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NERDs: Gen Z glaubt, nie in Rente zu gehen

Ein junger Mann arbeitet frustriert an seinem Laptop in einem modernen Homeoffice.
Ein junger Mann arbeitet frustriert an seinem Laptop in einem modernen Homeoffice. Copyright  Vitaly Gariev/Pexels
Copyright Vitaly Gariev/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Immer mehr Angehörige der Generation Z glauben nicht mehr an klassische Renten und sind überzeugt, dass sie wohl nie vollständig mit Arbeiten aufhören können.

In den vergangenen Jahren sorgten Anhänger der FIRE-Bewegung („Financially Independent, Retire Early“) für Schlagzeilen. Nun taucht immer häufiger eine andere Gruppe auf: die sogenannten NERDs, die „Never Ever Retiring Demographic“ – Menschen, die glauben, niemals in Rente zu gehen.

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Der Begriff beschreibt eine wachsende Zahl von Angehörigen der Gen Z und der Millennials in Großbritannien und Europa. Viele von ihnen sind überzeugt, dass sie sich den Ruhestand nie leisten können. Deshalb halten sie es oft für sinnlos, Geld in eine Rentenversicherung einzuzahlen.

Eine aktuelle Studie von People's Pension, einem großen Anbieter betrieblicher Altersvorsorge im Vereinigten Königreich, zeigt: 47 % der Gen Z im Alter zwischen 18 und 27 Jahren setzen sich nicht mit ihrer Rente auseinander.

Dabei haben sie noch Jahrzehnte vor sich. Dennoch haben bereits zwölf Prozent, also rund zwei Komma zwei Millionen junge Menschen, das Sparen für den Ruhestand komplett eingestellt. Sie rechnen damit, ohnehin für immer arbeiten zu müssen.

Auslöser dieses Trends ist vor allem die Lebenshaltungskostenkrise, die viele Teile der Welt trifft. Klassische Lebensziele wie ein Hauskauf, Heirat, Kinder oder ein entspannter Ruhestand wirken für viele junge Menschen zunehmend unerreichbar.

Dazu kommen stagnierende Löhne und immer neue, teils überraschende Entlassungswellen, besonders in der Techbranche. Geopolitische Spannungen heizen die Inflation an und verstärken die Unsicherheit.

Neben diesen wirtschaftlichen und politischen Faktoren spielt die Kommunikation der Finanzbranche eine wichtige Rolle. Viele junge Menschen fühlen sich von Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern mit ihren Sorgen schlicht nicht abgeholt.

Wachsende Kluft

Die Umfrage zeigt eine deutliche Distanz zwischen jungen Menschen und der Finanzbranche. 36 % geben an, dass ihnen die Vorteile des Sparens für den Ruhestand nicht verständlich erklärt werden.

Von ihnen haben 27 % den Eindruck, dass Anbieter vor allem ihre Produkte verkaufen wollen, statt aufzuklären oder Bewusstsein zu schaffen. 16 % stören sich an der komplizierten Sprache und am Fachjargon.

Rund 20 % dieser Gen Z-Befragten sagen zudem, dass Finanzdienstleister Renten oft als langweilig und irrelevant darstellen.

Nur 13 % der Gen X und der Babyboomer finden, dass Rentenunternehmen jungen Menschen nicht ausreichend erklären, warum Vorsorge wichtig ist. Bei der Gen Z sagen das jedoch 29 %.

Etwa 17 % der Gen Z sind außerdem der Meinung, dass Unternehmen nicht die Kommunikationskanäle nutzen, die sie tatsächlich verwenden. In früheren Generationen sehen das nur 4 % so.

Rund 70 % der Gen Z hätten nach eigenen Angaben gespart, wenn sie gewusst hätten, dass ein Start in den 20ern ihre spätere Rente im Vergleich zu einem Einstieg in den 30ern möglicherweise verdoppeln kann.

Ähnlich äußern sich 63 %: Sie fühlen sich motiviert, wenn sie erfahren, dass Steuererleichterungen und Arbeitgeberbeiträge ihre Ersparnisse deutlich steigern können.

„In einer Welt, in der düstere Finanzprognosen die Debatte über Renten bestimmen, schalten junge Sparer ab. Unsere Forschung zeigt: Es fehlt ihnen nicht an Interesse, sondern die Botschaften greifen nicht. Angstmacherei und Fachjargon entfremden genau die Menschen, die wir erreichen müssen“, sagte Kirsty Ross, Proposition Director bei People's Pension, in einer Mitteilung.

„Was ankommt, sind Ehrlichkeit, einfache Sprache und praktische Tipps, die zeigen, wie kleine Schritte heute morgen große Wirkung haben können“, ergänzte sie.

Was helfen könnte

Eine der beliebtesten Lösungen aus Sicht der Gen Z sind einfache Fortschrittsbalken oder Ziel-Tracker. 31 % nannten dieses Instrument.

Rund 26 % wünschen sich die Möglichkeit, mit kleinen Beträgen zu beginnen. 23 % hätten gern mehr Beispiele, was Menschen in ihrem Alter konkret tun.

Für 22 % wären klare, leicht verständliche Einzelschritte hilfreich. 19 % glauben, dass leichte, gut nachvollziehbare Geschichten einen Unterschied machen würden.

People's Pension reagiert auf dieses Feedback mit der neuen Kampagne „Pension Drop“. Sie soll mehr Menschen über ihre Rente sprechen lassen – unter anderem mit Social-Media-Influencern, speziellen Events und Lifestyle-Persönlichkeiten.

„Im Rückblick wünschte ich mir, ich hätte früher angefangen. In den 20ern oder 30ern etwas zur Seite zu legen, kann später einen enormen Unterschied machen – wir reden von zehntausenden Pfund. Und ich verstehe, dass es vielen derzeit schwerfällt: Geld ist knapp, und selbst kleine Extras wie ein Take-away können sich groß anfühlen“, sagte der Komiker und TV-Moderator Iain Stirling, Botschafter der Kampagne Pension Drop, in einer von People's Pension veröffentlichten Erklärung.

„Aber die Realität ist: Die Rente hängt nicht nur von dir selbst ab. Arbeitgeberbeiträge und Steuererleichterungen können einen echten Schub geben. So kommen selbst kleine Beträge weiter, als man denkt. Es geht nicht darum, heute auf alles zu verzichten, sondern kluge Entscheidungen zu treffen, damit man morgen nicht verzichten muss“, so Stirling weiter.

Stirling rät jungen Menschen zu ein paar praktischen Schritten. Dazu gehört, zunächst zu prüfen, wer ihr aktueller Rentenanbieter ist und ob sie vielleicht mehrere Verträge haben.

Außerdem betont er, wie wichtig es ist, mindestens die Beiträge des Arbeitgebers auszuschöpfen, um kein Geld liegen zu lassen. Er empfiehlt auch, bei jeder Gehaltserhöhung und jeder Bonuszahlung die eigenen Rentenbeiträge etwas anzuheben.

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