Loader
Finden Sie uns
Werbung

Einreise nach Europa: EES-Grenzkontrollen ändern sich ab 6. September

Branchenexperten befürchten, dass mit dem Ende der befristeten Ausnahmen im Entry/Exit-System das Grenzchaos zurückkehrt.
Branchenexperten befürchten, dass mit dem Ende der vorübergehenden Ausnahmen im Entry/Exit-System das Chaos an den Grenzen zurückkehrt. Copyright  Copyright 2013 AP. All rights reserved.
Copyright Copyright 2013 AP. All rights reserved.
Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Branchenexperten warnen, dass mit dem Ende der vorübergehenden Sonderregeln des Entry/Exit-Systems das Grenzchaos zurückkehren könnte.

Am Sonntag, dem sechsten September, laufen die Notfall-Flexibilitätsregeln des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) aus.

WERBUNG
WERBUNG

Im Sommer durften die Mitgliedstaaten in Ausnahmefällen vorübergehend auf die Erfassung biometrischer Daten von Reisenden – Fingerabdrücke und Gesichtsscans – verzichten, um Staus abzubauen.

Branchenverbände dringen nun darauf, diese Spielräume über den September hinaus zu verlängern, weil sie neue Verzögerungen an den Grenzen befürchten.

Weniger Spielraum an Flughäfen und Grenzen

Das biometrische System ist seit dem zehnten April 2026 an allen teilnehmenden europäischen Grenzübergängen vollständig in Betrieb. Zuvor lief seit Oktober 2025 eine schrittweise Einführung.

Doch in der Übergangsphase hatten die europäischen Behörden ein wichtiges Sicherheitsventil.

Nach EU-Regeln durften Staaten die Erfassung biometrischer Daten an einzelnen Grenzstellen vorübergehend aussetzen, sobald das Passagieraufkommen so stark anwuchs, dass die Wartezeiten ausufern.

Ab dem sechsten September endet diese Übergangsphase voraussichtlich. Flughäfen und Grenzbehörden haben dann weniger Spielraum, die biometrischen Vorgaben zu lockern, nur weil die Passkontrollbereiche überlastet sind.

Bei einem Pressebriefing am ersten September sagte ein Sprecher der Europäischen Kommission, das EES habe „im Großen und Ganzen gut funktioniert“ und betonte, „die Vorteile des neuen Systems für die EU sind offensichtlich“.

Mit Blick auf das Ende der Flexibilitätsmaßnahmen am sechsten September erklärte der Sprecher: „Für die Zeit nach dem Sommer stehen wir in engem und konstruktivem Kontakt mit den wenigen Mitgliedstaaten, in denen an bestimmten Grenzübergängen noch Anpassungen nötig sind.

Insgesamt sehen wir einen starken gemeinsamen Willen, das System überall zum Laufen zu bringen.“

Nach dem sechsten September sollten Reisende deutlich mehr Zeit für Reisen mit europäischen Grenzkontrollen einplanen, sagt Jurgen Himmelmann, Mitgründer und CEO von Global Work & Travel.

„Früh am Flughafen zu sein, ist sinnvoll, aber es gibt Grenzen, wie viel Kontrolle Ihnen das gibt“, sagt er. „Gepäckaufgabeschalter öffnen womöglich nicht vier Stunden vor Abflug, und wenn Sie einmal in der Passkontrollschlange stehen, können Sie nicht einfach nach vorn gehen, nur weil Ihr Flug bereits zum Boarding aufruft.

In den nächsten Wochen würde ich keine Reise exakt an der Mindestumsteigezeit ausrichten. Ein Anschluss, der auf dem Papier völlig machbar aussieht, kann sehr schnell eng werden, wenn Sie an der Grenze eine Stunde oder mehr verlieren.“

Sorge vor neuen Grenzstaus im September

Branchenkenner befürchten, dass die Abschaffung der befristeten EES-Ausnahmen das Grenzchaos zurückbringt.

„Wir setzen uns weiter dafür ein, dass die Europäische Kommission diese Maßnahmen auch nach September zulässt. Denn bis das EES in allen teilnehmenden Staaten vollständig und einheitlich läuft, ist es noch ein Stück Weg“, sagte Luke Petherbridge, Director of Public Affairs beim britischen Branchenverband ABTA, der Reiseveranstalter und Reisebüros vertritt.

Nach Angaben des Airlineverbands IATA dauerten gewöhnliche Passkontrollen früher rund 20 bis 25 Sekunden, mit dem EES sind es nun etwa 90 Sekunden.

Zahlen zeigen zudem, dass sich die Wartezeiten an großen Drehkreuzen verdoppelt haben, weil das System mit der hohen Zahl an Passagieren aus Nicht-EU-Ländern kaum zurechtkommt.

Eine Studie der britischen Zeitung Financial Times und der Analysefirma Qsensor ergab, dass in Frankfurt die durchschnittliche Wartezeit im Juli bei 120 Minuten lag, nach 60 Minuten im Vorjahresmonat.

Am Flughafen München stieg die Wartezeit auf bis zu 60 Minuten, nach 31 Minuten im vergangenen Jahr, und in Amsterdam kletterten die maximalen Wartezeiten im selben Zeitraum von 80 auf 120 Minuten.

Auch IATA drängt die Europäische Union auf eine Verlängerung dieses „Sicherheitsventils“.

„Die Möglichkeit einer teilweisen Aussetzung über den sechsten September hinaus zu verlängern, ist bis zum Ende der Wintersaison absolut notwendig“, sagte Thomas Reynaert, Senior Vice President External Affairs bei IATA, bei einem Medientermin in dieser Woche.

Reynaert betonte, der Verband unterstütze das EES „voll und ganz“, bestimmte Voraussetzungen müssten jedoch erfüllt sein, bevor die Spielräume gestrichen werden.

In einem Beitrag auf LinkedIn (Quelle auf Englisch) schrieb er zudem: „Verlässliche Systeme, flächendeckend eingesetzte Self-Service-Terminals und automatisierte Grenzkontrollen sowie ausreichend Personal bleiben entscheidend, damit das EES in Spitzenzeiten funktioniert, ohne unnötige Störungen für Passagiere, Grenzbehörden und Verkehrsunternehmen zu verursachen.“

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

371 Tage, 220 Häfen, 62 Länder: längste Kreuzfahrt der Welt startet in Rom

Das sind die schönsten Hotels der Welt – Nummer eins liegt in Irland

Aktion „A Dubai Invite“: Dubai stoppt Registrierung nach 90.000 Anträgen