Trotz Protesten gegen Übertourismus bleiben die klassischen Urlaubs-Hotspots Europas übervoll. Neue Daten zeigen, wo hunderte Millionen Menschen Ferien machen.
Europa bleibt das Zentrum des weltweiten Tourismus. Jedes Jahr reisen Hunderte Millionen Menschen aus dem Ausland an und festigen den Kontinent als meistbesuchte Region der Welt.
Von Badeurlauben am Mittelmeer bis zu Kulturmetropolen: Daten zeigen, wo internationale Gäste auf dem Kontinent die meisten Nächte verbringen.
Zahlen der Europäischen Kommission zeigen, dass sechs europäische Länder zu den zehn meistbesuchten Staaten der Welt gehören. In Europa führen Spanien, Italien, die Türkei, Frankreich und das Vereinigte Königreich die Rangliste der beliebtesten Ziele an.
Dank Daten von Eurostat (Quelle auf Englisch) und dem britischen Statistikamt, ausgewertet von VisitBritain (Quelle auf Englisch), lässt sich erkennen, welche Regionen des Kontinents bei internationalen Reisenden besonders gefragt sind.
Im Jahr 2025 verzeichnete Europa laut Visual Capitalist (Quelle auf Englisch) mehr als 1,5 Milliarden Übernachtungen. 1950 waren es nach Angaben der Online-Reiseplattform Smarter Travel (Quelle auf Englisch) erst fünfundzwanzig Millionen.
Das passt zum weltweiten Reiseboom, der trotz der Unsicherheit in vielen Teilen der Welt anhält.
Aktuelle Berechnungen des World Travel & Tourism Council (Quelle auf Englisch) gehen davon aus, dass die Branche 2026 weltweit um rund 3,2 % wächst – stärker als die Weltwirtschaft insgesamt, für die 2,4 % erwartet werden. Reise- und Tourismuswirtschaft sollen 2026 rund 376 Millionen Arbeitsplätze sichern – also etwa jeden neunten Job weltweit.
Reiseziele empfangen weiter Millionen Gäste trotz Overtourism-Sorgen
Spanien bleibt nicht nur das beliebteste Reiseziel Europas, sondern der ganzen Welt. Das Land verbuchte 2025 fast 330 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste und lag damit klar vor Italien, das laut Eurostat knapp 265 Millionen Übernachtungen meldete.
Es folgen die Türkei und Frankreich, beide mit jeweils mehr als 150 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr.
Das Vereinigte Königreich gehört trotz des EU-Austritts weiter zu den Erfolgsstorys Europas. Es rangiert auf Platz fünf mit knapp 150 Millionen Übernachtungen im Jahr 2024. Für 2025 könnte die Zahl noch steigen, wenn VisitBritain die neuesten Statistiken veröffentlicht.
Dass Griechenland, Österreich, Kroatien, Deutschland und die Niederlande die Top Ten komplettieren, zeigt: Ein großer Teil des europäischen Tourismus bleibt saisonabhängig und konzentriert sich auf Länder mit gut ausgebauter Besucherinfrastruktur.
Spanien und Italien, aber auch Griechenland und Kroatien, sind bekannt für ihr warmes Klima im Sommer und in der Nebensaison sowie für ihre vielen Badeorte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten.
Trotz Protesten gegen Overtourism, vor allem in Spanien und Italien, bleiben die Menschen den Bilderbuchstränden und historischen Städten treu.
In Frankreich zieht nicht nur Paris unzählige Besucher an. Im Sommer reisen viele an die Côte d’Azur und in die Provence, in den kälteren Monaten pilgern Wintersportfans in die Alpen.
Die Rangliste zeigt zudem, dass nicht nur große Länder viele Gäste anziehen.
Österreich, ein Klassiker für den Winterurlaub, kam 2025 auf fast 100 Millionen Übernachtungen. Kroatien zählte im selben Jahr mehr als 85 Millionen Übernachtungen, viele davon entlang der malerischen Adriaküste.
Die vollständige Top-Ten-Liste der meistbesuchten Länder Europas nach internationalen Übernachtungen:
eins. Spanien: 329.661.068 Übernachtungen
zwei. Italien: 264.741.414 Übernachtungen
drei. Türkei: 154.799.879 Übernachtungen
vier. Frankreich: 150.753.829 Übernachtungen
fünf. Vereinigtes Königreich (Daten 2024): 149.803.000 Übernachtungen
sechs. Griechenland: 130.851.809 Übernachtungen
sieben. Österreich: 97.020.394 Übernachtungen
acht. Kroatien: 85.604.505 Übernachtungen
neun. Deutschland: 83.622.666 Übernachtungen
zehn. Niederlande: 64.311.055 Übernachtungen