Bartłomiej "Foka" Kubkowski erreichte den Strand in Dziwnów, nachdem er 160 km von Schweden nach Polen geschwommen war. Damit stellte er einen Weltrekord auf, doch es war nicht einfach.
Es war der fünfte Versuch von Bartłomiej „Foka“ Kubkowski, die Ostsee schwimmend zu durchqueren. Diesmal war er von Erfolg gekrönt – am Sonntag, den 2. August 2026, gegen 20 Uhr stieg der Sportler am Strand von Dziwnów aus dem Wasser, was eine Voraussetzung für den Weltrekord war. Insgesamt legte in 55 Stunden 160 km zurück. Durch seine Leistung konnte die Stiftung „Cancer Fighters“, fast 200.000 Euro für den Kampf gegen Krebs von Kindern sammeln, und die Spendenaktion läuft noch weiter.
"Brutales Training“ und unmenschliche Erschöpfung
Einige seiner früheren Versuche, die Ostsee zu durchschwimmen, scheiterten für den Rekordhalter auf der Zielgeraden. Am nächsten an einem Rekord war er im Jahr 2025, als er 159 km schwamm und nur noch 11 km bis zum Ziel fehlten.
Wie Kacper Dereń, ein Mitglied des Sicherheitsteams des Schwimmers, im Gespräch mit dem Portal „WP SportoweFakty“ sagte, war sich der Sportler Kubkowski sehr wohl bewusst, dass die größte Erschöpfung nach der 50. Stunde einsetzt.
"Der Körper ist dann bereits so überlastet, dass er ein Ende der Anstrengung verlangt. Ähnlich war es auch dieses Mal. Bartek begann irgendwann völlig unerwartet, die Schwimmrichtung zu ändern. Dann hielt er an und fragte, wohin wir überhaupt schwimmen“, zitiert das Portal den Betreuer.
Bartłomiej „Foka“ Kubkowski schwamm, ohne das Begleitboot berühren zu dürfen, und seine Mahlzeiten wurden ihm über spezielle Gerätschaften gereicht. Zudem musste er mit hohen Wellen und niedrigen Wassertemperaturen kämpfen, die vor der schwedischen Küste nur 16 Grad Celsius betrugen.
Ein weiteres Mitglied des Teams des Schwimmers, Marcin Cieślak, sprach von „brutalen Trainingseinheiten“, die der Vorbereitung auf die Herausforderung dienten. "Bartek hatte sich Anfang des Jahres für diese Schwimmreise entschieden und sich seitdem einem brutalen Training unterzogen, das manchmal sogar anderthalb Tage andauerte. Er verzichtete auf Schlaf, schwamm nachts und legte im Schwimmbecken Dutzende Kilometer zurück", berichtete Cieślak der Agentur PAP.
Halluzinationen und eine Flasche Coca-Cola
Kacper Dereń verriet außerdem, dass der Rekordschwimmer auf der letzten Etappe Halluzinationen bekam. Bartłomiej „Foka“ Kubkowski war sich jedoch bewusst, dass er die Kontrolle über seinen Körper verlor, und informierte das Betreuungsteam umgehend darüber. In solchen Momenten erhielt er eine zusätzliche Mahlzeit, die ihm Energie spendete.
"Was die Halluzinationen angeht, meldete Bartek uns gegen Ende der Strecke, dass er verschiedene seltsame Dinge sehe. Mich beunruhigten jedoch eher der Bewusstseinsverlust und diese seltsamen Fragen. Aus früheren Versuchen wussten wir, dass so etwas passieren kann, und wir wussten, wie wir reagieren mussten. Heute lachen wir darüber“, erklärte Dereń in polnischen Medien.
Kubkowski soll zudem die Orientierung verloren und die Besatzungsmitglieder gefragt haben, wohin er schwimme. Wie die Teammitglieder betonten, handelt es sich dabei um eine natürliche Reaktion des Körpers nach einer so langen, ununterbrochenen Anstrengung.
Dem Rekordhalter half auf der letzten Etappe auch eine Flasche Coca-Cola, die das Hilfsteam ins Meer geworfen hatte. Als Kubkowski darauf stieß, fragte er die Teammitglieder, ob er sie wirklich trinken dürfe.
„Als er die Bestätigung erhielt, war er überglücklich“, sagt Kacper Dereń.
Nach dem Verlassen des Meeres wurde der 31-Jährige sofort zu einer umfassenden Untersuchung in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Als er kurz nach dem Betreten des Ufers gefragt wurde, wie es sich anfühlt, die Ostsee zu durchschwimmen, antwortete „Foka“ Kubkowski, er sei „so müde", dass er es noch nicht wisse.