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Deutschland bremst EU-Länder bei härterem China-Kurs

Katherina Reiche aus dem Bundeswirtschafts- und Energieministerium trifft zum Kabinettstreffen im Kanzleramt in Berlin ein, am Mittwoch, dem 13. Mai 2026.
Deutschlands Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche trifft am Mittwoch, 13. Mai 2026, zum Kabinettstreffen im Berliner Kanzleramt ein. Copyright  AP Photo
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Von Peggy Corlin & Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ist diese Woche in Peking, um die Industriebeziehungen zu China auszubauen. Zugleich fordern mehrere EU-Staaten von Brüssel wegen Überkapazitäten eine härtere Linie gegenüber der asiatischen Großmacht.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) reist von Dienstag bis Freitag nach China. Im vergangenen Jahr ist das Handelsdefizit Berlins mit Peking weiter angestiegen.

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Kurz vorher haben mehrere große EU-Volkswirtschaften – Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Litauen – ein informelles Positionspapier vorgelegt. Darin drängen sie die EU, entschiedener gegen chinesische Überkapazitäten und unfaire Handelspraktiken vorzugehen.

Die Bundesregierung schloss sich diesem Vorstoß jedoch nicht an.

Deutschland bleibt damit der zentrale Knackpunkt in der China-Strategie der EU. Euronews hatte zuvor berichtet, dass die Veröffentlichung des deutschen Handelsdefizits mit Peking Ende vergangenen Jahres einen Wendepunkt für die EU-Kommission markierte. Brüssel will seine handelspolitischen Schutzinstrumente schärfen, doch Berlin setzt weiter auf Kooperation mit China.

Im März forderte Bundeskanzler Friedrich Merz ein Handelsabkommen mit Peking. Brüssel wies den Vorschlag zurück.

"Es gibt eine Reihe von Bedenken und echten Herausforderungen, die die Europäische Union gegenüber China immer wieder angesprochen hat. Wir müssen sehen, dass Peking hier substantiell nachbessert, bevor wir überhaupt über zukünftige Abkommen oder Ähnliches sprechen können", sagte damals Olof Gill, stellvertretender Chefsprecher der Kommission.

Trotz eines Rekord-Handelsdefizits von 87 Milliarden Euro mit China hofft Berlin, dass Peking seinen Markt für die deutsche Industrie offen hält. Das gilt, obwohl EU-Unternehmen in China auf zahlreiche Hürden stoßen und die Volksrepublik ihre Abhängigkeit von ausländischen Produkten gezielt verringert.

China Deutschlands wichtigster Handelspartner

Hauptziel von Reiches Besuch in dieser Woche ist es, mögliche wirtschaftliche Kooperationen auszuloten. Nach Angaben der Bundesregierung soll sie Chancen für künftige Zusammenarbeit prüfen und zugleich den Dialog mit der chinesischen Regierung aufrechterhalten.

Trotz des stetig wachsenden Handelsdefizits blieb China im Jahr 2025 Deutschlands wichtigster Handelspartner. Nach Daten des Statistischen Bundesamts erreichte das bilaterale Handelsvolumen 250 Milliarden Euro. In China sind rund 5.200 deutsche Unternehmen aktiv, der Markt zählt zu den wichtigsten Auslandsstandorten für die Auto-, Maschinenbau- und Elektroindustrie.

Auf ihrer Reise will Reiche politische Gespräche führen, an einem Wirtschaftsforum teilnehmen und lokale Firmen besuchen. Sie reist mit einer Unternehmensdelegation, die rund 40 Firmen vertritt. Weitere Schwerpunkte der Gespräche sind die Entwicklung und der Ausbau von Energietechnologien.

"Wir hoffen, dass die Reise hilft, die Eindrücke vor Ort in die politische Diskussion in Berlin einzuspeisen und den bilateralen Austausch weiterzuentwickeln", sagte Oliver Oehms, Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer in China.

Einer im Mai veröffentlichten Umfrage der Kammer zufolge unterstützen 51 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen eine Politik, die Partnerschaften mit chinesischen Firmen begünstigt. 42 Prozent befürworteten den „strategischen“ Einsatz des in solchen Kooperationen gewonnenen Know-hows.

Zugang zum chinesischen Markt behalten

Zugleich geraten diese Branchen zunehmend unter Druck, weil chinesische Wettbewerber von umfangreichen Staatssubventionen profitieren.

Ein im Mai veröffentlichter Bericht des EU-Thinktanks Centre for European Reform warnt, dass die zunehmende Konzentration der weltweiten Auto-, Maschinen- und Chemieproduktion in China die Innovationskraft traditioneller Industriestandorte schwächen könnte. Außerdem wachse damit Pekings Einfluss auf Berlin, weil China mit Lieferunterbrechungen drohen könne – ähnlich wie bei der Blockade von Exporten seltener Erden im Jahr 2025.

Dem Bericht zufolge könnte die zusätzliche Nachfrage, die durch deutsche Konjunkturprogramme nach der Lockerung der Schuldenbremse entsteht, am Ende eher chinesische Importe ankurbeln als die heimische Industrie in Deutschland stützen.

Die deutschen Exporte nach China gingen im Jahresvergleich um 9,7 Prozent zurück. Gleichzeitig stiegen die Importe chinesischer Waren wie Elektronik, Elektrofahrzeuge und Bauteile deutlich um 8,8 Prozent.

"China hat der deutschen Industrie bereits einen großen Teil des Geschäfts abgenommen – und bereitet sich darauf vor, noch mehr zu holen", heißt es in dem Bericht.

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