen richteten sich gegen sehr unterschiedliche Gruppen und Personen.
Die meisten Befragten stießen auf Hass und Hetze gegen Menschen wegen ihrer politischen oder sozialen Ansichten, ihrer Hautfarbe oder ethnischen Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder wegen ihrer Religion und Weltanschauung.
Angriffe richteten sich zudem gegen Menschen wegen ihres Geschlechts, einer Behinderung, ihres Alters oder anderer persönlicher Merkmale.
Einer Studie in der internationalen Fachzeitschrift Nature zufolge treten junge Männer in politischen Online-Debatten durchgängig als besonders aggressive Gruppe auf.
"Social Media sind oft mit breiteren sozioökonomischen und politischen Spannungen verflochten, die außerhalb der Plattformen entstehen", heißt es in der Nature-Studie.
Toxische soziale Netzwerke: Wo ist der Ton am rauesten?
Im letzten Quartal 2025 verzeichnete Westeuropa laut der Europäischen Beobachtungsstelle für Online-Hass durchgängig die höchsten Werte für toxische Online-Inhalte in Europa.
Südeuropa folgte einer ähnlichen Entwicklung, allerdings auf etwas niedrigerem Niveau. Gegen Ende Dezember zogen die Werte dort an und spiegelten die Trends in Westeuropa wider.
Osteuropa meldete dagegen insgesamt die niedrigsten Toxizitätswerte.
Antisemitische Inhalte waren häufig mit rassistischen Motiven verknüpft und überschnitten sich stark mit Religion und Politik, was den stark ideologischen und verschwörungsgläubigen Charakter dieser Debatten unterstreicht.
Danach folgten anti-muslimische, LGBTQ+-feindliche und flüchtlingsfeindliche Beiträge.
Unter den großen Plattformen erwies sich X als am stärksten toxisch, vor YouTube, Facebook, Instagram und TikTok. Insgesamt blieben die Toxizitätswerte jedoch stabil oder gingen sogar zurück.
So kam X im Jahr 2024 auf einen Wert von 0,24. Das entspricht laut EOOH-Skala einer mittleren Toxizität und liegt 0,01 Punkte unter dem Wert für 2025.