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14.000 UFO-Sichtungen in Deutschland: Meldestelle in Hessen geht ihnen nach

Der „Cosmic UFO“-Projektor von Cloud b wird am 1. Oktober 2014 auf der TTPM Holiday Showcase in New York vorgestellt.
Der „Cosmic UFO“-Projektor von Cloud b wird am 1. Oktober 2014 auf der TTPM Holiday Showcase in New York vorgestellt. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Leuchtende Kugeln und rätselhafte Lichter sorgen derzeit in Deutschland für sehr viele Meldungen. Während die Pentagon-Akten die Debatte neu befeuern, versucht das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) im hessischen Lützelbach seit Jahren, die Sichtungen aufzuklären.

Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) ist ein Anlaufstelle für Menschen in Deutschland, die für Beobachtungen am Himmel eine wissenschaftliche Erklärung suchen.

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Cenap-Leiter Hansjürgen Köhler erzählt, dass es noch nie so viele Meldungen gab wie derzeit: "Wir haben täglich zwischen drei und sechs Meldeeingänge. Ohne Frage sind wir die meistfrequentierteste Meldestelle im deutschsprachigen Raum." Inzwischen, Stand August 2026, haben er und sein Team gut 14.000 Fälle aufgeklärt.

Köhler ist Hobbyastronom, angefangen habe es "mit jugendlichem Leichtsinn."

"Wir haben in der Sternwarte gearbeitet haben und dort unser Wissen ausgeweitet. Damals kamen viele Anrufe rein, der Sternwart war davon genervt. Das brachte uns dazu, die Materie UFO genauer anzuschauen."

Schon als 11-Jähriger hatte er die Mondlandung im Fernsehen mitverfolgt. Das prägte ihn, legte den Grundstein für sein Interesse. "Hätte ich damals gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich es nicht gemacht, es gab wirklich ein paar nervige Jahre, aber inzwischen habe ich Freude daran, weil wir Leuten eine vernünftige Erklärung geben können."

"1973, in unseren Anfängen, wo wir als junge Männer damit anfingen, uns mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, haben wir uns die Mikrofilme aus den USA aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zukommen lassen, auf denen Flugobjekte waren, die als unerklärliches Phänomen galten."

„Wir haben gemerkt, dass es auch damals, während des Krieges, immer wieder Naturphänomene gab“, sagt Köhler. Die Aufnahmen seien teils eindrucksvoll gewesen – nicht zuletzt wegen der Reaktionen der Piloten, die sich erstaunt fragten, was gerade an ihnen vorbeigeflogen sein könnte.

Pentagon-Akten rücken UFOs erneut in den Fokus

Heutzutage, wo das Pentagon in Washington die sogenannten UFO-Akten veröffentlicht hat, nimmt das Thema wieder an Fahrt auf.

Nachdem die US Navy zuvor bereits Videos veröffentlicht hatte, die unbekannte Flugobjekte – heute offiziell meist als "Unidentified Anomalous Phenomena" (UAP) bezeichnet – zeigten, bestätigte das Pentagon im April 2020 erstmals offiziell die Echtheit von drei Aufnahmen aus den Jahren 2004 und 2015. Die Videos zeigen Begegnungen von US-Militärpiloten mit Flugobjekten, deren Herkunft zunächst nicht eindeutig geklärt werden konnte.

Im Dezember 2022 wurde sogar innerhalb des US-Verteidigungsministeriums das "All-domain Anomaly Resolution Office“ (AARO) eingerichtet. Die Behörde soll UAP-Meldungen systematisch untersuchen, mögliche Gefahren für die nationale Sicherheit bewerten und frühere Fälle auswerten.

Für Köhler ist das kalter Kaffee: "Die Archive kennen wir eigentlich schon, da war nichts dabei, was für mich neu gewesen wäre. Allerdings ist das für die junge Generation etwas Neues. Wir können nur darüber gähnen, wenn wir die alten Aufnahmen sehen."

Eine der Aufnahmen, das sogenannte "Gimbal"-Video, entstand im Januar 2015 während eines Trainingsflugs einer F/A-18 der US Navy vor der Küste Kaliforniens. Die Infrarotaufnahme zeigt ein unbekanntes Objekt, das sich scheinbar um die eigene Achse dreht und von den Piloten mit Verwunderung kommentiert wird. Das Pentagon selbst bestätigte die Echtheit der Aufnahme, konnte die genaue Identität des Objekts jedoch nach eigenen Angaben bislang nicht eindeutig klären.

Köhler ist überzeugt, dass das Video lediglich einen Ballon zeigt. Dessen scheinbar rasante Bewegung erklärt er mit der Relativbewegung zwischen dem Flugzeug und dem Ballon: Durch die hohe Geschwindigkeit des Jets entstehe der Eindruck, das Objekt fliege mit enormem Tempo vorbei.

Auch zum Thema F/A-18 hat er noch etwas zu sagen: "Seit sie bei der US-Navy eingeführt wurde, hat sie Probleme mit ihrer elektronischen Erfassung. Sie bekam neun Updates, um das in den Griff zu bekommen, und es kommt immer noch zu Fehldarstellungen, auch bei den gemessenen Geschwindigkeitsanzeigen."

Aber, so Köhler leicht frustriert, "das geht alles einfach unter. Der Film wird immer wieder gezeigt, und die Aufklärung ist wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, auch sie geht unter. Vor allem auf Social Media und X, was da für Märchen erzählt werden, ist so hanebüchen. Ich schaue mir das garnicht mehr an, weil ich mich ärgere, es läuft konträr zu meiner Arbeit."

Ich streite nicht ab, dass da draußen noch Leben existiert.
Hansjürgen Köhler
Gründer von Deutschlands einziger UFO-Meldestelle CENAP

Köhler bringt die Meldungen, die bei ihm eintreffen, auf einen Nenner: "Angeblich kommen da tagtäglich Herrschaften von weit draußen bei uns vorbei und schauen, was wir hier treiben. Ich streite nicht ab, dass da draußen noch Leben existiert. Aber die sollen mit hochentwickelter Technologie über Galaxien hinweg zu unserem blauen Planeten und dann ausgerechnet hier über der Wüste abstürzen?"

Kritiker von CENAP bemängeln gelegentlich, dass die Organisation viele UFO-Sichtungen sehr skeptisch bewertet und einen starken Fokus auf konventionelle Erklärungen legt. Befürworter sehen genau darin die Stärke der Organisation: CENAP versucht, Beobachtungen wissenschaftlich einzuordnen und zwischen tatsächlichen ungeklärten Phänomenen und Fehlinterpretationen zu unterscheiden.

Die unterschiedliche Bewertung entsteht vor allem durch die Frage, wie offen man für bislang unbekannte Erklärungen bleiben sollte.

"Ich habe Verständnis dafür, dass Leute ins Rätselraten kommen, auch ich kann in so eine Situation kommen", meint Experte Köhler. "Manche rufen nachts um 2:00 die Polizei an und sagen, sie sehen was Blinken am Himmel. Und dann rufen uns Polizisten an, weil die Leute so darauf bestehen, dass da was ist. Dann stehen da zwei Polizisten, schauen gemeinsam mit dem Anrufer in den Himmel, können sich das auch nicht erklären und rufen uns an."

Köhler hat für derartige Fälle eine Empfehlung parat: "Der Bürger kann herausfinden, was er beobachtet - es gibt kostenlose Astronomie-Apps. Damit kann man sein Handy in den Himmel halten und dann taucht der Name des Himmelskörpers auf."

Was er bisher identifiziert hat?

Flugzeuge, Helikopter, Raketenstufen, Satelliten, astronomische Ursachen wie Meteore, helle Feuerkugeln (Tagesmeteoriten), Planeten, helle Sterne, Ballons aller Art (Wetter, Atmosphären, Heißluft) und Event-Folien-Ballons im XXL-Format von Kindergeburtstagen und Hochzeiten, zudem Laser von Veranstaltern, die manchmal über Kilometer hinweg strahlen.

Allerdings gibt es auch Fälle, die Köhler nicht aufklären konnte. Wer darin nun einen Beleg für außerirdische Besucher erhofft, wird von ihm enttäuscht: "Das waren keine Alien-Besuche. Die Fälle sind lediglich ungeklärt geblieben, weil uns wichtige Informationen fehlen. Für eine seriöse Untersuchung brauchen wir Datum, Uhrzeit, Ort, Himmelsrichtung und möglichst Bildmaterial. Erst dann können wir recherchieren."

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