Moonshot AI hat nur wenige Tage nach dem Start neue Abos für sein Modell Kimi K3 gestoppt. Die Nachfrage überlastet die Rechner, der Konkurrenzdruck wächst.
Das chinesische KI-Modell Kimi K3 ist so gefragt, dass es dem Anbieter Probleme bereitet.
Nur wenige Tage nach dem Start musste Moonshot AI neue Anmeldungen stoppen. So viele Nutzer wollten den Dienst testen, dass dem Unternehmen die Rechenkapazität ausging.
Das in Peking ansässige Unternehmen gab die Entscheidung am späten Sonntag auf X bekannt. Die Nachfrage habe die Systeme binnen 48 Stunden „fast an ihre Grenzen gebracht“, räumte Moonshot ein. Für alle, die bereits ein Konto haben, ändert sich vorerst nichts.
Alle anderen müssen sich gedulden: Neue Registrierungen bleiben ausgesetzt, bis Moonshot zusätzliche Kapazitäten aufgebaut hat. Das soll schrittweise und in Etappen geschehen.
Es zeichnet sich ein bekanntes Muster ab. Chinesische KI-Labore bringen Modelle auf den Markt, die weltweit Schlagzeilen machen. Danach merken sie, dass ihnen die Server fehlen, um dem Ansturm standzuhalten. Der hektische Ausbau der Kapazitäten zeigt, wie stark sich der KI-Wettbewerb zwischen China und den USA inzwischen aufgeheizt hat.
Chinesische KI-Herausforderer drängen auf den Markt
Kimi K3 gehört zu einer Welle günstiger, frei zugänglicher chinesischer Modelle, die in den vergangenen Monaten international an Boden gewonnen haben. Zuvor hatten bereits DeepSeek mit der Version V4 und das ursprüngliche DeepSeek-Modell Anfang 2025 für Aufsehen gesorgt und China als ernsten KI-Gegenspieler der USA ins Gespräch gebracht.
Viele chinesische Spitzenmodelle werden als Open-Weight-Systeme veröffentlicht. Entwicklerinnen und Entwickler können das zugrunde liegende Modell einsehen und anpassen, statt die KI nur über eine kostenpflichtige Schnittstelle zu nutzen.
Moonshot hat Kimi K3 vergangene Woche als Modell mit 2,8 Billionen Parametern vorgestellt. Es gilt damit als bislang größtes Open-Weight-System.
Nach Angaben der Zeitung South China Morning Post schlägt Kimi K3 in einigen Tests konkurrierende Systeme wie GPT-5.6 Sol und Claude Fable 5. In der Arena-Rangliste zur Frontend-Programmierfähigkeit setzte sich das Modell nach seiner öffentlichen Freigabe an die Spitze.
Analysten sehen falsch eingeschätzte Nachfrage
Lian Jye Su, Chefanalyst beim Technologie-Marktforschungsunternehmen Omdia, erklärte, neue Modellstarts lösten üblicherweise einen Interesseanstieg aus, der die vorhandene Infrastruktur unter Druck setze.
„Das zeigt, dass Moonshot AI derzeit nicht genug Rechenchips hat, um die aktuelle Nachfragewelle zu bedienen“, sagte er.
Su hält jedoch eine andere Erklärung für plausibler: Moonshot habe unterschätzt, wie beliebt K3 werden würde. Das Modell benötige außergewöhnlich viel Rechenleistung, was die Zuteilung von Kapazitäten schwierig und teuer mache.
US-Technologiewerte geraten unter Druck
Die Vorstellung von Kimi K3 belastet die Aktien großer US-Technologiekonzerne. Anlegerinnen und Anleger fürchten, dass günstigere chinesische Alternativen die Preismacht amerikanischer KI-Anbieter schmälern könnten.
Das geschieht, obwohl von den USA angeführte Exportbeschränkungen Chinas Zugang zu einigen der leistungsfähigsten Chips am Markt bereits begrenzt haben.
Kimi K3 ist das jüngste einer Reihe chinesischer Modelle, die weltweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Am Wochenende stellte Alibaba einen Ausblick auf sein Modell Qwen3.8 Max vor. Der Konzern spricht von 2,4 Billionen Parametern und ordnet das System unter den Spitzenmodellen „direkt hinter“ Anthropics Fable 5 ein. Es handelt sich allerdings um eine Eigeneinschätzung; unabhängige Vergleichstests liegen bislang nicht vor.
Bereits im vergangenen Monat hatte das chinesische Start-up Zhipu, auch bekannt als Z.ai, sein Modell GLM-5.2 veröffentlicht. Es findet international schnell Nutzerinnen und Nutzer.