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Von Kugeln durchsiebt: Warum dieser ukrainische Krankenwagen jetzt in Lissabon steht

Lissabon: Beschossener ukrainischer Krankenwagen vor russischer Botschaft ausgestellt
Lissabon: von Kugeln durchsiebter ukrainischer Krankenwagen vor russischer Botschaft ausgestellt Copyright  Euronews/Bruno Figueiredo
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Von Diana Rosa Rodrigues
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Ein völlig zerstörtes Fahrzeug stand einen Tag lang vor der russischen Botschaft in Lissabon. Die Ausstellung soll Spenden für Sanitätsfahrzeuge für die Ukraine sammeln.

Auf den Straßen von Lissabon bietet sich ein ungewohnter Anblick: ein ukrainischer Krankenwagen, durchsiebt von Kugeln und völlig außer Betrieb. Die Geschichte dieses Fahrzeugs, das im Herzen der portugiesischen Hauptstadt steht, reicht zurück ins Jahr 2022, zu einem Rettungseinsatz in Charkiw in der Ukraine.

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"Ein Ärzteteam wurde gerufen, um eine Frau zu retten, die bei einem Bombardement verletzt worden war. Nachdem sie das Gebäude betreten hatten, um die Frau herauszuholen, wurde diese Ambulanz beschossen", erklärt Roman Grymalyuk, Präsident des portugiesisch-ukrainischen Verbands ORANTA, im Gespräch mit Euronews.

Ukrainische, von Kugeln durchsiebte Ambulanz vor russischer Botschaft in Lissabon ausgestellt
Ukrainische, von Kugeln durchsiebte Ambulanz vor russischer Botschaft in Lissabon ausgestellt Euronews/Bruno Figueiredo

Für den portugiesisch-ukrainischen Aktivisten ist der Wagen zwar ein Beweis für russische Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine, die Geschichte habe aber "auch eine schöne Seite". "Zerstört wurde nur das Blech", sagt Roman und betont, dass in diesem Fall keine Menschen ums Leben kamen.

Einst diente das Fahrzeug der Notfall- und Rettungsmedizin, heute ist es ein Ausstellungsstück. Nach Angaben der Vereinigung soll es die Schrecken des Kriegs und der russischen Angriffe auf Zivilpersonen sichtbar machen. Aus Sicht von Roman, der Russland als "terroristischen Staat" bezeichnet, liefert die Ambulanz einen greifbaren, nicht zu leugnenden Beweis für Kriegsverbrechen.

Der Wagen hat bereits mehrere europäische Länder bereist und ist erst vor Kurzem in Portugal angekommen. Bevor er nach Lissabon kam, war er in mehreren anderen portugiesischen Städten zu sehen.

Ukrainische, von Kugeln durchsiebte Ambulanz vor russischer Botschaft in Lissabon ausgestellt
Ukrainische, von Kugeln durchsiebte Ambulanz vor russischer Botschaft in Lissabon ausgestellt Euronews/Bruno Figueiredo

"Dieser Krankenwagen hat schon viel erlebt. Das hier ist nicht der erste Ort, an dem er ausgestellt wird. Er fährt seit 2023 durch Europa und begann seine Reise vor dem Europäischen Parlament", erklärt er Euronews. Der Wagen und die begleitende Ausstellung mit Gemälden und Fotos sollen die ukrainische Realität in Städte bringen, die weit entfernt von einem tatsächlichen Kriegsschauplatz liegen.

"Man kann hierher kommen, sie anfassen und den Schmerz, das Ausmaß und das Problem begreifen, das es heute gibt. Das ist kein Film. Es ist eine Realität, die sich in Europa abspielt", betont der Präsident von ORANTA.

„Eines der feindseligsten Länder Europas“

In der Hauptstadt steht der Krankenwagen nur wenige Meter von der Botschaft der Russischen Föderation entfernt. Für Roman Grymalyuk ist das ein weiterer Akt des Widerstands, insbesondere nachdem der russische Botschaftsrat kürzlich erklärt hatte, Portugal sei eines der "feindseligsten Länder Europas".

"Wenn Portugal der Feind eines Terrorstaats ist, dann können wir sagen: Es steht auf der richtigen Seite der Geschichte, auf der richtigen Seite der Welt und der Verteidigung der Menschlichkeit", sagt Roman.

Roman Grymalyuk, Präsident des Verbands ORANTA, im Gespräch mit Euronews
Roman Grymalyuk, Präsident des Verbands ORANTA, im Gespräch mit Euronews Euronews/Bruno Fiqueiredo

Der Krankenwagen und die dazugehörige Ausstellung sind Teil der internationalen Kampagne "Ukraine is Calling" der Organisation LUkraine, die bereits elf europäische Länder besucht hat. Die Initiative, die 2023 mit dem European Citizen's Prize des Europäischen Parlaments ausgezeichnet wurde, will mehr als 100 medizinische Fahrzeuge für die Ukraine beschaffen.

ORANTA, eine Vereinigung zur Unterstützung der ukrainischen Gemeinschaft in Portugal, ist seit 2022 an der Algarve aktiv. Sie gehört zu den Partnerorganisationen der Kampagne und hat bereits 31 medizinische Fahrzeuge und Rettungswagen in die Ukraine geschickt.

Der Verein steht in ständigem Kontakt mit Kommunen und Feuerwehrverbänden, um ausgemusterte Fahrzeuge in Portugal zu erhalten, die wieder instand gesetzt und in die Ukraine geschickt werden können.

"Einige können wir kaufen, andere bekommen wir geschenkt", erklärt Roman. "Bei den Feuerwehren gibt es viele Ambulanzwagen, die hier in Portugal nicht mehr eingesetzt werden. Für uns sind sie aber sehr wichtig."

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