Loader
Finden Sie uns
Werbung

Defektes Gerät? EU-Richtlinie zwingt Hersteller Reparatur leichter zu ermöglichen

Euronews
Euronews Copyright  Euronews
Copyright Euronews
Von Mert Can Yilmaz & Evi Kiorri
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Waschmaschine kaputt? Bald soll die Reparatur einfacher und günstiger sein als der Neukauf. Die neue EU-Richtlinie verpflichtet Hersteller, Ersatzteile bereitzustellen und Reparaturen nicht mehr grundlos abzulehnen. Mehr Informationen im Video unten.

In Europa landen jedes Jahr Millionen Tonnen Elektroschrott im Müll, obwohl vieles davon noch repariert werden könnte. Die neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur, die in diesem Sommer verbindlich wurde, gilt in allen 27 Mitgliedstaaten. Sie verpflichtet Hersteller, Reparaturen zu erleichtern und dem Neukauf vorzuziehen.

WERBUNG
WERBUNG

Wer sich innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist für eine Reparatur entscheidet, verlängert diesen Schutz um mindestens zwölf Monate. Auch nach Ablauf der Garantie müssen Hersteller bestimmte Produkte auf Wunsch weiter instand setzen, etwa Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Fernseher, Smartphones, Tablets, Staubsauger, Wäschetrockner, Server, Schweißgeräte sowie Akkus von E-Bikes und E-Scootern.

Unternehmen dürfen eine Reparatur nicht mehr mit der Begründung ablehnen, Ersatzteile seien zu teuer, eine freie Werkstatt habe das Gerät geöffnet, oder der Besitzer habe selbst Hand angelegt. Verweigern dürfen sie nur, wenn eine Reparatur tatsächlich unmöglich ist. Unzufriedene Kunden können sich an die nationalen Behörden wenden, diese müssen "wirksame, verhältnismäßige und abschreckende" Sanktionen verhängen.

Reparaturen bleiben allerdings nicht kostenlos. Hersteller dürfen weiterhin angemessene Preise für Ersatzteile und Arbeitszeit verlangen. Damit Verbraucher Angebote leichter vergleichen können, führt Brüssel ein einheitliches Reparatur-Informationsformular ein und startet ab Juli 2027 eine mehrsprachige Online-Plattform für Reparaturen, die ab 2028 voll einsatzbereit sein soll.

Laptops, Spielkonsolen und Möbel fallen noch nicht unter die neuen Regeln. Die Liste der erfassten Produkte dürfte in den kommenden Jahren wachsen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Neue EU-Regeln: So sparen Sie Hunderte Euro bei kaputten Geräten

Reparieren statt wegwerfen: EU stärkt das Recht auf Reparatur

Defektes Gerät? EU-Richtlinie zwingt Hersteller Reparatur leichter zu ermöglichen