Geopolitische Spannungen, steigende Transportkosten, Inflation: Deswegen wollen die Franzosen laut einer Umfrage für den Tourismusverband in diesem Sommer weniger und sparsamer reisen.
Weniger weit, kürzer und vor allem billiger. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, einer weltweiten Energiekrise und einer Inflation, die auf die Kaufkraft drückt, schrauben die Franzosen ihre Urlaubspläne für den Sommer 2026 zurück.
Im Sinne vorsichtiger Haushaltsführung und der Suche nach Sicherheit planen weniger von ihnen eine Reise und bevorzugen Ziele in der Nähe, hauptsächlich in Frankreich. Urlaub in der Heimat war angesichts der Nähe zu Meer und Gebirge im eigenen Land allerdings auch vor den Krisenzeiten bei vielen beliebt.
Reiseabsichten gehen zurück. Ziel: Frankreich
Geopolitische Herausforderungen und Sicherheitsbedenken haben dennoch einen starken Einfluss auf die Entscheidungen der französischen Urlauber.
Laut einer Ifop-Studie, die im März 2026 für die Alliance France Tourisme durchgeführt wurde_,_ "planen 68% der Franzosen, mindestens eine Woche zu verreisen, was einem Rückgang von 9 Punkten gegenüber 2025 entspricht" und "nur 37% sind sich sicher, dass sie verreisen werden, gegenüber 50% im letzten Jahr, was einen Anstieg der Unsicherheit widerspiegelt".
Der Sommerurlaub behält jedoch einen wichtigen Platz in den Prioritäten der Haushalte.
"Diese Studie zeigt, dass die Reiseabsichten der Franzosen nicht zusammengebrochen sind, da ihnen der Urlaub nach wie vor sehr am Herzen liegt, dass aber die ersten Auswirkungen der aktuellen Situation allmählich spürbar werden, da Sicherheitsbedenken und zunehmende Haushaltszwänge zusammenwirken", betont der Präsident der Alliance France Tourisme, Dominique Marcel.
Angesichts der Unsicherheiten bevorzugen die Befragten Orte, die in der Nähe liegen, leicht zugänglich sind und als sicherer gelten: "71% wählen Frankreich, das sind +3 Punkte im Vergleich zu 2025, gegenüber 23% Europa und nur 9% Fernreiseziele", so die Studie.
Das Urlaubsbudget sinkt
Angesichts der Inflation wird die finanzielle Abwägung für viele Haushalte immer wichtiger, das Urlaubsbudget sinkt. Im Durchschnitt planen die Befragten, 1.530 Euro für ihren Sommerurlaub auszugeben. Das sind laut der Studie etwa 150 Euro weniger als 2025.
"Mehr als 50 % der Franzosen planen, bei verschiedenen Posten weniger auszugeben als im vergangenen Jahr: natürlich bei der Unterkunft, der Verpflegung, allen Ausgaben vor Ort. Und dies macht sich besonders bei den Ausgaben vor Ort bemerkbar, vielleicht sogar noch mehr als bei der Unterkunft. 60 % der Menschen gehen davon aus, dass sie diese Ausgaben kürzen werden", erläutert Dominique Marcel.
Kostengünstige Unterkunftslösungen durch Aufenthalte bei Verwandten werden ebenfalls bevorzugt und machen in diesem Jahr 31 % unter den Reiseabsichten aus, 2025 waren es nur 21 %.
Die Studie unterstreicht, dass es bei der Möglichkeit, im Urlaub zu vereisen, weiterhin starke sozialen Ungleichheiten gibt. "84 % der wohlhabenden Bevölkerungsgruppen haben vor, zu verreisen, während nur 58 % der unteren Einkommensgruppen eine Reise planen", so der französische Tourismusverband.