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Bibel-Bytes: Papst und Anthropic-Mitgründer schmieden Allianz für KI-Ethik

Papst Leo XIV. spendet vom Fenster seines Arbeitszimmers auf den Petersplatz im Vatikan beim Mittagsgebet Regina Coeli seinen Segen, 17. Mai 2026
Papst Leo XIV. spendet seinen Segen. Er spricht am 17. Mai 2026 das Regina-coeli-Mittagsgebet aus dem Fenster seines Arbeitszimmers auf den Petersplatz im Vatikan. Copyright  AP Photo/Andrew Medichini
Copyright AP Photo/Andrew Medichini
Von Pascale Davies mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Papst Leo legt erstes Grundsatzdokument vor: Kirche stellt sich entschlossen dem Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen sie. Ihre Anhänger halten sie für allwissend. Doch es geht nicht um eine Religion, sondern um künstliche Intelligenz.

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Der Einsatz dieser Technologie bereitet jedoch vielen Sorgen: KI-Psychosen, Cybersicherheit und der enorme Energiebedarf, damit sie überhaupt läuft.

Papst Leo XIV. gehört zu denen, die warnen. In dem ersten großen Text seines Pontifikats will er die Folgen der KI für die Menschheit beleuchten.

Papst Leo stellt am 25. Mai im Vatikan ein Schreiben vor, eine sogenannte Enzyklika. Der Mitgründer des KI-Unternehmens Anthropic, Christopher Olah, nimmt an der Veranstaltung teil.

Anthropic bezeichnet sich als KI-Unternehmen, das Sicherheit und Risikobegrenzung in den Mittelpunkt der Forschung stellt. Im Februar ordnete die Trump-Regierung jedoch an, dass alle US-Behörden die KI-Technologie von Anthropic nicht mehr nutzen dürfen, und verhängte weitere schwere Sanktionen, weil die Firma der US-Armee keinen uneingeschränkten Zugriff auf ihre Systeme gewähren wollte.

Anthropic hat die Regierung inzwischen verklagt. Das Unternehmen wirft ihr vor, es rechtswidrig zu bestrafen, weil es den Einsatz seiner KI-Technologie begrenzen will.

Die Enzyklika werde sich mit dem „Schutz der menschlichen Person im Zeitalter der künstlichen Intelligenz“ befassen, teilte der Vatikan am Montag mit.

Eine Enzyklika ist ein offizielles Rundschreiben des Papstes, das Bischöfe und Gläubige leiten soll.

Der Pontifex hat KI zu einem Schwerpunkt seines noch jungen Pontifikats gemacht. Er sorgt sich besonders über ihren Einsatz in Kriegen und fordert eine strengere Kontrolle, wie die Technologie genutzt wird.

Am 16. Mai stimmte er der Einrichtung einer neuen Vatikan-Kommission für künstliche Intelligenz zu.

Die Kommission soll KI-Aktivitäten in den Einrichtungen des Vatikan koordinieren, Informationen bündeln, Projekte abstimmen und interne Regeln für den Einsatz von KI im Heiligen Stuhl festlegen.

Sie setzt sich aus Vertretern von sieben Vatikanbehörden zusammen, darunter das Dikasterium für die Glaubenslehre, die Päpstliche Akademie für das Leben und die Päpstliche Akademie der Wissenschaften.

Erste Enzyklika zu KI

Die Gründung der Kommission bereitet den Boden für die erste Enzyklika von Papst Leo. Darin soll er künstliche Intelligenz im Licht der katholischen Soziallehre behandeln, mit Themen wie Arbeitsrechten, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Das Schreiben mit dem Titel Magnifica Humanitas („Erhabene Menschlichkeit“) soll sich besonders damit befassen, wie KI Menschen und Arbeitswelt verändert.

Für den Vatikan ist es nicht der erste Schritt in die Welt der KI. Papst Franziskus sprach im Juni 2024 vor der G7 über die Ethik künstlicher Intelligenz. Vertreter des Vatikan führten zudem bereits seit Längerem vertrauliche Gespräche mit Spitzenmanagern von Google, Microsoft und Cisco über dasselbe Thema.

Die internen KI-Leitlinien der katholischen Kirche gelten seit dem ersten Januar 2025. Sie schreiben vor, Inhalte aus KI klar zu kennzeichnen, verbieten Anwendungen, die dem Auftrag der Kirche widersprechen, und richten ein fünfköpfiges Gremium ein, das die Einhaltung der Regeln überwacht.

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