Abseits des WM-Debüts locken die Kapverden mit frischem Seafood, endlosen Stränden und lebendiger Kultur – ein ideales Reiseziel.
Rund 500 Kilometer vor der Westküste Afrikas liegt Cabo Verde, ein Inselstaat, der in diesem Sommer Schlagzeilen macht: Zum ersten Mal hat er sich für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert.
Geografisch gehören die Inseln des Landes zu Makaronesien – der Name bedeutet „Inseln der Glückseligen“. Dazu zählen auch Madeira, die Kanarischen Inseln und die Azoren. Alle diese atlantischen Archipele sind für ihre ähnliche Vegetation und vulkanischen Landschaften bekannt.
Cabo Verde bereitet sich darauf vor, neben neun weiteren afrikanischen Ländern auf der größten Bühne des Fußballs anzutreten. Der Inselstaat hat damit gute Chancen, auch auf Ihrer Reiseliste zu landen – aus mehreren Gründen.
Wann ist die beste Reisezeit für Cabo Verde?
In dem Inselstaat scheint an rund 350 Tagen im Jahr die Sonne. Die Temperaturen liegen meist zwischen 21 °C und 29 °C.
Die Inseln kennen im Grunde nur zwei Jahreszeiten: den „tempo das brisas“, die Zeit der Winde von Oktober bis Mitte Juli, und den „tempo das chuvas“, die Regenzeit von August bis September.
Wer der Hitze entkommen will, reist am besten im Januar oder Februar. Dann kann das Thermometer auf bis zu 16 °C fallen. Wer höhere Temperaturen gut verträgt, kommt im September – dann klettern die Werte auf über 36 °C.
Welche Insel passt zu Ihnen?
Die Gesamtfläche von Cabo Verde umfasst 4.033 Quadratkilometer im Atlantik. Der Staat besteht aus zehn Hauptinseln, von denen neun bewohnt sind. Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, geprägt von der kreolischen Kultur.
Für Strandfans ist Sal – der Name bedeutet „Salz“ – besonders beliebt. Die Insel ist berühmt für ihr kristallklares, türkisfarbenes Wasser, helle Sandstrände und ein ganzjährig mildes Klima. Der Strand von Santa Maria gilt als eines der „Sieben Wunder von Cabo Verde“. Im Wasser lassen sich Delfine, Fischschwärme, Rochen und mit etwas Glück Muränen beobachten. Entlang des Strandes gibt es Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie zahlreiche Wassersportangebote und Ausflüge.
Abseits des Meeres bietet die Stadt Santa Maria auf Sal viele Aktivitäten. Beliebt sind Wanderungen vom Pontão de Santa Maria bis zum Strand von Ponta Preta. Hinzu kommen Golfplätze, Ausritte zu Pferd, Ziplines sowie Besuche im Botanic Garden Pachamama Eco Park oder im House of Culture Museum.
Wer statt Küste mehr Kultur sucht, ist auf der Insel São Vicente richtig. Sie besticht durch eine besondere Mischung afrikanischer, europäischer, portugiesischer und brasilianischer Einflüsse. In der Hauptstadt Mindelo liegt das Centro Cultural do Mindelo. Besucherinnen und Besucher können dort die „Seele von Cabo Verde“ erleben – mit Essen, Street Art, Kunsthandwerk, Nachtleben und Touren mit traditioneller Musik. Führungen gibt es auf Englisch, Französisch, Deutsch und Portugiesisch. Eine sechsstündige Insel- und Kulturtour kostet ab 130 €.
Anderswo im Archipel eignet sich die Insel Maio bestens für langsamere und ruhigere Ausflüge. Das Fremdenverkehrsamt von Cabo Verde (Quelle auf Englisch) empfiehlt das Fahrrad als bestes Verkehrsmittel, um die Strände, Buchten, Lagunen und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Insel in Ruhe zu erkunden.
Viele der Strände auf Maio sind zugleich Biosphärenreservate und geschützte Lebensräume. Jedes Jahr kommen Tausende Schildkröten an die warmen Sandstrände, um dort ihre Eier abzulegen. Besucherinnen und Besucher dürfen die Tiere nur in Begleitung eines Guides oder einer Biologin bzw. eines Biologen beobachten – etwa in Lagoa, Barreiro, Salinas Porto Inglês und Terras Salgadas.
Weitere Inseln von Cabo Verde sind Santiago, Fogo, Santo Antão, Brava, Boa Vista, São Nicolau und Santa Luzia.
Atlantik-Küche und Kreuzfahrtrouten
Von Postkartenstränden bis zum Esstisch: Cabo Verde erlebt man am besten mit allen Sinnen. Die Küche ist dabei ein zentraler Teil des Reiseerlebnisses.
Ein typisches Gericht ist „Cachupa“, ein kräftiger Eintopf. Verschiedene Sorten Fleisch wie Rind, Huhn, Thunfisch und Würste schmoren langsam mit Mais, Bohnen, Maniok, Karotten, Kohl, Grünkohl und Kürbis. Kein Wunder, dass das Essen vor Ort als „Festmahl der Inseln“ gilt.
Dank der atlantischen Gewässer rund um die Inseln spielt Fisch in der Küche eine große Rolle. Auf den Speisekarten stehen unter anderem Schwertfisch, Zackenbarsch, Stöcker, Makrelen, Schnapper und Lachs. Abenteuerlustige probieren Oktopus oder gegrillte Meeresschnecken, um den Geschmack des Meeres von Cabo Verde noch ursprünglicher kennenzulernen.
Kreuzfahrtrouten mit Stopps in den Häfen von São Vicente und Santiago eröffnen zudem weitere Reiseverläufe. Sie verbinden Cabo Verde mit anderen Zielen in Afrika, darunter Senegal und Gambia. Reedereien wie Royal Caribbean, MSC Cruises, Costa Cruises und Princess bieten Touren an, die Cabo Verde einschließen.
Unterkünfte: Wo man übernachtet
Der Reiseexperte Jake Cardigan vom Anbieter Archipelago Choice (Quelle auf Englisch) hat eine Liste seiner fünf Lieblingsunterkünfte in Cabo Verde zusammengestellt.
An erster Stelle nennt er die Terra Lodge auf der Insel São Vicente. Gäste können zwischen Standardzimmern und Suiten wählen; die Preise beginnen bei 85 € pro Nacht. Fernseher gibt es keine. Stattdessen locken eindrucksvolle Ausblicke über die Bucht von Mindelo. Cardigan beschreibt das Hotel als „Oase der Ruhe“ inmitten der geschäftigen Straßen einer kosmopolitischen Stadt. Gäste entspannen in Hängematten und genießen die Szenerie.
Auf Boa Vista empfiehlt er das Orquidea Guesthouse für Reisende, die einen „ruhigen und erholsamen Strandurlaub“ suchen. Die Unterkunft liegt nur einen Katzensprung vom Hauptort Sal Rei und rund 50 Meter vom Estoril-Strand entfernt. So haben Gäste schnellen Zugang sowohl zum Meer als auch zum Alltagsleben der Insel. Der Tag beginnt laut Cardigan mit einem leckeren kapverdischen Frühstück, gefolgt von einem Kaffee und einem Plausch mit den Papageien des Hauses, die „voller nützlicher Tipps sind, wo man gut essen kann“.
Außerdem empfiehlt er das Casa Cavoquinho auf Santo Antão, das Casa Marisa auf Fogo und das Barcelo Praia auf Santiago.
Wie man anreist
Die Inseln von Cabo Verde sind über vier internationale Flughäfen erreichbar:
- Amílcar Cabral International Airport, Insel Sal
- Nelson Mandela International Airport, Insel Santiago
- Aristides Pereira International Airport, Insel Boa Vista
- Cesária Évora International Airport, Insel São Vicente
Ein Nonstop-Hin- und Rückflug mit easyJet von Lissabon nach Boa Vista dauert rund vier Stunden und 20 Minuten. Im September beginnen die Preise bei 136 €. Direktflüge gibt es auch von anderen europäischen Städten wie London, Manchester, Brüssel und Porto mit easyJet und TAP Air Portugal.
Insgesamt verfügt das Land über sieben Flughäfen. Die übrigen drei dienen als nationale Drehkreuze für Inlandsflüge zwischen den Inseln mit der lokalen Fluggesellschaft Cabo Verde Airlines.