Immer weniger junge Europäer brechen die Schule früh ab, doch regionale Unterschiede und Jobchancen bleiben entscheidend. Wie schneiden die EU-Länder im Vergleich ab?
Im Jahr 2025 brachen in der EU 9,1 % der 18- bis 24-Jährigen die Schule ab. Sie nahmen anschließend weder eine weitere Ausbildung noch ein Studium oder Training auf, zeigen die jüngsten Eurostat-Zahlen.
Zwischen den EU-Staaten schwankte der Anteil der frühen Schulabgänger 2025 stark: Er reichte von 2,1 % in Kroatien bis 15,5 % in Rumänien.
Junge Männer brechen häufiger frühzeitig aus Bildung und Ausbildung aus als junge Frauen. Insgesamt geht die Zahl der Abbrecherinnen und Abbrecher jedoch zurück.
In den vergangenen zehn Jahren sank der Anteil junger Männer von 12,5 % im Jahr 2015 auf 10,6 % im Jahr 2025. Bei jungen Frauen ging er von 9,4 % auf 7,5 % zurück.
Die EU hat sich vorgenommen, den Anteil der frühen Schulabgänger bis 2030 auf unter neun Prozent zu senken. Bereits siebzehn Mitgliedstaaten erreichen dieses Ziel.
Die niedrigsten Quoten früher Bildungsabbrüche verzeichneten Kroatien, Griechenland und Irland. Am höchsten lagen die Werte dagegen in Rumänien, Deutschland und Spanien.
Beeinflusst der Wohnort die Bildungsbereitschaft?
Ob Menschen in Städten, Vororten oder ländlichen Regionen leben, wirkt sich auf die Quote früher Bildungsabbrüche aus. Im Jahr 2025 lag die Quote in den Städten mit acht Prozent am niedrigsten. In den Vororten der EU betrug sie 10,1 %, in ländlichen Gebieten 9,6 %.
Die höchsten Anteile von 18- bis 24-Jährigen, die auf dem Land leben und höchstens einen unteren Sekundarschulabschluss haben, verzeichneten Rumänien, Bulgarien und Dänemark.
Zu den frühen Schulabbrechern in Städten und Vororten gehören zudem viele junge Rumänen, Spanier sowie Deutsche.
Haben frühe Schulabgänger Schwierigkeiten, Arbeit zu finden?
Wer früh aus Bildung und Ausbildung aussteigt, hat es auf dem Arbeitsmarkt oft schwer.
Im vergangenen Jahr waren 46,2 % aller frühen Schulabgänger erwerbstätig. 30,8 % hatten keinen Job, wollten aber arbeiten, und die übrigen 23,1 % waren weder beschäftigt noch auf Stellensuche.
Im Jahr 2025 meldeten nur die Niederlande, Malta, Schweden, Zypern, Portugal, Spanien, Dänemark, Deutschland und Lettland, dass 50 % oder mehr der frühen Schulabgänger einen Job hatten.
In den meisten Ländern stellten Nicht-Erwerbstätige die Mehrheit unter den frühen Schulabgängern. Besonders hoch waren die Anteile in Litauen (86,4 %), der Slowakei (77,9 %), Bulgarien (76,7 %) und Kroatien (76,2 %).