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"Er wird sterben": Wiederholt sich die Tragödie um Wal Timmy?

Das Schicksal von Wal Timmy war wochenlang in den Schlagzeilen.
Das Schicksal von Wal Timmy war wochenlang in den Schlagzeilen. Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Während die Aufarbeitung des Falls Timmy noch andauert, sorgt bereits der nächste Buckelwal in der Ostsee für Besorgnis. Hartwin wurde zunächst in deutschen Gewässern gesichtet und ist inzwischen nach Dänemark zurückgekehrt. Experten warnen dennoch: Sein Zustand ist kritisch.

Während sich Timmys Retter aktuell über offene Rechnungen streiten, sorgt an der Ostsee bereits der nächste Buckelwal für Aufsehen. Ende der Woche erreichte das Tier erstmals deutsche Gewässer. Unter Experten wächst die Sorge: Wiederholt sich jetzt die Geschichte von Timmy?

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Die Organisation "Stranded No More" berichtete, dass sich ein ausgewachsener Buckelwal, von einer privaten Initiative auf den Namen "Hartwin" getauft, auffällig langsam durch die Gewässer vor Dänemark bewege.

Am Nachmittag des 5. Juli dokumentierten die Aktivisten eine Sichtung des Meeressäugers vor Holnis auf der deutschen Seite der Flensburger Förde.

Damit habe der Wal dänische Gewässer verlassen und sei nach Deutschland geschwommen. Aus Sicht der Organisation drohte er damit "nur noch tiefer in die Ostsee vorzudringen". Seine Route erinnere "an das Muster, das den Buckelwal Timmy/Hope nur wenige Wochen zuvor in der deutschen Ostsee in die Falle lockte und letztlich tötete".

Auch der dänische Biologe Rune Kristiansen geht davon aus, dass es sich bei dem jüngst gesichteten Tier tatsächlich um "Hartwin" handelt.

"Er weist eindeutige Merkmale auf: eine Hauterkrankung, bei der die Hälfte seines Rückens weiß und blasenartig verändert ist. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein weiterer Wal mit genau denselben Symptomen aufgetaucht ist", sagte Kristiansen dem dänischen Sender TV2.

Kommt nun die Entwarnung?

Am 9. Juli teilte "Stranded No More" dann jedoch auf Facebook mit, dass Hartwin inzwischen den Weg zurück in dänische Gewässer gefunden habe. Zuletzt sei er im Hafen der Stadt Aarhus und später in der Nähe der Insel Tunø gesichtet worden. Seit seinem Ausflug nach Deutschland habe der Wal damit bereits eine beachtliche Strecke zurückgelegt.

"Seine Reisen zeigen, dass er Fjorde, Ecken und Winkel problemlos navigieren kann. Er ist ein ausgezeichneter Navigator", schrieben die Aktivisten. "Mit der richtigen medizinischen Unterstützung könnte er sogar selbst den Weg hinausfinden."

Doch auch in Dänemark droht dem Tier Gefahr. Videos aus Aarhus zeigen mehrere Boote, die sich dem Wal bis auf kurze Distanz nähern, während der Ozeanriese regungslos im Wasser liegt.

Kristiansen mahnt deshalb zur Zurückhaltung: "Das Tier braucht Ruhe. Wenn es krank ist, sollte es nicht zusätzlich dadurch gestresst werden, dass Menschen mit Booten auf es zufahren. Halten Sie mindestens 50 Meter Abstand."

Dennoch düstere Aussichten?

Doch selbst wenn Hartwin den Weg zurück in den offenen Ozean findet, könnte es bereits zu spät sein.

Heiko Buch-Illing, Leiter des Wissens- und Forschungszentrums "Fjord&Bælt" im dänischen Kerteminde, verweist im Gespräch mit newstime auf den auffallend hellen Rücken des Wals. "Das sieht schon sehr befallen aus", sagt der Meeresbiologe. Er vermutet einen starken Parasitenbefall, möglicherweise als Folge des langsamen Schwimmtempos und der geschwächten Verfassung des Tieres. Normalerweise seien Buckelwale – abgesehen von den Flossen – deutlich dunkler gefärbt.

Buch-Illing hält zwei Szenarien für wahrscheinlich: Gelingt es Hartwin nicht, flacheres Wasser zu erreichen, könnte er in den kommenden Wochen ertrinken. Gelangt er dagegen in Küstennähe, drohe ihm ein ähnliches Schicksal wie Timmy.

"In spätestens einem Monat, vielleicht schon in einer Woche oder in zwei Wochen, wird der Wal stranden", prognostiziert der Experte.

Sein Fazit fällt düster aus: "Da gibt es keine Chance. Er wird sterben."

Wie Hartwins Geschichte endet, ist offen. In einem Punkt sind sich die Fachleute jedoch einig: Ein Vorgehen wie beim Rettungsversuch für Timmy dürfe sich nicht wiederholen. Buch-Illing hofft deshalb, dass Hartwin in dänischen Gewässern bleibt. Das Vorgehen im Fall Timmy sei aus seiner Sicht "Tierquälerei" gewesen.

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