Loader
Finden Sie uns
Werbung

"Feuerwand" treibt Urlauber ins Meer: Waldbrände wüten in Europa

Freiwillige Feuerwehrleute haben am Donnerstag einen Brand auf der Halbinsel Chalkidiki in Nordgriechenland eingedämmt. 13. August 2026.
Freiwillige Feuerwehrleute haben am Donnerstag einen Brand auf der Halbinsel Chalkidiki in Nordgriechenland eingedämmt. 13. August 2026. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Simon Ormiston
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Die Waldbrände bringen Feuerwehren vom Mittelmeer bis nach Großbritannien an ihre Grenzen. Gleichzeitig wächst die Sorge, wie gut Europa auf weitere Hitzewellen vorbereitet ist.

Eine drei Kilometer lange Feuerwand, die stellenweise bis zu 30 Meter hoch war, trieb Hunderte Urlauber an der Küste Nordgriechenlands ins Meer. Gleichzeitig kämpften auch Kroatien, Frankreich und Großbritannien bei extremer Sommerhitze mit schweren Waldbränden. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern.

WERBUNG
WERBUNG

Sie versuchten, einen Großbrand auf der Halbinsel Chalkidiki südlich von Thessaloniki unter Kontrolle zu bringen. Die Flammen rückten dabei immer näher an die bei Urlaubern beliebten Orte Siviri und Fourka heran. Eine Evakuierung über die Straßen hielten die Behörden für zu gefährlich. Deshalb wurden rund 500 Urlauber mit kleinen Booten, Schiffen der Küstenwache und Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Etwa 200 Menschen gingen an Bord eines Schiffes, das vor der Küste wartete. Gleichzeitig versuchten zahlreiche Menschen, mit dem Auto über Land zu fliehen, und gerieten dabei in lange Staus.

"Wir stehen am Strand und suchen einen Weg, hier wegzukommen", sagte die Anwohnerin Sophia der Nachrichtenagentur AFP. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Flammen bereits die ersten Häuser erreicht. Zwei Feuerwehrleute mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Behörden sperrten außerdem die Pinienwälder der Region für Besucher. Zuvor hatten Meteorologen vor Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde gewarnt. Später gelang es den Einsatzkräften, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Sie blieben jedoch vor Ort und in Alarmbereitschaft, da jederzeit neue Feuer ausbrechen konnten. In ganz Griechenland gilt weiterhin die höchste Waldbrand-Warnstufe. Erst Anfang des Monats hatte ein schwerer Brand in der Nähe von Athen rund 110 Quadratkilometer Wald zerstört. Zwei Mitglieder einer Hubschrauberbesatzung kamen dabei ums Leben.

Fischerboote retteten Urlauber, die vor den Bränden in Nordgriechenland flohen. 13. August 2026.
Fischerboote retteten Urlauber, die vor den Bränden in Nordgriechenland flohen. 13. August 2026. AP Photo

Küstenort wird evakuiert

Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpften in Kroatien gegen einen Waldbrand, der sich von einem Pinienwald schnell bis in den Urlaubsort Lokva Rogoznica ausbreitete. Mehrere Häuser und Fahrzeuge wurden durch die Flammen zerstört. Mindestens 1.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden vorübergehend in einer Sporthalle im nahe gelegenen Omis untergebracht. Eine Küstenstraße wurde gesperrt, wodurch sich lange Staus bildeten. Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucakovic stellte sich auf eine "schwierige Nacht" ein.

Zusätzliche Einsatzkräfte wurden angefordert. Vier Canadair-Löschflugzeuge konnten in der Nacht nicht eingesetzt werden und blieben bis zum Morgengrauen am Boden. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten und sorgten dafür, dass sich die Flammen schnell weiter ausbreiteten. Mehrere Menschen erlitten Verbrennungen. Erst einen Tag zuvor hatten Feuerwehrleute einen weiteren Brand auf der Insel Brac unter Kontrolle gebracht. Gleichzeitig wurden entlang der kroatischen Küste Rekordtemperaturen gemessen. Auch Frankreich kämpft weiter mit einer hohen Waldbrandgefahr.

Météo France setzte am Freitag vier Départements auf die höchste Warnstufe. Nach Angaben der Wetterbehörde ist die Gefahr, dass Brände entstehen und sich ausbreiten, derzeit deutlich höher als in einem gewöhnlichen Sommer. Im Département Aude nahe Carcassonne gelang es der Feuerwehr in der Nacht, einen Brand unter Kontrolle zu bringen.

Zuvor hatten die Einsatzkräfte 73 Häuser vor den Flammen geschützt. Ein weiterer Brand im Département Pas-de-Calais bei Mont-Frieux war am Freitagmorgen dagegen noch nicht gelöscht. Wegen der anhaltenden Hitze rufen die Behörden die Menschen in ganz Frankreich dazu auf, auch am Wochenende besonders vorsichtig zu sein.

Teenager nach tödlichem Brand in Haft

Ein 15-Jähriger wird im Zusammenhang mit einem Waldbrand in der Nähe des Flughafens von Bordeaux strafrechtlich untersucht und befindet sich in Jugendhaft. Bei dem Feuer waren am 21. Juli zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen, nachdem sie in ihrem Einsatzfahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden waren. Die Todesfälle haben bei den französischen Feuerwehrgewerkschaften für große Wut gesorgt.

Dazu trägt auch der Tod eines freiwilligen Feuerwehrmanns bei einem weiteren Brand im Südosten des Landes bei. Vertreter der Gewerkschaften trafen sich in dieser Woche mit Innenminister Laurent Nunez. Dessen Zusagen gehen ihnen jedoch nicht weit genug. Sie kritisieren vor allem die ihrer Ansicht nach unzureichende Ausstattung der Feuerwehren und drohen deshalb für September mit Streiks. Auch Großbritannien kämpft mit schweren Waldbränden. Am bislang heißesten Tag des Jahres breitete sich ein Feuer mit mehreren Brandherden bis in Wohngebiete nahe Stourbridge aus.

Mindestens sechs Gebäude wurden beschädigt, mehrere Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Drei Feuerwehrleute und ein Kind wurden ins Krankenhaus gebracht. Sechs weitere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden. Der Leiter der Feuerwehr in den West Midlands, Simon Tuhill, bezeichnete den Brand als "einen der bedeutendsten Einsätze", die sein Dienst je erlebt habe. Als Grund für die schnelle Ausbreitung nannte er die "brandtrockenen" Bedingungen.

Fast drei Viertel Englands sind inzwischen von Dürre betroffen. Premierminister Andy Burnham rief Händler deshalb dazu auf, den Verkauf von Einweggrills einzuschränken.

Weitere Quellen • AFP, AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Farage gewinnt Nachwahl in Großbritannien und kehrt ins Parlament zurück

Nordlichter: Besondere Reisen und Erlebnisse 2026 und 2027

30.000 Bäume auf 200 Hektar: Hier entsteht Europas neuer Mega-Park