Studie: Trotz Forderungen nach einer Verlangsamung der KI-Entwicklung bleibt die Angst vor Jobverlust weltweit groß.
Wie Menschen ein Land wahrnehmen und wie sehr sie dessen Regeln für Künstliche Intelligenz (KI) vertrauen, hängt oft eng zusammen. Das sagte Moira Fagan, Seniorforscherin am Pew Research Center und eine der Autorinnen einer neuen Studie zu KI (Quelle auf Englisch), Euronews Next.
Laut dem Bericht vertrauen Menschen in Bangladesch, Malaysia, Pakistan, Sri Lanka sowie im Westjordanland und in Ostjerusalem China bei der KI-Governance stärker als den Vereinigten Staaten (USA) oder der Europäischen Union (EU).
Über alle weiteren sieben Länder mit mittlerem Einkommen, in denen diese Frage gestellt wurde, vertrauen im Median 43 % China bei der Regulierung von KI. 35 % setzen auf die USA, 34 % auf die EU.
„Positivere Ansichten über China sind in Ländern mit mittlerem Einkommen häufig. In vielen Staaten hat sich die Meinung seit dem vergangenen Jahr weiter verbessert. Das trägt vermutlich dazu bei, dass wir bei Vertrauen in China auf dieser speziellen Dimension so hohe Werte sehen“, erklärte Fagan.
Der Bericht beruht auf einer Umfrage, die zwischen Februar und Juni 2026 durchgeführt wurde. Befragt wurden mehr als 50.000 Menschen in 37 Ländern. Die Studie untersucht auch, wie die Menschen den Einfluss von KI auf den Arbeitsmarkt einschätzen.
Demnach erwarten mehr Befragte, dass KI zu weniger Jobs führt, als dass sie neue Arbeitsplätze schafft. Viele geben zugleich an, sie seien sich unsicher, welche Folgen KI für die Zahl der Jobchancen tatsächlich haben wird.
Die Erhebung zeigt außerdem: Sorgen vor Arbeitsplatzverlust durch KI sind besonders in wohlhabenden Ländern ausgeprägt.
In Australien, Südkorea und den USA glauben rund sieben von zehn Erwachsenen oder mehr, dass KI in den nächsten 20 Jahren Jobs kosten wird.
Reichere Länder machen sich laut Bericht auch eher Sorgen, dass KI wirtschaftliche Ungleichheiten vergrößert, als Länder mit mittlerem Einkommen.
Nach Einschätzung von Fagan hängen diese Muster mit weiteren Faktoren zusammen. Dazu gehört, wie vertraut Menschen mit der Technologie sind.
„Menschen in wohlhabenderen Ländern geben häufiger an, sie hätten viel über KI gehört oder gelesen. Und wir sehen: Wer sich mit KI besser auskennt, glaubt eher, dass sie Jobverluste bringen wird“, sagte sie gegenüber Euronews Next.
Gleichzeitig verbindet ein roter Faden einige Hoch- und Mitteleinkommensländer: Junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren sorgen sich stärker um KI-bedingte Jobverluste als ältere Generationen. Das gilt laut Umfrage etwa für Kanada, Frankreich, Singapur, Schweden, Indonesien, Indien und Malaysia.
Die Meinungen gehen beim wachsenden Einsatz von KI im Alltag weniger stark auseinander. Über alle 37 Länder liegt der Median bei 37 %, die eher besorgt als begeistert sind. 41 % sind zugleich besorgt und fasziniert, wie die Umfrage zeigt.
Obwohl die Befragung in der ersten Jahreshälfte 2026 stattfand, kommt ihre Veröffentlichung in einem besonders entscheidenden Moment für KI.
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