Euronews Next hat sich mit Florence Verzelen getroffen, der stellvertretenden Vorstandschefin des Softwarekonzerns Dassault Systèmes, um über Innovation zu sprechen.
Mit generativen Verfahren und virtuellen Begleitern verschiebt der französische Konzern Dassault Systèmes die Grenzen der industriellen Innovation. Das Unternehmen bringt KI-gesteuerte virtuelle Begleiter auf den Markt, die verändern sollen, wie Industriekunden Konstruktion und Fertigungsplanung angehen.
Zu den virtuellen Begleitern des Software-Riesen mit Sitz in Paris gehören Dominic, Leo und Marie.
Marie beantwortet wissenschaftliche Fachfragen. Leo ist für jede Art von Ingenieursfragen ausgelegt. Dominic erscheint auf den Bildschirmen am Stand von Dassault Systèmes auf dem Mobile World Congress und gibt Auskunft rund um die Messe.
„Ich bin sehr begeistert von unserem neuen virtuellen Begleiter. Er wird den Menschen in den Unternehmen unserer Kundschaft Superkräfte verleihen. Sie können neue Herausforderungen deutlich schneller lösen“, sagte Florence Verzelen, Executive Vice President bei Dassault Systèmes.
„Hier auf dem Mobile World Congress spürt man sehr deutlich, wie sich die Zukunft der Innovation anfühlt“, sagte sie Euronews Next.
Virtuelle und reale Welt verbinden
Das wissenschaftlich geprägte Technologieunternehmen stellt sogenannte virtuelle Zwillinge bereit. Kundinnen und Kunden entwickeln damit neue Produkte und Dienstleistungen. Ziel ist es, virtuelle und reale Welt über diese Zwillinge zu verbinden. Was heißt das konkret?
„Das heißt: Ein produzierendes Unternehmen, etwa ein Autohersteller, kann sein Fahrzeug komplett in der virtuellen Welt testen – mit Design, Konstruktion und Fabriklayout. So entsteht der bestmögliche Entwurf“, erklärte Verzelen. Der Hersteller sorgt dafür, dass der Wagen so leicht wie möglich wird, um CO₂-Emissionen zu senken, und wählt die Variante, die am besten funktioniert.
Das Ziel: Jedes Unternehmen soll sein Produkt schon in der virtuellen Welt weiterentwickeln und parallel dazu die reale Produktion starten. „Dank des Fertigungsplans im virtuellen Raum lassen sich alle Abläufe auch in der echten Fabrik optimieren. Die Produktion läuft dann schneller und nachhaltiger“, sagte sie.
Wie Unternehmen virtuelle Zwillinge mit Gen-AI einsetzen?
„Wir arbeiten eng mit unseren Kunden, damit sie ihre virtuellen Zwillinge mit Gen-AI aufladen. Entweder über virtuelle Begleiter, die die Teams meiner Kunden effizienter machen und ihnen quasi Superkräfte geben. Oder über ‚generative Prozesse‘. Damit passen sich Unternehmen schneller an neue Regulierung an, treiben Forschung und Entwicklung voran, entwickeln neue Materialien in kürzerer Zeit und lösen viele weitere Aufgaben, bei denen Gen-AI heute unterstützt“, sagte sie.
Doch wissen Industrieunternehmen überhaupt, wie tiefgreifend dieser Wandel ist? Reagieren sie schnell genug, um die neue Technik zu nutzen? Genau das bereitet Verzelen Sorgen.
„Ich fürchte immer, dass sich manche Firmen zu viel Zeit lassen, um in diese Revolution einzusteigen und erste Tests zu machen. Dann geraten sie ins Hintertreffen“, sagte sie.
Durch die Verbindung von virtueller und realer Welt entsteht ein ständiger Austausch von Daten und Erkenntnissen. Das treibt konkrete Fortschritte und Innovationen an. Dreidimensionale Modelle und virtuelle Zwillinge können Effizienz und Nachhaltigkeit steigern und Durchbruchsinnovationen beschleunigen.