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Japan holt bei scherzenden Humanoiden auf: Würden Sie mit so einem Roboter arbeiten?

Galbot-Roboter hebt Kisten auf und stapelt sie an anderer Stelle.
Galbot-Roboter hebt Kisten auf und stapelt sie an anderer Stelle Copyright  AP Photo
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Von Roselyne Min mit AP
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Tokio setzt bei Japans erster Robotikmesse auf 'Physical AI': China und USA dominieren Roboterproduktion

Japan verstärkt im Wettlauf um humanoide Roboter seine Anstrengungen. Im Mittelpunkt stehen Software und Daten.

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Auf der Humanoid Robot Expo in Tokio, der ersten Messe des Landes nur für humanoide Roboter, greift eine menschengroße Maschine zu einer Teeflasche im Regal und wendet sich mit einem Spruch ans Publikum.

„Bekommen wir Roboter in Zukunft auch mal Urlaub? … Ach egal, ich will mir ja doch keinen Sonnenbrand holen“, sagt der humanoide Roboter namens Galbot.

Wie Galbot stammen die meisten ausgestellten humanoiden Roboter von chinesischen Unternehmen. Das zeigt, wie stark China in der Robotikfertigung geworden ist.

Robotik ist Teil eines größeren Technologiewettbewerbs zwischen China und den Vereinigten Staaten geworden. Die sicherheitspolitische Bedeutung nimmt zu.

Im jüngsten Fünfjahresplan Pekings gilt die beschleunigte Entwicklung von Technologien wie humanoiden Robotern als Priorität.

Die Messe zeigt zugleich, welche Rolle sich japanische Unternehmen in der Branche sichern wollen. Sie setzen auf „physical AI“, also auf Dateninfrastruktur und Software, damit Roboter in realen Umgebungen arbeiten und handeln können.

„Wenn wir an KI denken, fällt vielen zuerst etwas wie ChatGPT ein“, sagt Nao Yamada, Manager beim Tokioter Unternehmen FastLabel, das Dateninfrastruktur für KI bereitstellt.

„Bei physical AI nimmt das System Informationen über Sensoren auf und ermöglicht Maschinen wie Robotern den Einsatz in der realen Welt.“

FastLabel arbeitet nach eigenen Angaben mit dem chinesischen Robotikunternehmen RealMan zusammen und unterstützt die Entwicklung von Trainingsdaten für die KI-Modelle der Roboter.

„Wir konzentrieren uns auf den Kern von Roboter-KI“, sagt Yamada. „Statt die Modelle selbst zu bauen, helfen wir dabei, die dafür nötigen Daten zu erzeugen – in hoher Qualität und so, dass sie sich gut skalieren lassen.“

Branchenkenner betonen: Roboter können heute schon laufen und tanzen. Anspruchsvollere Aufgaben wie das sichere Greifen von Gegenständen bleiben jedoch ein großes Problem.

„Beim Tanzen wiederholt der Roboter im Grunde nur immer dieselben Bewegungen“, sagt Masato Ando, Vertriebsleiter beim Unternehmen Aska, das mit dem chinesischen Hersteller Dobot zusammenarbeitet.

„Für feste, vorab definierte Bewegungsabläufe ist solches Training möglich. Bewegungen auf höherem Niveau sind jedoch nicht festgelegt, der Roboter muss selbst entscheiden, was er tut, weil es sehr viele mögliche Muster gibt.“

Entscheidend sei, ob Roboter solche Aufgaben beherrschen, so Ando. Davon hänge ab, ob humanoide Maschinen wirklich praktische Funktionen übernehmen können.

„Derzeit sind humanoide Roboter vor allem für Industriebetriebe gedacht, die unter Arbeitskräftemangel leiden“, sagt Ando.

„Der Knackpunkt wird sein, wie weit sie sich zu Robotern entwickeln, die in diesem Bereich tatsächlich nutzbar sind.“

Japan altert so schnell wie kaum ein anderes Land und ringt mit einem Mangel an Arbeitskräften. Eine zentrale Frage ist, ob humanoide Roboter Menschen künftig auch zu Hause unterstützen können.

Doch die Akzeptanz in der Bevölkerung bleibt eine Hürde.

„Ich denke, die Erwartungen sind hoch, aber gleichzeitig fühlen sich manche Menschen unwohl“, sagt Atomu Shimoda, Veranstaltungsdirektor bei RX Japan und Organisator der NexTech Week.

Er betont, Ziel sei es nicht, Menschen zu ersetzen, sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten.

„Wir sehen humanoide Roboter nicht als Ersatz für Menschen, sondern als etwas, das mit ihnen koexistieren und zusammenarbeiten kann“, sagt Shimoda. „Wir hoffen, dass sie eines Tages als Partner wahrgenommen werden.“

Cutter • Roselyne Min

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