Nächtliche Gewitter haben viele Regionen Polens getroffen. Feuerwehrleute rückten über 4.000 mal aus. Es gibt Überschwemmungen und Stromausfälle.
Im ganzen Land sind Feuerwehrleute im Einsatz, um die Folgen einer zerstörerischen Wetterfront über Polen zu beseitigen. Seit Mitternacht verzeichnete die Staatliche Feuerwehr (PSP) bisher über 4.000 Einsätze. Einsatzkräfte räumen weiterhin umgestürzte Bäume, sichern beschädigte Dächer und pumpen Wasser aus überfluteten Straßen und Gebäuden, wie die Behörde am Samstag gegen 10:00 Uhr mitteilte.
Aus Vorsicht wurden zudem zwölf Pfadfinderlager geräumt. „Teilnehmer und Betreuer wurden in feste Gebäude gebracht“, sagte Brigadegeneral Karol Kroć von der Staatlichen Feuerwehr der Polnischen Presseagentur. Bislang liegen nach seinen Angaben keine Informationen über Verletzte vor.
Bis Mitternacht wurden acht Lager geräumt. Nach Mitternacht folgten vier weitere Evakuierungen.
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz erklärte, dass die Einsatzkräfte wegen der heftigen Sturmböen und der Wetterlage in erhöhter Bereitschaft bleiben, um die öffentliche Verwaltung und die Dienste bei der Bewältigung der Folgen zu unterstützen.
Kujawien-Pommern: Die meisten Überschwemmungen
Nach Angaben des Leiters der Feuerwehr in Toruń mussten die Einsatzkräfte in Kujawien-Pommern im Norden des Landes vor allem Wasser aus Kellern, Grundstücken und Straßen pumpen.
In der Woiwodschaft Łódź beseitigten die Feuerwehrleute vor allem die Folgen des starken Windes – umgestürzte Bäume und abgerissene Äste. Es gab auch einige Einsätze zum Abpumpen von Wasser. Dächer wurden nicht abgedeckt. „Die Lage war nicht dramatisch, aber Meldungen gehen weiterhin ein“, sagte der zuständige Mitarbeiter für Krisenmanagement in Łódź.
Probleme gibt es auch wegen Stromausfällen. Etwa 19.400 Haushalte sind ohne Elektrizität. Am stärksten betroffen sind die Regionen Tomaszów Mazowiecki mit rund 5.500 Anschlüssen ohne Strom, Zgierz mit 4.400 und Piotrków Trybunalski mit 3.200.
Wielkopolska: Gewitter und starker Wind
In Wielkopolska in West-Zentralpolen, rund um die Stadt Posen, sorgten nächtliche Gewitter und ergiebige Regenfälle vor allem für umgestürzte Bäume und örtliche Überflutungen von Grundstücken und Kellern.
In Ermland-Masuren im Nordosten Polens registrierte die Feuerwehr über 90 Einsätze im Zusammenhang mit Starkregen und kräftigem Wind. Die meisten Maßnahmen galten dem Abpumpen von Wasser aus überfluteten Straßen, Grundstücken und Kellern.
Hohe Wasserstände
Die nächtlichen Niederschläge, die örtlich bis zu 90 Millimeter erreichten, wirkten sich auch auf die Wasserstände aus. Die Regionaldirektion für Wasserwirtschaft (RZGW) in Białystok im Nordosten Polens teilte mit, dass der Pegel der Łyna an der Station Olsztyn-Kortowo den Warnwert von 160 Zentimetern um fünf Zentimeter überschritten hat.
Im Raum Bartąg im Nordosten trat das Wasser über die Dämme und floss auf Brachflächen sowie in den sogenannten Ringsgraben. In Olsztyn wurden Kleingartenanlagen überflutet.
In Masowien verzeichnete die Feuerwehr die meisten Einsätze in Warschau sowie in den Kreisen Piaseczno, Grójec, Pruszków und Wołomin. „Meldungen gehen kontinuierlich ein“, sagte Brigadegeneral Łukasz Darmofalski von der Feuerwehr der Woiwodschaft Masowien.
Behörden mahnen weiterhin zur Vorsicht
Wegen des starken Windes ruft der Nationalpark Kampinos in Zentralpolen, direkt westlich von Warschau, Einwohner und Touristen zu besonderer Vorsicht auf. „Meiden Sie offene Flächen und Orte, die dem Wind ausgesetzt sind. Bleiben Sie bei starken Böen nicht unter Bäumen stehen“, heißt es in der Mitteilung. Vor dem Aufbruch auf Wanderwege wird empfohlen, aktuelle Wettervorhersagen und Warnungen zu prüfen.
Aufgrund der Wetterlage bleibt unter anderem der Warschauer Zoo bis auf Weiteres geschlossen.
Das Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft hat am Samstag Unwetterwarnungen herausgegeben: vor Gewittern im Südwesten des Landes und vor starkem Wind in den Woiwodschaften Podlachien, Masowien, Łódź sowie Ermland-Masuren. Kräftige Böen treten weiterhin auch in den Woiwodschaften Ermland-Masuren, Pommern, Heiligkreuz und Lublin auf.