Air China nimmt nach sechsjähriger Unterbrechung wieder Direktflüge nach Nordkorea auf. Nach der Rückkehr des Bahnverkehrs gilt das als wichtiger Schritt zur Öffnung des isolierten Landes.
China hat angekündigt, dass seine staatliche Fluggesellschaft Air China nach einer sechsjährigen Unterbrechung wieder Direktflüge nach Nordkorea aufnimmt. Zuvor waren bereits die Passagierzugverbindungen zwischen Peking und Pjöngjang wieder in Betrieb gegangen.
Das gilt als wichtiger Schritt, um Nordkorea, einen der abgeschottetsten Staaten der Welt, wieder näher an die internationale Gemeinschaft heranzuführen.
Seit Beginn der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 lagen die Verkehrsverbindungen zwischen beiden Hauptstädten auf Eis. Pjöngjang hatte die Grenzen damals nahezu hermetisch abgeriegelt.
Die nordkoreanische Fluglinie Air Koryo fliegt Peking bereits seit dem Jahr 2023 wieder an. Seit 2024 dürfen auch russische Reisegruppen ins Land. Dass nun auch chinesische Flug- und Zugverbindungen zurückkehren, werten Beobachter als wichtiges wirtschaftliches Signal. China ist seit Jahrzehnten Nordkoreas wichtigster Handelspartner sowie eine zentrale Stütze für Diplomatie und Wirtschaft in dem Land mit 26 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Vor der Pandemie reisten im Jahr 2019 nach Schätzung des südkoreanischen Instituts für internationale Wirtschaftspolitik rund 300.000 ausländische Besucher nach Nordkorea; etwa 90 Prozent davon kamen aus China. Entsprechend überrascht zeigte sich so mancher Beobachter in der Region über die lange Verzögerung bei der Wiederaufnahme des regulären Reiseverkehrs.
„Die Wiederöffnung der Grenzen folgt in erster Linie dem Fahrplan Pjöngjangs. Das stellt die überholte Annahme infrage, Peking gebe einem abhängigen Klientenstaat die Bedingungen vor“, erklärt Seong-Hyon Lee, Gastwissenschaftler am Asia Center der Harvard University.
Nordkoreas Atomambitionen belasten Verhältnis
China gilt zwar als wichtigster Verbündeter Pjöngjangs, äußert aber immer wieder Kritik an den anhaltenden Raketentests und den Atomplänen des Nordens. Das Verhältnis bleibt dadurch holprig; Expertinnen und Experten sehen ein nuklear bewaffnetes Nordkorea für China immer wieder als Belastung.
Im vergangenen September zeigte sich die Normalisierung der Beziehungen besonders deutlich: Kim Jong Un nahm in Peking gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin an einer großen Militärparade teil. Es war Kims erster Auftritt bei einer chinesischen Militärschau.
Lim Eul-chul, Nordkorea-Experte an der südkoreanischen Kyungnam-Universität, sieht vor allem den Krieg im Iran als Faktor, der „den Bedarf an engerer Abstimmung zwischen den beiden Staaten“ erhöht habe.