Ungarische Billigfluglinie führt ab 2027 Satelliteninternet in ihrer gesamten Flotte ein; Ryanair und EasyJet zögern wegen der Kosten weiter.
Wizz Air hat eine Vereinbarung mit Elon Musks Starlink geschlossen: Ab 2027 sollen alle Flugzeuge der Airline mit Satelliteninternet ausgestattet werden. Damit reiht sich das Unternehmen in eine Welle europäischer Anbieter ein, die auf die Technologie setzen, die den unteren Preissektor bislang weitgehend gemieden hat.
„Ultragünstiges Reisen bedeutete schon immer, mehr Menschen Chancen zu eröffnen“, sagte Ian Malin, Chief Commercial Officer von Wizz Air. „Ab 2027 übertragen wir diese Philosophie ins Raumfahrtzeitalter.“
Eurowings, das ebenfalls nach einem Niedrigpreismodell arbeitet, will noch in diesem Jahr mit der Einführung von Starlink beginnen. Grundlage ist ein konzernweiter Vertrag, den die Muttergesellschaft Lufthansa Group geschlossen hat.
Ob Wizz Air damit tatsächlich als erste Ultra-Low-Cost-Airline gilt, hängt davon ab, wie eng man die Kategorie fasst.
Die ungarische Fluggesellschaft nannte keine finanziellen Details der Vereinbarung. Sie ließ auch offen, ob der Dienst kostenlos sein wird oder als kostenpflichtige Zusatzoption kommt – eine Frage, die für ihre preisbewussten Passagiere entscheidend sein dürfte.
Die Ankündigung erfolgt, während sich SpaceX, die Muttergesellschaft von Starlink, auf ihren Nasdaq-Börsengang vorbereitet und der Satelliten-Internet-Anbieter seine Präsenz in der Luftfahrt rasch ausbaut.
Starlink hat bereits Verträge mit mehreren US-Fluggesellschaften geschlossen, darunter American Airlines, Southwest, United und Alaska Airlines. Auch die Langstreckenanbieter Singapore Airlines und Emirates gehören dazu.
In Europa war die lettische Fluggesellschaft airBaltic im Februar 2025 die erste, die den Dienst einführte. Es folgten Air France, SAS und British Airways.
In Asien kündigte Südkoreas Hanjin Group, zu der Korean Air, Asiana Airlines und drei Billigfluggesellschaften gehören, im Dezember 2025 einen Starlink-Vertrag an. Die Einführung soll im dritten Quartal 2026 beginnen.
Die Billigkonkurrenten Ryanair und EasyJet haben sich bisher zurückgehalten. Ryanair-Chef Michael O’Leary schließt den Dienst vorerst aus. Er verweist auf Installationskosten, zusätzlichen Luftwiderstand und die kurze Dauer der durchschnittlichen Flüge der Airline.
EasyJet hat mit Starlink verhandelt, erklärt aber, dass die wirtschaftliche Rechnung bislang nicht aufgeht.
Wizz Air veröffentlicht seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026, das am 31. März endete, am Donnerstag, den elften Juni. Die Airline erwartet, die Gewinnschwelle zu erreichen oder einen leicht positiven Jahresgewinn auszuweisen.