Während Frankreich nach wochenlangem Kampf die schlimmsten Waldbrände unter Kontrolle bringt, spitzt sich die Lage in Griechenland weiter zu. Rund um Athen und auf Kefalonia kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen, während in Spanien erneut mehrere Brände aufflammen.
Während Frankreich die verheerenden Waldbrände in der Region Bordeaux und im Südosten des Landes weitgehend unter Kontrolle gebracht hat, kämpft Griechenland weiter gegen mehrere Großfeuer im Großraum Athen und auf der Insel Kefalonia.
Seit Tagen fachen starke Winde die Flammen immer wieder an und erschweren die Löscharbeiten erheblich.
Auch in Spanien ist die Gefahr noch nicht gebannt. In der Provinz Zamora und in der Region Castellón sind Brände erneut aufgeflammt.
Griechenland: Sturmböen fachen Waldbrände an
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis erklärte, Griechenland sei mit „extremen Wetterbedingungen und Winden“ konfrontiert gewesen, die häufig Geschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde erreichten.
Sturmböen hätten „äußerst schwierige Bedingungen“ geschaffen, sagte Zivilschutzminister Evangelos Tournas. Häufig könnten Löschflugzeuge deshalb kein Wasser aufnehmen oder es wegen der starken Turbulenzen nicht abwerfen.
Auch am Wochenende kämpften Bodentrupps der Feuerwehr unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen. In den Regionen Attika, Böotien und Phokida rund um Athen erschwerte der anhaltend starke Wind die Löscharbeiten erheblich. Kurz vor Mitternacht brach zudem auf der Insel Kefalonia ein weiterer Waldbrand aus.
Obwohl der Wind am Samstagabend etwas nachließ, galt am Sonntag für den Großraum Athen, das benachbarte Böotien und die Insel Euböa weiterhin nahezu die höchste Waldbrandwarnstufe.
Feuerwehrleute versuchten weiterhin, ein Übergreifen der Flammen auf die westlichen Vororte Athens zu verhindern.
Porto Germeno und weitere Dörfer wurden nach dem Ausbruch des Feuers am Freitag evakuiert. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden Dutzende Häuser beschädigt oder zerstört.
Zuvor hatten Brände auf den Inseln Kreta und Paros weitere 6.000 Hektar Land verwüstet.
Tag für Tag kämpfen die Einsatzkräfte gegen Dutzende Waldbrände im ganzen Land. Zivilschutzminister Evangelos Tournas sagte am Samstag, die Einsatzkräfte seien „bis an ihre Grenzen gegangen“.
In dieser Woche kamen drei Feuerwehrmänner im Einsatz ums Leben, zwei auf Kreta und einer auf der Peloponnes.
Theodore Giannaros, Waldbrand-Meteorologe und leitender Forscher am Nationalen Observatorium, erklärte, die Brände rund um Porto Germeno dürften mehr als 10.000 Hektar erfasst haben – fast doppelt so viel wie zunächst angenommen.
„Leider ist es sehr wahrscheinlich, wenn nicht nahezu sicher, dass dieser Waldbrand als Megafeuer eingestuft wird“, schrieb Giannaros auf Facebook.
Bis Sonntag vernichteten die Brände mehr als 12.000 Hektar Wald- und Agrarflächen.
Wie der übrige Mittelmeerraum leidet auch Griechenland stark unter der Klimakrise. Jeden Sommer wird das Land von Waldbränden heimgesucht – ausgelöst durch hohe Temperaturen, häufige Hitzewellen und Trockenheit.
Frankreich: Größter Waldbrand seit Jahrzehnten eingedämmt
In Frankreich sind seit Anfang Juli rund 63.000 Hektar Wald- und Agrarflächen verbrannt. Der größte Brand im Département Gironde nahe Bordeaux ist inzwischen eingedämmt; er verwüstete 42.000 Hektar und zerstörte 240 Häuser.
Dort habe sich die Lage inzwischen deutlich stabilisiert, sagte Premierminister Sébastien Lecornu und bestätigte damit frühere Aussagen von Innenminister Laurent Nuñez.
Von den 220.000 evakuierten Menschen konnten 208.000 inzwischen zurückkehren. Es handelt sich um den größten Waldbrand in Frankreich seit 1949.
Der Brand im südöstlichen Département Var wird weiterhin genau überwacht. Die Feuerwehr habe es geschafft, die Ausbreitung eines schnell voranschreitenden Feuers, das am Freitag ausgebrochen war, zu stoppen, sagte der Präfekt der Region, Simon Babre.
Starke Winde hätten die Flammen „schneller als ein galoppierendes Pferd“ vorangetrieben, sagte er und warnte, die Lage sei weiterhin „äußerst prekär“.
„Wir bleiben vorsichtig, denn der Kampf geht weiter“, fügte er hinzu.
Frankreich kämpft seit Wochen gegen Waldbrände. Vorausgegangen waren mehrere tödliche Hitzewellen, die Flussbetten und Vegetation ausgetrocknet haben. Fachleute führen diese Extremwetterereignisse auf den von Menschen verursachten Klimawandel zurück.
Landesweit nahm die Polizei 308 Menschen im Zusammenhang mit den Bränden fest; 33 sitzen in Untersuchungshaft.
Spanien: neue Brandherde nach Ende des Notstands
Spanien hat auch nach Aufhebung des am Donnerstag verhängten landesweiten Notstands weiterhin mit mehreren Waldbränden zu kämpfen.
In der Provinz Zamora im Nordosten Spaniens flammte der Brand bei Fermoselle, der bereits 11.134 Hektar verwüstet hatte, am Samstag nahe Mámoles erneut auf. Dank des Einsatzes von sieben Hubschraubern und drei Löschflugzeugen brachten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle, die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.
In der Provinz León verschlechtert sich die Lage. Zu den Bränden in Veguellina, wo drei Dörfer evakuiert wurden, und in Valdelaloba, wo sich die Situation etwas entspannt, ist ein neuer Feuerherd in San Tirso hinzugekommen.
In der Provinz Cáceres löste ein auf der Autobahn A-66 brennender Lastwagen einen Waldbrand aus. Aus Vorsicht wurden 150 Menschen in Grimaldo und 650 in Casas de Millán in Sicherheit gebracht.
Am Sonntag durften sie zurückkehren, mussten jedoch zunächst in ihren Häusern bleiben, nachdem rund 1.500 Hektar verbrannt waren.
Die großen Brände in der Sierra Oeste in den Provinzen Madrid und Ávila, die mehr als 70.000 Hektar betreffen, gelten weiterhin als unter Kontrolle.
In der östlichen Region Castellón wurde der Brand bei Vall d’Uixó am siebten Tag stabilisiert. 9.568 Hektar sind dort verbrannt, alle Evakuierten wurden inzwischen neu untergebracht. Die Guardia Civil vermutet Brandstiftung, nachdem sie zwei getrennte Brandursprungsstellen entdeckt hat.
Nach vorläufigen Angaben des spanischen Umweltministeriums verbrannten zwischen dem 1. Januar und dem 2. August bereits 186.544 Hektar Wald. EU-weit zerstörten Waldbrände seit Jahresbeginn rund 485.000 Hektar Land – eine Fläche, die etwa der Hälfte Zyperns entspricht.