Emirates und Etihad nehmen nach der teilweisen Öffnung des regionalen Luftraums ihren Betrieb mit einem begrenzten Flugplan heute wieder auf.
Am Sonntagmorgen beobachteten Euronews-Korrespondenten in Doha mindestens sechs Passagiermaschinen von Airbus und Boeing beim Start. Zuvor hatte Qatar Airways die Wiederaufnahme eines begrenzten Flugbetriebs über einen sicheren Korridor angekündigt.
Die Starts vom Hamad International Airport tauchten nicht auf dem Luftfahrtportal Flightradar24 auf. Das deutet darauf hin, dass die Maschinen aus Sicherheitsgründen ohne eingeschaltete Transponder abhoben. Auf Flightradar24 war lediglich zu sehen, wie die Flieger kurz zum Start rollten; nur einer von ihnen zeigte Frankfurt als Ziel an.
Nach mehr als einer Woche mit Störungen im Luftraum wegen des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran bestätigte Qatar Airways am Sonntag die Durchführung mehrerer Rückführungsflüge. Sie starteten vom Hamad International Airport nach Amsterdam, Berlin, Frankfurt, London und Zürich.
Für Montag plant die Fluggesellschaft außerdem Flüge nach Doha aus Amsterdam, Berlin, Frankfurt, London, Zürich und Maskat.
Diese Flüge seien „nur für Passagiere, deren endgültiges Reiseziel Doha ist“, und stellten „keine Bestätigung für die Wiederaufnahme des regulären Linienbetriebs“ dar, hieß es in einer Mitteilung der Airline.
Bis zu achttausend Reisende sollen in Katar festsitzen. Die Regierung übernimmt nach eigenen Angaben die Hotelkosten und verlängert ihre Visa.
Auch Emirates und Etihad nehmen eingeschränkten Flugplan wieder auf
Emirates rechnet nach der teilweisen Wiederöffnung des regionalen Luftraums in den Vereinigten Arabischen Emiraten in den „kommenden Tagen“ mit einer Rückkehr zur vollen Kapazität. Die in Dubai beheimatete Airline fliegt derzeit noch nach einem reduzierten Flugplan und arbeitet daran, das gesamte Streckennetz wieder hochzufahren.
Am Donnerstag beförderte sie rund 30.000 Passagiere ab Dubai. „Die Fluggesellschaft geht davon aus, in den kommenden Tagen wieder hundert Prozent ihres Streckennetzes anbieten zu können, vorbehaltlich der Verfügbarkeit des Luftraums und der Erfüllung aller betrieblichen Anforderungen“, hieß es am Freitag in einer Erklärung von Emirates. „Sicherheit bleibt wie immer oberste Priorität, ebenso unsere Fürsorgepflicht gegenüber den Kunden.“
Fluggäste mit früheren Buchungen werden vorrangig umgebucht und sollen nur dann zum Flughafen fahren, wenn sie eine bestätigte Reservierung haben.
Ein Drohnenangriff in der Nähe der Hauptterminals des Dubai International Airport brachte am Samstagmorgen den Betrieb vorübergehend zum Stillstand, kurz nachdem Iran angekündigt hatte, keine Nachbarländer mehr ins Visier zu nehmen und sich für frühere Angriffe entschuldigt hatte. Augenzeugen berichteten von einer lauten Explosion und aufsteigendem schwarzem Rauch über dem Flughafen. Einige Stunden später lief der Betrieb wieder an.
Auch Etihad Airways hat von ihrem Drehkreuz, dem Zayed International Airport in Abu Dhabi, einen „eingeschränkten Flugplan“ wieder aufgenommen. Die Airline hat mehr als siebzig Ziele aufgeführt, die sie zwischen dem 6. und 19. März anfliegen will. „Gäste mit früheren Buchungen werden so schnell wie möglich auf diese Flüge umgebucht“, erklärte Etihad.
Riad-Flüge werden auf andere Flughäfen umgeleitet
Am Sonntagmorgen teilte Flightradar24 auf X mit, Flüge zum King Khalid International Airport in Riad in Saudi-Arabien seien in den vergangenen Stunden „auf andere Ziele umgeleitet oder zum Ausgangsflughafen zurückgekehrt“.
In einem Reisehinweis rief der Flughafen King Khalid International die Passagiere dazu auf, sich vor der Anreise direkt bei den Airlines über den aktuellen Status ihrer Flüge zu informieren.
Wegen der Störungen im regionalen Luftraum sind zahlreiche Flugrouten über dem Golf betroffen. Der Flughafen von Riad hat sich dadurch zu einem wichtigen Drehkreuz für Passagiere entwickelt, die die Region verlassen wollen. Einige Luftkorridore sind nur eingeschränkt oder mit geringerer Kapazität nutzbar, deshalb weichen Reisende aus dem gesamten Golfraum auf die saudische Hauptstadt aus, wo die Airlines Langstreckenverbindungen weiter anbieten.
Fluggesellschaften aktualisieren Flugpläne für den Nahen Osten
Virgin Atlantic setzt Rückführungsflüge von Dubai und Riad ein und rechnet damit, „alle Kunden, die sich derzeit im Ausland befinden, bis Anfang nächster Woche zurückgebracht zu haben“. Die Airline kündigte an, ihre Flüge von und nach Dubai nach dem Abflug von VS401 am Montag, dem 9. März, bis zum 28. März auszusetzen. Auch die Verbindung nach Riad pausiert Virgin Atlantic ab Sonntag, dem 8. März, zunächst „für zwei Wochen“.
British Airways setzt zusätzliche Flüge von Omans Hauptstadt Maskat nach London Heathrow ein. Sie sollen am 9., 10., 11. und 12. März jeweils um 2.30 Uhr Ortszeit starten. Die Airline betonte, diese Flüge seien für „BA-Kunden, die sich in Oman oder den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten und bereits eine Buchung besitzen“.
Auch Finnair bereitet Sonderflüge von Maskat nach Helsinki vor, um rund 1.200 derzeit in Dubai gestrandete Kunden zu befördern. Der erste Flug ist für Dienstag, den 10. März, geplant, weitere Verbindungen sollen im Laufe der Woche folgen.
Air Arabia hat unter dem Vorbehalt operativer und behördlicher Genehmigungen eine begrenzte Zahl von Flügen von und in die Vereinigten Arabischen Emirate wieder aufgenommen. Am 6. und 7. März sollen ausgewählte Verbindungen unter anderem nach Österreich, Ägypten, Äthiopien, Griechenland, Indien, Italien, Pakistan, Saudi-Arabien und in die Türkei starten.
Oman Air teilte mit, wegen anhaltender Sperrungen im regionalen Luftraum seien Flüge von und nach Amman, Dubai, Bahrain, Doha, Dammam, Kuwait, Kopenhagen, Bagdad und Chasab bis einschließlich Sonntag, 8. März, gestrichen.
Bei Gulf Air bleibt der Flugbetrieb vorübergehend ausgesetzt. Die Airline will ihre Dienste erst wieder aufnehmen, wenn die bahrainische Luftfahrtbehörde die sichere Wiederöffnung des betroffenen Luftraums bestätigt.
Saudia hat Flüge von und nach Amman, Kuwait, Dubai, Abu Dhabi, Doha, Bahrain, Moskau und Peschawar bis zum 6. März um 23.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MEZ) gestrichen.
Der Billigflieger Wizz Air hat alle Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi, Amman und Saudi-Arabien bis einschließlich 7. März ausgesetzt.
Turkish Airlines hat Flüge von und nach Bahrain, Dammam und Riad (Saudi-Arabien), Iran, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Syrien und in die Vereinigten Arabischen Emirate gestrichen.
Air France verfolgt die Lage in der Region eigenen Angaben zufolge „in Echtzeit“. Wegen geschlossener Lufträume hat die Airline die Aussetzung ihrer Flüge von und nach Dubai und Riad jedoch bis einschließlich 10. März und von und nach Tel Aviv und Beirut bis zum 11. März verlängert.
Die niederländische Fluggesellschaft KLM meidet derzeit den Luftraum über Iran, Irak und Israel sowie über mehrere Staaten in der Golfregion. Flüge in die Region, aus der Region oder mit Umstieg dort werden gestrichen oder angepasst. Die Verbindungen nach Tel Aviv fallen für den Rest des Winterflugplans aus; Flüge von und nach Dubai, Dammam und Riad sind bis zum 8. März ausgesetzt.
Die Airlines der Lufthansa Group – darunter Lufthansa, SWISS International Air Lines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways und Eurowings – haben ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 10. März ausgesetzt. Für Dammam gilt die Einschränkung ebenfalls bis zum 10. März, für Amman und Erbil bis zum 15. März. Flüge von und nach Tel Aviv fallen bis zum 22. März aus, diejenigen nach Beirut bis zum 28. März und nach Teheran bis zum 30. April. Die Verbindungen von und nach Larnaka auf Zypern sollen ab dem 7. März wieder aufgenommen werden.
Delta Air Lines hat ihre Flüge von New York nach Tel Aviv bis zum 8. März gestrichen. Die Verbindung von American Airlines zwischen Doha und Philadelphia ist „vorübergehend ausgesetzt“.
Air Canada erklärte, alle Flüge von und nach Dubai und Tel Aviv seien derzeit ausgesetzt und sollten am 23. März wieder anlaufen.
Garuda Indonesia, die nationale Fluggesellschaft des Landes, hat Flüge von und nach Doha „bis auf Weiteres“ vorübergehend eingestellt, wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärte.
Air China, China Southern und einige weitere chinesische Airlines nehmen dagegen Direktflüge nach Saudi-Arabien, Oman und in die Vereinigten Arabischen Emirate wieder auf. Air China ließ am Donnerstag erstmals wieder eine Maschine von Peking nach Riad starten, berichteten Staatsmedien. China unterstützt zudem die Evakuierung eigener Staatsbürger aus der Region und meldete am Mittwoch die Ankunft eines Flugzeugs aus Dubai mit 300 Passagieren an Bord. „Wir erinnern erneut daran, dass die Lage im Nahen Osten weiterhin komplex und ernst ist und mit erheblicher Unsicherheit einhergeht“, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning zu den Evakuierungen und Flügen.