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Er drohte mit Massakern: 17-Jähriger des Netzwerks 764 in Spanien festgenommen

Spanien: Mitglied des Netzwerks 764 festgenommen am zweiten August 2026
Spanien: Mitglied von Netzwerk 764 am 2. August 2026 festgenommen Copyright  Guardia Civil
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Von Jesús Maturana
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Die Guardia Civil in Spanien hat in Gipuzkoa einen 17-Jährigen festgenommen, der als Schlüsselfigur des Netzwerks 764 gilt.

Die spanische Polizei Guardia Civil hat zusammen mit der Regionalpolizei des Baskenkandes und der Regionalpolizei Kataloniens einen 17-jährigen Spanier in Gipuzkoa verhaftet. Die drei Sicherheitskräfte sehen in ihm die zentrale Figur des Netzwerks 764 in Spanien.

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Nach Erkenntnissen der Ermittler ist diese Gruppe seit Monaten für Drohungen gegen Schulen, Rathäuser, Bibliotheken und andere öffentliche und private Einrichtungen verantwortlich.

Zwischen Januar und April dieses Jahres soll der Jugendliche zahlreiche Nachrichten verschickt haben, in denen er Schießereien und bewaffnete Angriffe ankündigte. Nichts davon wurde umgesetzt, doch mehrere Einrichtungen lösten daraufhin umfangreiche Sicherheitsprotokolle aus.

In einigen dieser Nachrichten kündigte der Absender nach Polizeiangaben an, die Angriffe live zu übertragen, damit andere Mitglieder der Gruppe sie verfolgen können. Die Ermittler gehen zudem Hinweisen auf Drohungen gegen ein bekanntes Freizeitzentrum und gegen mehrere einzelne Personen nach.

Die Polizei stellt bei Durchsuchungen von zwei Wohnungen in Gipuzkoa elektronische Geräte, Datenträger und Unterlagen sicher, die nun ausgewertet werden. Der Festgenommene wurde einem Gericht vorgeführt und befindet sich nach Anordnung der Jugendabteilung des Gerichts in Donostia in einem spezialisierten geschlossenen Zentrum.

Netzwerk 764: Ursprung und Vorgehen in Spanien

Das Netzwerk 764 entstand in den USA. Der Name geht auf die ersten drei Ziffern der Postleitzahl von Stephenville im Bundesstaat Texas zurück, dem Herkunftsort des mutmaßlichen Gründers. Aus einer zunächst kleinen Online-Community entwickelte sich im Laufe der Zeit ein internationales Netzwerk. Es wird mit Straftaten wie Sextortion, der Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern, der Anstiftung zur Selbstverletzung, der Verbreitung extremer Gewaltinhalte sowie Tierquälerei in Verbindung gebracht. Sicherheitsbehörden mehrerer Staaten ermitteln inzwischen gegen mutmaßliche Mitglieder und Ableger des Netzwerks.

In Spanien stellten die Ermittler zudem typische Methoden solcher Online-Gruppierungen fest: Swatting, Doxing und Identitätsdiebstahl. Ziel ist es, Unbeteiligte fälschlich zu beschuldigen, Polizeieinsätze auszulösen, gefährliche Situationen herbeizuführen und die Ermittlungen zu erschweren. Mindestens zwei Menschen – eine Person im Baskenland und eine weitere in Katalonien – wurden nach Angaben der Behörden über längere Zeit Opfer solcher Kampagnen.

Die Ermittlungen zeigen außerdem, dass der Festgenommene in digitalen Räumen aktiv gewesen sein soll, in denen Minderjährige und besonders verletzliche junge Menschen gezielt psychisch manipuliert wurden. Dort seien Demütigungen, Druck zur Selbstverletzung und die Unterordnung unter den Willen der Anwerber an der Tagesordnung gewesen. Die so erlangten Fotos und Videos seien anschließend innerhalb der Community verbreitet und als Druckmittel gegen die Betroffenen eingesetzt worden.

Prävention als wichtigste Schutzstrategie

Nach Angaben der Ermittler suchen Gruppen wie das Netzwerk 764 gezielt nach Minderjährigen auf sozialen Netzwerken, in Messenger-Diensten und auf Gaming-Plattformen. Der erste Kontakt wirke häufig wie eine harmlose Freundschaft oder ein gemeinsames Interesse. Erst nach und nach entwickelten sich daraus psychische Manipulation, Erpressung und eine zunehmende Abschottung der Opfer von ihrem sozialen Umfeld.

Deshalb raten die Behörden Eltern, Familien und Lehrkräften, aufmerksam auf Warnsignale zu achten. Dazu gehören Forderungen nach privaten Fotos, Gespräche, die Jugendliche bewusst geheim halten, Aufforderungen zur Selbstverletzung oder der Druck, an entwürdigenden Mutproben teilzunehmen.

Frühe Gespräche innerhalb der Familie, in der Schule oder mit den Sicherheitsbehörden sind nach Einschätzung der Ermittler der wirksamste Schutz, um zu verhindern, dass Jugendliche in solche Netzwerke geraten.

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