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IFA 2026: Wie sieht das Zuhause der Zukunft aus?

Roboter der Firma Booster stehen auf einem kleinen Fußballfeld am zweiten Pressetag der Elektronikmesse IFA 2026 in Berlin. Es ist Donnerstag, 3. September 2026.
Roboter der Firma Booster stehen auf einem Mini-Fußballfeld am zweiten Pressetag der Elektronikmesse IFA 2026 in Berlin, Donnerstag, 3. September 2026. Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Von KI-Haushaltsgeräten und smarten Betten bis zu vernetzten Haustier-Gadgets und Roboterhunden: Euronews besucht die IFA 2026 in Berlin, um zu zeigen, wie neue Technik den Alltag zu Hause verändern könnte.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Welche Rolle sie schon heute im Alltag spielt, zeigt die diesjährige IFA in Berlin, die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte.

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Unter dem Motto „The Future is Now“ zeigt die Schau, wie neue Technologien den Alltag verändern: von Mobilität bis hin zum wachsenden Einsatz von KI in Geräten und Dienstleistungen. Mehr als 1.900 Marken aus 49 Ländern sind auf der IFA 2026 vertreten.

Nirgendwo wird dieser Wandel so deutlich wie in den eigenen vier Wänden. Die Branche denkt zunehmend weiter als das klassische „Smart Home“, hin zum „intelligenten Zuhause“, in dem Technik nicht nur Befehle ausführt, sondern lernt, sich anpasst und Bedürfnisse vorausahnt.

Zum Start der IFA für das Publikum hat Euronews einige der gezeigten Innovationen genauer unter die Lupe genommen, mit einer zentralen Frage: Wie könnte das Zuhause der Zukunft aussehen?

Ein einfacherer Alltag?

Seit Jahren verspricht Smart-Home-Technik mit KI vor allem eines: den Alltag zu erleichtern. Auf der IFA 2026 bleibt das ein zentrales Thema. Überall in den Hallen stehen Haushaltsgeräte, die Aufgaben übernehmen sollen, auf die viele Menschen lieber verzichten.

Haier präsentiert seine vernetzte Haustechnik auf der IFA 2026 in Berlin
Haier präsentiert seine vernetzte Haustechnik auf der IFA 2026 in Berlin Euronews

Der nächste Schritt geht jedoch über das bloße Abarbeiten von Aufgaben hinaus. Hersteller entwickeln zunehmend Geräte, die auch bei Planung und Entscheidungen rund um den Haushalt helfen.

Ein Beispiel ist eine Waschmaschine von Haier. Sie verfügt über eine integrierte Kamera und KI, erkennt den Inhalt der Trommel und warnt, wenn sich etwa eine rote Socke zwischen weiße Wäsche verirrt hat.

So soll das Sortieren der Wäsche weniger Denkaufwand erfordern. Im Idealfall bleibt das weiße Hemd von der klassischen „rote-Socke-färbt-alles-rosa“-Panne verschont.

Für Neil Tunstall, CEO von Haier Europe, zeigt sich der Wandel auch in der Küche. Er verweist auf Geräte, die erkennen, was in den Ofen oder in einen anderen Garraum gelegt wurde, die Zubereitung automatisch anpassen und damit Unsicherheit bei Menschen verringern, die sich bei Einstellungen oder Garzeiten nicht sicher sind.

„Das Produkt übernimmt das jetzt für dich. Und hoffentlich bedeutet das, dass wir das Essen zu Hause viel mehr genießen können“, sagte Tunstall Euronews.

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Euronews Neil Tunstall, CEO of Haier Europe, speaks to Euronews at IFA 2026 in Berlin

„Wir reden weniger über einzelne Produkte, viel mehr über Erlebnisse. Wir reden weniger darüber, dass Verbraucher nachdenken, sondern darüber, dass Produkte und Systeme selbst denken und das Leben deutlich smarter machen“, so Tunstall weiter.

Weniger Grübeln über Alltagsaufgaben steht auch beim US-Unternehmen Cozyla im Mittelpunkt, vor allem wenn mehrere Personen einen Haushalt organisieren müssen.

Auf der IFA 2026 zeigt das Unternehmen, wie KI den Alltag koordinieren könnte, von Familienkalendern und Arbeitsterminen bis zur Essensplanung.

Am Messestand laufen Besucherinnen und Besucher durch einen simulierten Tag in einem vernetzten Zuhause. Interaktive Displays und digitale Kalender koordinieren Abläufe und Termine. In der Küche zeigt eine Station, wie sich ein Rezept einscannen lässt, um eine Mahlzeit zu planen.

Anschließend geht es ins Wohnzimmer. Dort organisiert das System Aufgaben und Termine der Familienmitglieder, bevor der Rundgang mit einer Abendroutine endet.

Intelligenter entspannen

Doch die Technik schaltet sich nicht ab, wenn alle schlafen gehen.

Das in Hongkong ansässige Unternehmen BestQi, gegründet 2020, zeigt, wie vernetzte Technik auch ins Schlafzimmer einziehen könnte. Das AMADA Smart Adaptive Sleeping System kombiniert ein verstellbares Bett mit einer Matratze, die mit Klang und Vibration arbeitet und sich per App steuern lässt.

Beide Bettseiten lassen sich unabhängig voneinander einstellen. So können zwei Personen unterschiedliche Positionen und Profile wählen. Über die App steuern Nutzerinnen und Nutzer außerdem Massagefunktionen, die Stärke der Vibration und Programme für Schlaf, Entspannung oder Lesen.

Wer noch einen Schritt weitergehen will, findet beim südkoreanischen Unternehmen Bodyfriend zusätzliche Technik im klassischen Massagesessel.

Die Quantum Beauty Capsule kombiniert einen Ganzkörper-Massagesessel mit LED-Modulen für Gesicht und Kopfhaut. Ein weiteres Modell, der Davinci AI, verfügt über einen PPG-Sensor an der Fingerspitze, der biometrische Daten wie Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und Sauerstoffsättigung im Blut misst.

Nach Angaben des Unternehmens nutzt das System Veränderungen dieser Werte, um Auskunft über körperliche Verfassung, Stressniveau und Erholung zu geben.

Größere Bildschirme, weniger Ablenkung

Entspannen zu Hause bedeutet aber nicht nur Abschalten. Für viele gehört Unterhaltung dazu.

In den vergangenen Jahren sind Bildschirme größer geworden, die Bildqualität hat sich verbessert und Heimlautsprecher liefern mehr Klang. Jetzt verschiebt sich, ähnlich wie bei anderer Haustechnik, der Fokus von einzelnen Geräten hin zu vernetzten Erlebniswelten.

Der Hersteller TCL, einer der großen Aussteller auf der IFA 2026, zeigt, wie das funktionieren könnte. Auf den Ständen steht etwa ein Gaming-Setup, das Bildschirme, Sound und andere vernetzte Geräte zu einer gemeinsamen Umgebung bündelt.

TCL präsentiert seine neuesten Display-Technologien auf der IFA 2026 in Berlin
TCL präsentiert seine neuesten Display-Technologien auf der IFA 2026 in Berlin Euronews

Parallel zu immer größeren und immersiveren Heimkino-Erlebnissen verfolgt TCL aber auch den Gegenentwurf: Technik, die Menschen hilft, sich von dem ständigen Strom an Bildschirmen, Benachrichtigungen und anderen Ablenkungen zu lösen.

Ein Beispiel ist die NextPaper-Technologie des Unternehmens. Damit lässt sich ein Smartphone in einen einfachen E-Reader-Modus schalten. TCL zufolge reduziert das Display den Blaulichtanteil und schont die Augen, gleichzeitig beschränkt der Modus einige Funktionen des Telefons.

„Wenn du am Wochenende in Ruhe lesen willst, möchtest du nicht von jeder App gestört werden, die eine Benachrichtigung schickt“, sagte Stefan Streit, Marketingchef von TCL Europe, im Gespräch mit Euronews.

Stefan Streit, Marketingchef von TCL Europe, im Gespräch mit Euronews auf der IFA 2026 in Berlin
Stefan Streit, Marketingchef von TCL Europe, im Gespräch mit Euronews auf der IFA 2026 in Berlin Euronews

Vernetzte Häuser denken auch an Tiere

Die Vision vom vernetzten Zuhause endet nicht bei den Menschen, die dort leben. Auf der diesjährigen IFA stehen auch die kleinsten Mitbewohner im Fokus: Haustiere werden in das digitale Zuhause eingebunden.

Das in Singapur ansässige Unternehmen Petgugu präsentiert etwa ein eigenes Ökosystem vernetzter Haustiergeräte. Dazu gehören eine selbstreinigende, intelligente Katzentoilette und ein Roboter, der durch die Wohnung fährt, Tierhaare aufsaugt und mit den Tieren interagiert, wenn die Halter nicht zu Hause sind.

Und wer die Katzentoilette ganz vermeiden will, findet auf der IFA eine radikalere Option: einen Roboterhund.

Ein Beispiel ist der MagicDog Y1, entwickelt von einem chinesischen Robotikunternehmen, das 2024 gegründet wurde. Anders als klassische Haustier-Gadgets ist der vierbeinige Roboter jedoch nicht vor allem als Spielgefährte gedacht. Er soll Menschen in unterschiedlichen Umgebungen folgen, Ausrüstung tragen und seine Kameras sowie Sensoren für Aufgaben wie Überwachung und Sicherheit einsetzen.

Können intelligente Häuser mehr Nähe schaffen?

Wie also könnte das Zuhause der Zukunft aussehen?

Ein Blick auf die IFA 2026 legt nahe, dass die größte Veränderung vermutlich kein einzelnes Gerät ist, sondern das Zusammenspiel vieler Geräte.

Der entscheidende Unterschied zu vielen bereits erhältlichen Smart-Produkten liegt in der Verbindung von Vernetzung und KI. Statt einzelne Geräte getrennt zu bedienen, sollen Ökosysteme entstehen, in denen Haushaltsgeräte und Dienste miteinander kommunizieren, Informationen teilen und immer besser voraussehen, was ansteht.

In dieser Vision verbringen Menschen weniger Zeit damit, Geräte zu steuern oder den Alltag zu organisieren. Sie werden Teil eines vernetzten Systems, das ihnen Planung und Routineaufgaben abnimmt.

Ob sich dieses Bild erfüllt, bleibt offen. Das Versprechen, das die IFA zeichnet, ist jedoch klar: Technik, die weniger Aufmerksamkeit verlangt und mehr Zeit für Familie, Freunde und die Dinge lässt, die Menschen wirklich tun wollen.

IFA läuft bis zum achten September

Bis zum achten September können Besucherinnen und Besucher einen Blick auf dieses mögliche Morgen werfen. In den Messehallen zeigen Themenbereiche, wie Technik und Alltag zusammenspielen, etwa der Beauty Hub, in dem Produkte mit Unterstützung von Expertinnen und Experten ausprobiert werden können, oder die Creator Stage mit Live-Shows und Veranstaltungen.

Ein weiteres Highlight ist eine eigene Robotikschau, die humanoide Roboter und andere Innovationen aus aller Welt zusammenbringt.

Mit der Fülle an Technologien und Ideen bietet die IFA einen Vorgeschmack darauf, wie sich das Leben zu Hause in den kommenden Jahren verändern könnte. Welche dieser Innovationen am Ende wirklich in den eigenen vier Wänden landet, bleibt eine Entscheidung, die jede und jeder für sich treffen muss.

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