Der Global Passport Index bewertet, wie problemlos Menschen ohne Visum reisen können. Er analysiert außerdem die Attraktivität von Investitionen und die Lebensqualität.
Die fünfte jährliche Ausgabe des Global Passport Index (GPI) ist erschienen. Europa dominiert das Ranking erneut.
Neun der 10 stärksten Reisepässe weltweit stammen aus Europa. Einzige Ausnahme ist Singapur auf Rang 10, wie aus dem Global Passport Index (Quelle auf Englisch) von Global Citizen Solutions hervorgeht.
Anders als der Henley Passport Index, der ausschließlich darauf schaut, in wie viele Länder Inhaber eines Passes ohne Visum reisen können, bewertet der GPI auch Investitionsattraktivität und Lebensqualität.
Dafür analysierte Global Citizen Solutions (GCS) Faktoren wie Steuersystem, Innovationskraft, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Klima und soziale Infrastruktur.
„Europa beherrscht den Global Passport Index an der Spitze komplett, und diese Stärke beruht auf Ausgewogenheit, nicht auf einem einzelnen Vorteil“, sagte Patricia Casaburi, Geschäftsführerin von Global Citizen Solutions.
„Die neun stärksten Reisepässe der Welt im Jahr 2026 sind alle europäisch, angeführt von Schweden, der Schweiz und Finnland. Bemerkenswert ist, wie sie diesen Vorsprung erreichen.
Bei der reinen Reisefreiheit liegt Singapur vor allen, und bei der bloßen Anziehungskraft für Investoren können mehrere Golfstaaten und asiatische Staaten mithalten.
Europas Vorteil liegt anderswo: Es ist die einzige Region, die nahezu maximalen Zugang zur Welt mit der höchsten Lebensqualität verbindet – einem Faktor, den keine Regierung durch Abkommen oder Steueranreize künstlich schaffen kann.“
Beste Reisepässe weltweit
Schweden führt das Ranking an. Beim Mobilitätsindex liegt das Land auf Platz elf, bei der Investitionsattraktivität auf Rang neun und bei der Lebensqualität auf Platz zwei.
Dahinter folgt die Schweiz. Sie steht beim Mobilitätsindex auf Platz sieben, bei Investitionen auf Rang zwei und bei der Lebensqualität auf Platz 36.
Platz drei geht an Finnland. Beim Mobilitätsindex liegt es auf Rang vier, bei Investitionen auf Platz 28, bei der Lebensqualität aber an der Spitze.
Deutschland belegt Rang vier. Es steht beim Mobilitätsindex auf Platz 15, bei Investitionen auf Rang 20 und bei der Lebensqualität auf Platz drei.
Die Top fünf komplettieren die Niederlande und Dänemark, die sich Platz fünf teilen.
Zur Top 10 gehören außerdem Irland, das Vereinigte Königreich, Norwegen und Singapur.
Beim Vereinigten Königreich weist GCS auf die Folgen des Brexit für die visafreie Reisefreiheit hin.
„Der britische Reisepass hat während des gesamten Betrachtungszeitraums seine Position in der globalen Top 10 behauptet und liegt 2026 insgesamt auf Rang acht, gestützt auf eine Lebensqualitätsbewertung, die zu den besten weltweit zählt“, sagte Casaburi.
„Für einen Pass mit einem solchen Status ist sein Mobilitätsrang jedoch auffallend bescheiden – etwa Platz 30 und damit weit entfernt von der Elitegruppe, zu der er sonst gehört. Diese Lücke ist das stille Markenzeichen des Brexit.
Der Index misst visafreies Reisen, bei dem der britische Reisepass weiterhin stark abschneidet. Er bildet jedoch nicht ab, was tatsächlich verloren ging: das automatische Recht für Bürgerinnen und Bürger des Vereinigten Königreichs, in 27 europäischen Staaten zu leben, zu arbeiten und sich niederzulassen.“
GCS verweist außerdem darauf, dass die USA unter den G7-Staaten den stärksten Rückgang über fünf Jahre verzeichnet haben. 2021 lagen sie noch auf Platz eins und erzielten die höchste Gesamtpunktzahl in der Geschichte des GPI (96,45). 2025 fielen sie auf Rang 14 zurück und erholten sich in diesem Jahr wieder auf Platz zwölf.
Diese Entwicklung geht auf eine Reihe bilateraler Wiedereinführungen von Visapflichten zurück. Dazu gehört auch Brasilien, das im vergangenen April die Visumpflicht für US-Bürgerinnen und -Bürger wieder eingeführt hat.
Global Passport Index 2026: Top 10
- Platz eins: Schweden
- Platz zwei: Schweiz
- Platz drei: Finnland
- Platz vier: Deutschland
- Platz fünf (geteilt): Niederlande
- Platz fünf (geteilt): Dänemark
- Platz sieben: Irland
- Platz acht: Vereinigtes Königreich
- Platz neun: Norwegen
- Platz zehn: Singapur