Der historisch niedrige Wasserstand der Donau bringt Schifffahrt und Landwirtschaft in Rumänien an ihre Grenzen. Kreuzfahrtschiffe können ihre Reise nicht fortsetzen, Felder bleiben trocken.
Die extreme Hitzewelle in Rumänien lässt den Pegel der Donau dramatisch sinken. Der Wasserstand ist inzwischen so niedrig, dass die Schifffahrt auf dem Fluss teilweise zum Erliegen gekommen ist und landwirtschaftliche Flächen nicht mehr bewässert werden können. Nach Angaben von Hydrologen hat die Donau einen der niedrigsten Wasserstände der vergangenen zwei Jahrzehnte erreicht.
In den kommenden Tagen dürfte sich die Lage weiter verschärfen. Besonders betroffen sind Handel und Tourismus. In der Nähe des Hafens von Bechet im Süden Rumäniens ist der Schiffsverkehr nahezu zum Stillstand gekommen. Mit Getreide beladene Frachtschiffe können nicht auslaufen.
Auch die Fährverbindung zwischen Rumänien und Bulgarien ist seit mehreren Tagen eingestellt. Autofahrer und Lastwagen müssen auf alternative Routen ausweichen. Kreuzfahrtschiffe aus Westeuropa, die unter anderem von Budapest aus in Richtung Donaudelta unterwegs sind, können ihre Reise nicht fortsetzen. Mehrere Schiffe sitzen inzwischen im Hafen von Bechet fest.
"Der Schiffsverkehr auf der Donau ist zum Erliegen gekommen, und wir wissen nicht, wann er wieder aufgenommen wird", sagte Constantin Ionele, Betreiber des Pontons im Hafen von Bechet. "Jedes Jahr kommen Kreuzfahrtschiffe aus dem Westen. Doch in diesem Jahr haben sie große Probleme, weil sie ihr Endziel nicht erreichen können."
Um den Urlaub der Passagiere dennoch zu retten, suchen Reiseveranstalter nach Alternativen. Mehrere Kreuzfahrtgesellschaften bringen ihre Gäste mit Bussen weiter. "Die Reiseveranstalter versuchen, Alternativen für ihre Gäste zu finden. Wir werden zwei Tage hier bleiben. Unsere Passagiere fahren nach Bukarest, weil das gesamte Reiseprogramm wegen des Wassermangels geändert werden musste", sagte Ayman Ismail, Vertreter eines der festliegenden Kreuzfahrtschiffe.
Neben den Problemen für die Schifffahrt leidet auch die Landwirtschaft unter der anhaltenden Dürre. Der Wasserstand der Donau ist inzwischen unter die Mindestgrenze gefallen, ab der die Pumpstationen für die Bewässerung noch betrieben werden können. Viele Felder können deshalb nicht mehr mit Wasser versorgt werden. Für die Landwirte bedeutet das erhebliche wirtschaftliche Einbußen.
"Der niedrige Wasserstand der Donau, der Wassermangel – von jetzt an werden wir jeden Cent umdrehen müssen, weil es immer weniger werden wird", sagte der Landwirt Constantin Iancu.