Von Lufthansas Quietscheentchen aus der First Class bis zu KLMs Miniaturhäuschen: Solche Sammelstücke sind bei Luftfahrtfans weltweit heiß begehrt.
Für viele Vielflieger reichen gesammelte Meilen nicht aus – sie wollen etwas in der Hand haben, das ihren Status zeigt.
Gefragt sind daher Sammlerstücke der Airlines.
Von Amenity-Kits bis zu Sammelkarten – es gibt viele Möglichkeiten, die eigene Leidenschaft für die Luftfahrt zu zeigen.
Hier sind einige unserer Favoriten.
KLM: Miniaturhäuser in Delfter Blau
Die in den 1950er-Jahren eingeführten Miniaturhäuser in Delfter Blau gelten vielen als der Ursprung des heutigen Sammeltrends.
Business-Class-Gäste auf internationalen Strecken bekommen die kleinen Häuschen geschenkt. Gefüllt sind sie mit niederländischem Gin, dem Genever.
Jedes Jahr am siebten Oktober, dem Gründungstag der Airline, kommt ein neues Motiv hinzu. Derzeit erhalten Business-Class-Reisende eine Miniatur der Villa Rameau in Leiden, einem ehemaligen Küsterhaus aus dem Jahr 1645.
In diesem Jahr fiel die Wahl auf das Haus, um das bevorstehende zweihundertfünfzigjährige Unabhängigkeitsjubiläum der USA zu würdigen. Leiden in Südholland ist dafür bekannt, religiöse Flüchtlinge aufgenommen zu haben, darunter auch Pilger, die später mit der Mayflower in die heutigen Vereinigten Staaten segelten.
Lufthansa: Gummienten für die Erste Klasse
Wer bei Lufthansa in der First Class unterwegs ist, kann seit 2004 in den Lounges in Frankfurt und München eine thematisch gestaltete Gummiente mitnehmen.
Neben den klassischen Lufthansa-Enten gibt es Sondereditionen zu Anlässen wie dem Oktoberfest, Weihnachten oder sogar der FIFA-Fußballweltmeisterschaft.
Die Figürchen haben echten Sammlerwert und erzielen gebraucht teils hohe Summen…
Virgin Atlantic: Salz- und Pfefferstreuer in Flugzeugform
Virgin Atlantic führte die flugzeugförmigen Salz- und Pfefferstreuer 2002 ein. Die Streuer heißen liebevoll Wilbur und Orville, nach den Gebrüdern Wright – und sind im Lauf der Jahre in so manche Tasche gewandert.
Die Airline nahm sie 2011 sogar vorübergehend aus dem Bordservice. Ein Jahr später kehrten sie zurück, nun mit der Gravur „pinched from Virgin Atlantic“ auf der Unterseite.
Ein Sprecher von Virgin Atlantic sagte zu Euronews Travel: „Als wir den Trend vor vielen Jahren bemerkten, haben wir ihn mit einem Augenzwinkern aufgegriffen und die Worte ‚Pinched from Virgin Atlantic‘ auf die Unterseite der Streuer gesetzt. Seitdem gehören Wilbur und Orville fest zum Erlebnis Virgin Atlantic – und sind für viele unserer Kundinnen und Kunden zu begehrten Sammlerstücken geworden.“
Sammelkarten von US-Airlines
Viele US-Airlines haben Sammelkarten, die Passagiere direkt bei der Pilotin oder dem Piloten an Bord erfragen können.
Hawaiian Airlines etwa bietet für jeden seiner vier Flugzeugtypen eigene Karten: Boeing 717, Airbus A321neo, Airbus A330 und Boeing 787-9 Dreamliner. Darauf stehen interessante Fakten zum jeweiligen Modell, dazu bleibt Platz für die Unterschrift der Pilotinnen und Piloten.
Delta hat im vergangenen Jahr eine neue Sammelkartenserie zum hundertjährigen Bestehen der Airline vorgestellt.
Amenity-Kits in limitierter Auflage
Zu den schönsten Seiten der Business- und First-Class gehört für viele die Amenity-Tasche. Airlines arbeiten hier ständig mit neuen Kosmetikmarken zusammen und frischen das Angebot regelmäßig auf.
Viele Fluggesellschaften legen zusätzlich limitierte Serien auf – perfekt für Vielfliegerinnen und Vielflieger, die gern sammeln.
Ende des vergangenen Jahres brachte British Airways eigene Sets für die Flüge ab London Gatwick heraus. Britische Künstlerinnen und Künstler gestalteten dafür vier verschiedene Taschen.
Für diesen Sommer hat Etihad Airways zusammen mit der Pflegemarke LANEIGE skincare neue Kits vorgestellt. Die Taschen sind jeweils farblich an die angeflogene Stadt angelehnt.
Besonders auffällig sind jedoch die US-Soccer-Kits von American Airlines. Sie haben einen langen Schulterriemen und lassen sich nach der Landung wie eine normale Umhängetasche nutzen.
Uhren aus ausgemusterten Flugzeugen
Wer Luftfahrt wirklich liebt, kann mit AIM Watches buchstäblich ein Stück Flugzeuggeschichte am Handgelenk tragen.
Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründete Marke recycelt Flugzeug-Außenhaut aus aller Welt zu neuen Uhren, die in der Schweiz von Hand montiert werden.
Zu den aktuellen Limited Editions gehören das Modell Frankfurt aus einem Lufthansa-Airbus A380 und die Uhr Abu Dhabi, gefertigt aus der Außenhaut des ersten Airbus A380 von Etihad Airways.
Als Nächstes verarbeitet AIM Watches Material aus je einer British-Airways-Concorde und einer Air-France-Concorde. Stoff der Originalsitzbezüge fließt in die Lederarmbänder ein.
Von jedem Modell entstehen nur 30 Exemplare, und auf der Website von AIM Watches (Quelle auf Englisch) können Interessierte den Fortschritt des Projekts verfolgen.
Ein Highlight dürfte auch die Beta Series sein, die im kommenden Monat startet. Dafür nutzt die Marke Material der Maschine G-CIVP, die 2020 den Guinness-Weltrekord für den schnellsten Transatlantikflug eines Unterschall-Passagierjets aufgestellt hat.