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Kiffen, Kinder und Koks: Diese Regeln gelten für das Oktoberfest 2026

Besucher am Eröffnungstag des 187. Oktoberfestes in München
Besucher am Eröffnungstag des 187. Oktoberfestes in München Copyright  Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
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Von Kevin Koehrmann
Zuerst veröffentlicht am
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Was ist auf der Wiesn verboten und wo gelten besondere Regeln? Ein Überblick über Drogen, Jugendschutz und weitere wichtige Vorschriften für einen gelungenen und straffreien Oktoberfest-Besuch.

Nächsten Samstag heißt es auf der Theresienwiese in München beim Anstich des ersten Bierfasses durch den amtierenden Oberbürgermeister Dominik Krause endlich wieder: "O'zapft is!" Von Samstag, dem 19. September, bis Sonntag, dem 4. Oktober 2026, werden auf dem Oktoberfest mehr als sechs Millionen Besucher erwartet, und die müssen trotz bester Bierlaune ein striktes Regelwerk beachten, sonst ist der Spaß auf dem größten Volksfest der Welt auch ganz schnell wieder vorbei.

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Komasaufen ist okay, Kiffen nicht

Das Oktoberfest in München ist eine cannabisfreie Zone. Bereits im Juli 2024 verabschiedete der Landtag das "Bayerische Cannabisfolgenbegrenzungsgesetz“, das den Konsum der beliebten Blüten auf allen Volksfesten verbietet – daran konnte auch der grüne Bürgermeister von München bisher nichts ändern.

Wer sich von den geltenden Regeln nicht beeindrucken lässt und trotzdem auf dem Festgelände zur Tüte greift und erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen: 1.500 Euro Bußgeld werden fällig. Im Wiederholungsfall kann die Strafe auf mehr als 5.000 Euro steigen. Das gleiche gilt übrigens für Cannabis vaporisieren oder Bong rauchen.

Cannabis hat auf der Wiesn einfach keinen Platz
Clemens Baumgärtner (CSU)
Oktoberfestreferent der Stadt München

In der offiziellen Abschlussbilanz des letzten Jahres wurden auf dem Oktoberfest insgesamt 27 Verstöße gegen das Cannabis-Verbot von der Münchner Polizei registriert. Der bloße Besitz ist erlaubt, solange sich Erwachsene an die bundesweit erlaubte Höchstgrenze von bis zu 25 Gramm halten, dürfen sie Cannabis in der Tasche mitführen.

Eine Frau raucht einen Joint
Eine Frau raucht einen Joint Copyright 2014 AP. All rights reserved.

Auch für eine einfache Zigarette ist längst nicht überall Platz. Auf der Festwiese und in den Biergärten darf der blaue Dunst jedoch aufsteigen. Anders sieht es in den Bierzelten aus: Dort herrscht seit 2010 striktes Rauchverbot. Wer trotzdem nicht auf seine Zigarettenpause verzichten möchte, kann auch auf die ausgewiesenen Raucherbereiche oder Raucherbalkone der meisten Zelte ausweichen. Ein Verstoß kann auch hier mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Klare Regeln für kleine Gäste und jegliche Fahrzeuge

So ausgelassen die Stimmung zwischen Maßkrügen, Musik und Zuckerwatte auch ist: Bei den jüngsten Wiesngästen kennen weder das Gesetz noch die Festleitung Pardon. Wer mit Kinderwagen oder Buggy über die Festwiese schlendern möchte, sollte immer die Uhr im Blick behalten: Von Sonntag bis Freitag ist der Nachwuchs auf vier Rädern bis 18 Uhr willkommen. Danach wird es zu voll und damit zu gefährlich für die kleinen Fahrgäste. Noch strenger geht es am Samstag und am 3. Oktober zu – dann müssen Kinderwagen und Buggys aus Sicherheitsgründen komplett draußen bleiben.

Beim Jugendschutz zieht die Wiesn klare Grenzen. Für die Kleinsten endet der Bierzelt-Abend bereits um 20 Uhr: Kinder unter sechs Jahren müssen dann – selbst in Begleitung ihrer Eltern – die Zelte verlassen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gilt ab 20 Uhr: Ohne Erziehungsberechtigte dürfen sie nicht mehr auf der Festwiese unterwegs sein. Wer 16 oder 17 Jahre alt ist, darf dagegen auch ohne Eltern bis zum Ende auf dem Festgelände bleiben – in bestimmten Zelten wie Käfer oder dem Weinzelt ist allerdings um Mitternacht Schluss.

Kinder in Tracht auf dem Oktoberfest
Kinder in Tracht auf dem Oktoberfest Copyright 2010 AP. All rights reserved.

Gut zu wissen: Auch für andere Gefährte auf Rädern, egal ob zwei, vier oder acht, gelten klare Regeln. Wer mit Fahrrad, E-Scooter, Roller, Skateboard oder Inline-Skates zur Wiesn kommt, muss sein diese vor den Toren des Festgeländes lassen. Auf dem Gelände selbst sind sie nicht erlaubt.

Ein kleiner Tipp: Nach dem feuchtfröhlichen Besuch ist weiterhin Vorsicht geboten: Wer anschließend auf einen E-Scooter oder ein Fahrrad steigt, sollte wissen, dass hier grundsätzlich dieselben Alkoholgrenzen wie für Kraftfahrzeuge gelten. Schon ab 0,5 Promille können 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und im schlimmsten Fall ein Monat Fahrverbot drohen.

Kein Schnee im September und Oktober in Bayern

Kokain gehört zu den am häufigsten entdeckten illegalen Drogen auf dem Oktoberfest. Allein 2025 wurden etwa 100 Menschen beim Konsum entdeckt. Letztes Jahr erwischten Wiesn-Fahnder einen Mann aus Spanien auf frischer Tat. Er hatte über ein Gramm der harten Droge in der Tasche und musste mit 40.000 Euro eine satte Strafe zahlen. Das war wohl die teuerste "Line" seines Lebens. Das Problem bezieht sich aber nicht nur auf die Wiesn.

Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) meldete im April 2025, dass die Zahl der Kokain-Verstöße in Bayern von 2.148 im Jahr 2020 auf 3.972 im Jahr 2024 gestiegen ist – also um knapp85 Prozent innerhalb von vier Jahren. Die Behörde spricht ausdrücklich davon, dass die bundesweit festgestellte "Kokainschwemme“ auch in Bayern spürbar seien.

Auch für München selbst steigen die Zahlen weiter nach oben: 2025 wurden 1.396 Rauschgiftdelikte mit Kokain bzw. Crack registriert, nach 1.227 im Jahr 2024 – ein Anstieg um 13,8 Prozent. Durch zunehmende Angebote im Darknet ist laut bayerischer Ermittlungsbehörden eine Nase Koks mittlerweile günstiger, als eine Maß auf dem Oktoberfest.

Wettsaufen ist verboten

Tief ins Portemonnaie greifen müssen Wiesn-Besucher auch 2026, Bier wird immer teurer: Eine Maß kostet mittlerweile zwischen 14,80 und 15,90 Euro. Damit liegt der durchschnittliche Preis 2,38 Prozent über dem Vorjahr. 2025 kostete die Maß noch zwischen 14,50 und 15,80 Euro. Die Bierpreise steigen damit weiter, auch wenn der große Sprung dieses Jahr ausbleibt.

Bedienung trägt Bierkrüge im Hofbräuhaus-Bierzelt
Bedienung trägt Bierkrüge im Hofbräuhaus-Bierzelt Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved.

Auf der Wiesn darf trotz aller Regeln natürlich auch ordentlich gefeiert werden – doch zwischen ausgelassener Stimmung und völligem Kontrollverlust ziehen die Wirte eine klare Grenze. Sauf-Mutproben, bei denen Gäste ihre Maß möglichst schnell leeren oder sich gegenseitig zum exzessiven Trinken anstacheln, sind nicht erwünscht. Wer dabei auch noch auf Tischen oder Bänken herumturnt und andere Gäste gefährdet, riskiert den Rauswurf. Schließlich soll die Stimmung im Bierzelt fröhlich bleiben und nicht in einen Wettkampf um den schnellsten Vollrausch ausarten.

Abschließend bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen: Auch nach der zweiten oder dritten Maß, sollten die Hände am Krug bleiben und nicht an den Kellnerinnen oder anderen fremden Frauen. Erst dann kann es für alle Wiesn-Besucher heißen: Ein Prosit der Gemütlichkeit.

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