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Nach Bombenanschlag in Monaco: Gesuchte Verdächtige in der Ukraine erschossen

Ein Screenshot der Interpol-Website zeigt eine Red Notice für Anastasiia Berezovska, eine Verdächtige des Bombenanschlags in Monaco
Auf der Interpol-Webseite zeigt ein Screenshot eine Red Notice für Anastasiia Berezovska, mutmaßlich an dem Bombenanschlag in Monaco beteiligt. Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Die Mitteilung folgt auf die Fahndung in ganz Europa nach einer Frau, die in Monaco eine Bombe gelegt haben soll. Die Explosion verletzte drei Menschen, darunter einen ukrainischstämmigen Tycoon und seinen jugendlichen Sohn.

In der Ukraine ist eine Frau erschossen worden, die hinter dem Bombenanschlag in Monaco stehen soll. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Ein aktiver Geheimdienstmitarbeiter und ein mutmaßlicher Komplize wurden demnach wegen des Verdachts festgenommen, an ihrer Tötung beteiligt gewesen zu sein.

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In einer Mitteilung erklärte die Nationale Polizei der Ukraine, Einsatzkräfte hätten „zwei Personen wegen des Verdachts festgenommen, eine Frau ermordet zu haben, nach der Interpol gefahndet hatte“. Bei der Toten handele es sich um „die ukrainische Staatsbürgerin Anastasiia Berezovska“.

Die Mitteilung erfolgte, nachdem Behörden in ganz Europa nach der Frau gesucht hatten, die in Monaco eine Bombe gelegt haben soll. Bei dem Anschlag wurden drei Menschen verletzt, darunter ein aus der Ukraine stammender Tycoon und sein jugendlicher Sohn.

Vergangene Woche identifizierten die Ermittler die 39-jährige Anastasiia Berezovska. Monaco sucht sie wegen versuchten Mordes. Sie soll in krimineller Absicht und in Absprache mit anderen einen Sprengsatz auf einer öffentlichen Straße deponiert haben, der am Montag explodierte, wie aus einer Interpol-Fahndung („Red Notice“) hervorgeht.

Die deutsche Polizei durchsuchte nach eigenen Angaben am vergangenen Donnerstag ihre angemietete Wohnung nahe der westdeutschen Stadt Frankfurt.

Ermittler untersuchen den Tatort in dem Wohngebäude, in dem ein Sprengsatz in Monaco am 30. Juni 2026 drei Menschen schwer verletzt hat
Ermittler untersuchen den Tatort in dem Wohngebäude, in dem ein Sprengsatz in Monaco am 30. Juni 2026 drei Menschen schwer verletzt hat AP Photo

Nach der Explosion soll sie zu Fuß in die nahe französische Stadt Beausoleil gegangen sein. Dort holte sie ihr Mietauto ab und fuhr über Italien nach Deutschland, ihrem letzten bekannten Aufenthaltsland, erklärte Morgan Raymond, stellvertretender Staatsanwalt von Monaco, vor der Presse.

„Die relative Raffiniertheit des Sprengsatzes und die Vorgehensweise deuten darauf hin, dass die Person, die den Sprengsatz gelegt hat, nicht allein gehandelt hat“, sagte der Staatsanwalt. Er bestätigte, dass es sich um „eine Frau handelte, die sich als Mann ausgab“.

Monacos Polizeichef Eric Arella erklärte, die Verdächtige sei innerhalb von 53 Stunden identifiziert worden. Möglich sei dies durch „eine außergewöhnliche Mobilisierung der Kräfte der öffentlichen Sicherheit Monacos“ gewesen. Er hob zudem die Zusammenarbeit mit anderen Staaten hervor, darunter Frankreich.

Die ukrainischen Behörden leiteten eigenen Angaben zufolge Ermittlungen ein, weil sowohl die Frau als auch das Kind ukrainische Staatsbürger sind.

Der Bombenanschlag erschütterte Monaco, den sonst sehr sicheren Kleinstaat nahe Nizza in Südfrankreich, der als Spielplatz der Superreichen gilt. Fürst Albert II. bezeichnete die Tat als „abscheuliches Verbrechen“.

Tattoo am rechten Arm

Behörden haben die Identität der Opfer bislang nicht offiziell bestätigt. Nach Angaben mehrerer Quellen galt der Anschlag jedoch dem 58-jährigen Vadym Yermolaiev, einem wohlhabenden Unternehmer mit ukrainischen Wurzeln, der inzwischen die Staatsbürgerschaft Zyperns besitzt, sowie seiner Partnerin und seinem 13-jährigen Sohn.

Die ukrainische Ausgabe des Magazins Forbes schätzte sein Vermögen 2021 auf 220 Millionen Dollar (192 Millionen Euro). Damit rangierte er auf Platz 45 der reichsten Menschen des Landes.

Am Montagabend stellte eine Person ein Paket in die Eingangshalle eines Wohnhauses nahe der französischen Grenze.

Kurz darauf explodierte der Sprengsatz in dem Eingangsbereich, just in dem Moment, als drei Bewohner – ein Paar und ein Kind – das Gebäude betraten.

Die Verdächtige, die auf Videoaufnahmen mit schwarzem Fischerhut zu sehen ist, hielten die Ermittler zunächst für einen Mann.

Ein Polizeibeamter sichert eine Straße in Monaco, 30. Juni 2026
Ein Polizeibeamter sichert eine Straße in Monaco, 30. Juni 2026 AP Photo

Doch nach Auswertung weiterer Überwachungsvideos und der Aussage einer Person, die mit der Verdächtigen in Kontakt gekommen war, konzentrierten sich die Ermittler schließlich auf eine Frau. Sie soll in den Tagen vor der Explosion mehrere Erkundungsbesuche gemacht haben, erklärte Raymond.

Am Abend des Anschlags soll sie zunächst auf einer Bank gewartet haben. Dann habe sie einen Sprengsatz aus einer Einkaufstasche genommen und am Eingang des Gebäudes abgelegt.

Um 20.58 Uhr löste sie die Explosion aus der Ferne aus, als die drei Bewohner vom Abendessen zurückkehrten.

Interpol veröffentlichte zwei Fotos der Verdächtigen mit dunklem, schulterlangem Haar.

In der Fahndung heißt es, die Frau habe ein Tattoo am rechten Arm, das „möglicherweise“ eine Schlange darstellt, und spreche Deutsch.

Weitere Quellen • AFP

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