Frankreich setzt den Militärtransporter erstmals gegen die schweren Brände bei Bordeaux ein. Spanien hatte dieselbe Technologie angekündigt, kann seine A400M wegen fehlender Umrüstkits aber noch nicht einsetzen.
Frankreich hat am Wochenende erstmals einen Airbus A400M mit einem speziellen Löschkit eingesetzt, um die Bekämpfung der schweren Waldbrände im Süden des Landes zu unterstützen. Auch Spanien hatte den Einsatz dieser Technologie als wichtigen Bestandteil seiner Strategie zur Waldbrandbekämpfung angekündigt.
Die 15 Maschinen desselben Typs, mit denen die spanische Regierung ihren staatlichen Flugzeugpark verstärken will, bleiben bislang jedoch am Boden. Sie können noch nicht als Löschflugzeuge eingesetzt werden, weil die erforderlichen Umrüstkits fehlen. Das berichten mehrere spanische Medien unter Berufung auf Regierungsquellen.
Die Einbindung der Flugzeuge galt im Mai als eine der wichtigsten Neuerungen im staatlichen Waldbrandkonzept. Herzstück des Systems ist ein herausnehmbarer Tank, der im Laderaum montiert wird. Über die Heckrampe kann er bis zu 20.000 Liter Wasser oder Löschmittel abgeben, ohne dass das Flugzeug dauerhaft umgerüstet werden muss.
Bislang haben die Streitkräfte die Kits nicht in die A400M der Luft- und Weltraumstreitkräfte eingebaut. Damit können die Maschinen die autonomen Gemeinschaften in der laufenden Sommersaison noch nicht zusätzlich unterstützen. Spanien verfügt derzeit über 14 A400M und erwartet die Auslieferung einer 15. Maschine. Keines der Flugzeuge kann bislang bei der Waldbrandbekämpfung eingesetzt werden.
System für Großbrände
Das von Airbus entwickelte Kit macht den Militärtransporter zu einer Plattform für den Einsatz bei großen Waldbränden. Techniker können das System innerhalb kurzer Zeit ein- und wieder ausbauen. Anschließend kann der A400M wieder seine regulären Aufgaben übernehmen, etwa den Transport von Soldaten und Material oder medizinische Evakuierungen.
Neben der hohen Abwurfkapazität kann das System auch Brandhemmer versprühen. Diese Mittel helfen dabei, Sperrlinien zu ziehen und die Ausbreitung großer Feuer einzudämmen.
Die spanische Luftwaffe war an der Erprobung der Technologie beteiligt. Im regulären Einsatz liegt nun jedoch Frankreich vorn: Bei den schweren Bränden rund um Bordeaux setzte das Land erstmals einen A400M mit diesem System ein. Die Behörden bezeichneten den Einsatz laut "Le Monde" angesichts des Ausmaßes der Katastrophe als außergewöhnliche Maßnahme.
Geplante Verstärkung für eine besonders schwierige Brandsaison
Dass diese zusätzliche Kapazität fehlt, fällt in eine der schwierigsten Waldbrandsaisons der vergangenen Jahre. Der staatliche Einsatzapparat stellt den autonomen Gemeinschaften zwar Dutzende Flugzeuge und Hubschrauber zur Verfügung. Die A400M sollten jedoch dank ihrer hohen Ladekapazität und Reichweite als zusätzliche strategische Reserve bei der Bekämpfung großer Brände dienen.
Bei einem Besuch des vorgeschobenen Befehlsstands in Cenicientos bei Madrid erklärte Regierungschef Pedro Sánchez am Wochenende, "der gesamte Staat stellt alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel bereit", um die schweren Brände im Zentrum der Iberischen Halbinsel unter Kontrolle zu bringen. Zu diesen Mitteln zählt die von der Regierung im Mai angekündigte A400M-Löschkapazität bislang allerdings nicht.
Airbus bestätigte gegenüber Euronews, dass sich das Löschkit für den A400M weiterhin in der Entwicklungs- und Zertifizierungsphase befinde. Derzeit gebe es lediglich einen Prototypen. Zum Zeitplan für die Ausstattung spanischer Flugzeuge verwies das Unternehmen an das Verteidigungsministerium. Dieses hatte Fragen von Euronews bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht beantwortet.