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Andy Burnham wird Labour-Chef: Der nächste Premier verspricht einen Neustart

Andy Burnham lächelt bei einem Wahlkampftermin in Ashton-in-Makerfield nahe Manchester, England, am Dienstag, den neunten Juni 2026.
Andy Burnham lächelt bei einem Wahlkampftermin in Ashton-in-Makerfield vor der anstehenden Nachwahl in Manchester, England, Dienstag, den neunten Juni 2026. Copyright  Jon Super
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Von Nathan Rennolds
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Er galt lange als Stimme des Nordens, jetzt soll Andy Burnham Großbritannien führen. Der Labour-Politiker übernimmt die Partei ohne Gegenkandidatur – doch sein schneller Aufstieg sorgt auch für Kritik.

Andy Burnham soll am Freitag als neuer Vorsitzender der Labour-Partei vorgestellt werden.

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Der Abgeordnete für Makerfield wird bei einer Sonderpressekonferenz präsentiert. Am Montag soll er dann das Amt des britischen Premierministers übernehmen – als siebter Regierungschef des Vereinigten Königreichs innerhalb von zehn Jahren.

Bei der Pressekonferenz wird Burnham voraussichtlich eine Rede halten. Medienberichten zufolge will er darin versprechen, "ohne falsche Zurückhaltung Labour" zu sein. Außerdem soll er ankündigen, seine Regierung werde den Mut haben, "die großen Probleme zu lösen, die die Politik vernachlässigt hat".

Den Weg in die Downing Street ebnete ihm, dass sein letzter möglicher Herausforderer für den Parteivorsitz vergangene Woche auf eine Kandidatur verzichtete. Für das Amt des Labour-Chefs erhielt Burnham 379 Unterstützungsbekundungen von Labour-Abgeordneten. Möglich gewesen wären 403.

Sein kampfloser Aufstieg sorgt jedoch bei einigen Analysten und Regierungsinsidern für Unbehagen. Oppositionschefin Kemi Badenoch wirft Labour vor, eine gründliche Prüfung zu vermeiden.

Auslöser für den Machtwechsel ist der Rücktritt von Keir Starmer. Er hatte vergangenen Monat seinen Abschied als Premierminister angekündigt. Der Druck auf ihn war nach den verheerenden Kommunalwahlergebnissen der Labour-Partei im Mai stetig gewachsen.

Wer ist Andy Burnham?

Burnham stammt von Merseyside im Nordwesten Englands und wuchs im Dorf Culcheth in Cheshire auf. Nach eigenen Angaben weckte die Fernsehserie "Boys From The Blackstuff" aus dem Jahr 1982 erstmals sein politisches Interesse – ein gefeiertes Drama über fünf arbeitslose Männer in Liverpool, die sich im Großbritannien unter Margaret Thatcher durchschlagen müssen.

Später studierte Burnham Anglistik an der Universität Cambridge. Anschließend ging er in den Journalismus und arbeitete für mehrere Fachpublikationen. Schon mit Anfang zwanzig wechselte er in die Politik und wurde Mitarbeiter der inzwischen verstorbenen Tessa Jowell, der früheren Abgeordneten für Dulwich.

2001 zog Burnham als Abgeordneter für Leigh ins Parlament ein und behielt den Sitz bis 2017. In dieser Zeit übernahm er mehrere hohe Regierungsämter, darunter das des Gesundheitsministers und des Staatssekretärs im Finanzministerium. 2010 und 2015 bewarb er sich erfolglos um den Labour-Vorsitz und unterlag Ed Miliband beziehungsweise Jeremy Corbyn.

2017 wurde Burnham Bürgermeister von Greater Manchester. Unter seiner Führung erlebte die Region einen deutlichen Aufschwung. Während der Lockdowns in der Covid-19-Pandemie erwarb er sich den Ruf, Greater Manchester entschlossen gegen die Zentralregierung zu verteidigen.

Burnham, der inzwischen den Spitznamen "King of the North" trägt, kehrte im Juni nach Westminster zurück. Bei der Nachwahl in Makerfield holte er eine überwältigende Mehrheit und setzte sich klar gegen Kandidaten von Nigel Farages Reform UK und Rupert Lowes rechtsnationaler Bewegung Restore Britain durch.

Burnham gestikuliert, umringt von Unterstützern im Stubshaw Cross Community and Sports Club, während die Abstimmung in der Nachwahl von Makerfield läuft.
Burnham gestikuliert, umringt von Unterstützern im Stubshaw Cross Community and Sports Club, während die Abstimmung in der Nachwahl von Makerfield läuft. PA Wire

Seit seiner Rückkehr nach London betont Burnham immer wieder, wie dringend die britische Politik Veränderungen brauche. Im Zentrum seiner Agenda steht mehr Dezentralisierung. Mit einem Konzept namens "No. 10 North" will er Regierungsmacht stärker in andere Teile des Vereinigten Königreichs verlagern. Außerdem kündigt er ein Ende der Trickle-down-Ökonomie und des Neoliberalismus an und verspricht "das größte Programm zum Bau kommunaler Wohnungen seit der Nachkriegszeit".

Mit Blick auf Europa hatte Burnham früher einen Wiederbeitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Union befürwortet. Im Wahlkampf in Makerfield rückte er von dieser klaren Linie jedoch etwas ab.

"Meiner Ansicht nach hat der Brexit Schaden angerichtet", sagte er im Mai. "Ich glaube aber auch, dass das Letzte, was wir jetzt tun sollten, wäre, diese Debatten noch einmal zu führen."

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