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Kanada erwägt EU-Status als assoziiertes Mitglied angesichts US-Spannungen laut WSJ

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Kanadas Premier Mark Carney (links) kommen zu einem Treffen beim achten EPC-Gipfel in Jerewan, Armenien, am 4. Mai 2026.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Kanadas Premierminister Mark Carney kommen zu einem Treffen beim achten EPC-Gipfel in Jerewan, Armenien. Copyright  Sean Kilpatrick / AP Photo
Copyright Sean Kilpatrick / AP Photo
Von Lucy Davalou
Zuerst veröffentlicht am
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Carney strebt offenbar eine assoziierte EU-Mitgliedschaft an. Die Beziehungen zwischen Ottawa und Washington erreichen einen neuen Tiefpunkt. Nächste Woche spricht er vor dem Europäischen Parlament.

Der kanadische Premierminister Mark Carney lotet engere Beziehungen zur Europäischen Union aus. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Sonntag denkt er dabei auch über einen Status als „associate member“ des Staatenverbunds nach.

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Einen solchen Status gibt es bisher nicht. Die EU könnte jedoch bereit sein, besondere Formen der Mitgliedschaft zu schaffen, heißt es unter Berufung auf nicht namentlich genannte EU- und kanadische Regierungsvertreter. Die Europäische Kommission reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Der Bericht erscheint wenige Tage vor einer Rede Carneys vor dem Europäischen Parlament in Straßburg am Donnerstag. Dort will er seine Vorstellungen für die künftigen Beziehungen zwischen Kanada und der EU in einem angespannten geopolitischen Umfeld darlegen.

Ottawa steckt derzeit in einem historischen Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten. Hohe Zölle sind in Kraft, ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht.

EU und Kanada wollen ihre Handelsbeziehungen bei Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften ausbauen. Besonderes Gewicht sollen dabei die Bereiche Energie, Künstliche Intelligenz, Verteidigung und kritische Rohstoffe erhalten, heißt es in dem Bericht.

Beide Seiten sprechen demnach auch über große gemeinsame Projekte, etwa Unterseekabel, Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und Satellitennetze. Kanada strebt zudem an, seine Energieexporte nach Europa deutlich zu erhöhen, so das „WSJ“.

Ein wie auch immer gearteter „associate member“-Status wäre jedoch schwer zu erreichen. Die EU folgt strengen Regeln für eine Mitgliedschaft und braucht lange, um ihre bestehenden Modelle zu ändern.

Die Erfahrungen aus der Amtszeit von Donald Trump mit Zöllen und Drohungen auf beiden Seiten des Atlantiks könnten allerdings für mehr Flexibilität sorgen.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat Anfang des Jahres ein eigenes Konzept für einen „associate member“-Status vorgestellt. Es war ursprünglich für die Ukraine gedacht, könnte aber auch auf Kanada übertragen werden. Das Modell soll die Zusammenarbeit mit der EU vertiefen, ohne eine Vollmitgliedschaft zu verlangen.

Macron und Carney besuchen gemeinsam Saint-Pierre-et-Miquelon

Der französische Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premierminister Mark Carney reisen in der kommenden Woche in das französische Überseegebiet Saint-Pierre-et-Miquelon, das rund 20 Kilometer vor der Atlantikküste Kanadas liegt. Damit wollen beide Staaten ihre engen Beziehungen demonstrieren, die derzeit durch Spannungen mit US-Präsident Donald Trump belastet sind, teilte Paris am Sonntag mit.

Trump hatte am Montag auf seinem Netzwerk Truth Social ein Bild veröffentlicht. Es zeigt eine Karte Nordamerikas, auf der die US-Flagge über mehreren französischen Überseegebieten liegt, darunter Saint-Pierre-et-Miquelon, Guadeloupe und Martinique. Auch Island, Grönland, Mexiko, Kanada sowie große Teile Mittelamerikas und der Karibik sind auf der Karte markiert.

Der Besuch solle die gemeinsamen Werte Frankreichs und Kanadas hervorheben, darunter „Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Souveränität von Staaten“, erklärte der Élysée-Palast.

„In einer Welt, die von der Rückkehr der Machtpolitik, geopolitischen Spannungen und neuen Abhängigkeiten geprägt ist, verfolgen Frankreich und Kanada eine gemeinsame Ambition“, ihre Fähigkeit zum eigenständigen Handeln zu stärken, hieß es weiter.

Es ist den Angaben zufolge der erste Besuch eines kanadischen Premierministers auf dem Archipel. Der letzte französische Präsident, der dort war, war François Hollande im Jahr 2014.

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