Rund 90 Prozent von Kirgistan bestehen aus Gebirgen. Reisende erleben dort gewaltige Berglandschaften und unberührte Natur.
Naturtourismus galt lange als zuverlässige Möglichkeit, dem Massentourismus zu entkommen. In vielen europäischen Hotspots klappt das inzwischen aber nicht mehr.
Manche Regionen begrenzen inzwischen die Zahl der Besucherinnen und Besucher und verlangen höhere Gebühren für Aktivitäten wie Wandern. Andere erheben angesichts von Rekordzahlen an Gästen zusätzliche Ökoabgaben.
Für Abenteurerinnen und Abenteurer, die wirklich raus wollen, präsentiert sich Kirgisistan als ideales Ziel.
Mehr als neunzig Prozent des Landes sind von Gebirgen bedeckt. Wer hier unterwegs ist, findet spektakuläre Natur, oft ganz ohne Menschenmassen.
In Kirgisistan der Natur nahekommen
Kirgisistan (Quelle auf Englisch) bietet Besucherinnen und Besuchern grandiose Naturlandschaften. Das sagte Erdenet Kasymov, Direktor der Tourismusabteilung beim Ministerium für Wirtschaft und Handel der Kirgisischen Republik, im Gespräch mit Euronews auf der Tourismusmesse ITB Berlin.
„Wir haben drei Gipfel, die über 7.000 Meter hoch sind, und rund 25 Gipfel über 6.000 Meter“, sagt er. „Darum verbinden viele unser Land vor allem mit Bergtourismus. In den Bergen können Gäste unberührte Natur erleben, mit Flüssen, Seen und tiefen Schluchten.“
In der Wildnis treffen Reisende außerdem auf die nomadisch lebenden Gemeinschaften des Landes, die im Sommer auf Hochweiden ziehen.
Sie sind für ihre warme Gastfreundschaft bekannt und machen Besucherinnen und Besucher mit traditionellen Gerichten wie Beshbarmak (gekochtes Fleisch mit Nudeln) und Kumis (vergorene Stutenmilch) vertraut.
Außerdem können Gäste mehr über nomadische kulturelle Traditionen erfahren, etwa über das Reiten, die Jagd mit Adlern und das Herstellen von Filzteppichen, mit denen Jurten geschmückt werden.
Das Jahr 2026 eignet sich besonders für einen Besuch in Kirgisistan, wenn Sie Nomadenkultur entdecken möchten: Vom 31. August bis 6. September 2026 ist das Land Gastgeber der sechsten Ausgabe der World Nomad Games.
„Im Rahmen unserer Strategie positioniert sich Kirgisistan als Ziel für Abenteuertourismus, Ökotourismus und Ethnotourismus, wo sich Reisende der Natur wirklich nahe fühlen können“, sagt Kasymov.
Er empfiehlt vor allem das Frühjahr. Dann eignen sich die Berge zum Bergsteigen und Klettern auf verschiedene Gipfel, und die Küche des Landes lässt sich besonders gut entdecken. Zugleich arbeitet die Tourismusbehörde daran, Kirgisistan als Ganzjahresziel zu etablieren.
Visafreie Einreise für Europäerinnen und Europäer
Für Europäerinnen und Europäer ist die Reise nach Kirgisistan mit wenig bürokratischem Aufwand verbunden. Menschen aus mehr als 60 Ländern, darunter den meisten europäischen Staaten, können ohne Visum einreisen. Kasymov zufolge will die Regierung diese Liste weiter ausbauen.
Auch die Infrastruktur wird ausgebaut. „Wir erneuern unsere Flughäfen und schaffen bessere Bedingungen für Touristinnen und Touristen“, sagt er. „Im ganzen Land werden Straßen saniert.“
Um die Sicherheit der Gäste zu erhöhen, führt das Land eine Pflichtversicherung ein, denn die meisten kommen für Extrem- und Abenteuertourismus.
Außerdem wurde ein Programm zur nachhaltigen Tourismusentwicklung bis 2030 beschlossen. Es legt die Prioritäten für die Entwicklung des Sektors fest. Parallel arbeitet das Land an einem staatlichen Klassifizierungssystem für Beherbergungsbetriebe sowie an Nachhaltigkeitskriterien, die vollständig mit internationalen Standards übereinstimmen.
Kasymov berichtet zudem, dass Kirgisistan und andere Staaten in Zentralasien planen, eine einheitliche Tourismusregion zu schaffen. Mit einem einzigen Visum sollen Reisende mehrere Länder in einer Reise besuchen können.