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Polnischer Landwirt pflügt Asphalt mit Traktor um: Mehrjährige Haftstrafe droht

Am Freitag fuhr ein 60-jähriger Bauer mit einem Traktor der Marke Ursus auf eine frisch asphaltierte Straße in Gliwice und pflügte rund 200 Meter auf.
Am Freitag fuhr ein 60-jähriger Landwirt mit einem Ursus-Traktor auf eine frisch asphaltierte Straße in Gliwice. Dort pflügte er mit dem Pflug rund 200 Meter Belag um. Copyright  Komenda Miejska Policji w Gliwicach
Copyright Komenda Miejska Policji w Gliwicach
Von Tomasz Lezon
Zuerst veröffentlicht am
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Ein 60-jähriger Landwirt aus Polen sitzt in Haft: Er soll mit seinem Traktor mutwillig frisch verlegten Asphalt in Gliwice im Süden Polens, in der Woiwodschaft Schlesien, zerstört haben. Ihm drohen bis zu acht Jahre Gefängnis.

Am Freitag ist ein 60 Jahre alter Landwirt mit seinem Traktor auf eine frisch asphaltierte Straße in Gliwice gefahren und hat rund 200 Meter der neuen Fahrbahn umgepflügt.

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Nach Angaben der Stadtpolizei Gliwice meinte der Mann, die Straße gehöre ihm und die Bauarbeiten seien illegal. Er soll außerdem angekündigt haben, die Fahrbahn erneut zu zerstören. Die Beamten nahmen ihn fest.

Am Sonntag erhob die Staatsanwaltschaft Gliwice-West gegen den 60-Jährigen den Vorwurf der Sachbeschädigung von erheblichem Wert. Die Ermittler beantragten beim Amtsgericht Gliwice eine dreimonatige Untersuchungshaft. Zur Begründung führten sie an, dass auf die Tat eine Freiheitsstrafe von mehreren Jahren stehen kann.

„Die Untersuchungshaft hat das Gericht mit der hohen Freiheitsstrafe begründet, die dem Beschuldigten real droht (die obere Grenze des Strafrahmens liegt bei mehr als acht Jahren Freiheitsentzug), sowie mit der Möglichkeit, dass er rechtswidrige Schritte unternehmen könnte, um sich dieser Strafe zu entziehen“, teilte das Bezirksgericht Gliwice mit.

Das Gericht gab außerdem an, dass der Schaden auf rund 300.000 Złoty (fast 70.000 Euro) geschätzt wird.

Landwirt beharrt: Straße gehört ihm

Nach Angaben der Regionalstaatsanwaltschaft Gliwice hat der Mann eingeräumt, den frisch verlegten Asphalt umgepflügt zu haben. Bei der Vernehmung wiederholte er seine Argumentation: Das Gelände mit der Straße sei sein Eigentum. Die Unterlagen der Ermittler zeigen jedoch, dass das Grundstück der lokalen Selbstverwaltung gehört.

„Der hohe Grad des Verschuldens zeigt sich darin, dass der Beschuldigte geplant und überlegt gehandelt hat und für die Zerstörung der Straße landwirtschaftliche Geräte eingesetzt hat, die ihm die Erreichung seines Ziels garantierten. Der hohe Grad der sozialen Schädlichkeit der Tat ergibt sich daraus, dass die Bewohner der umliegenden Häuser seit vielen Jahren auf die Sanierung und den Bau der nun zerstörten Straße warten und die Folgen dieses Verhaltens alle Einwohner von Gliwice treffen, die nun erhebliche Kosten für den Wiederaufbau der Straße tragen müssen“, erklärte die Regionalstaatsanwaltschaft Gliwice.

Die Polizei stellte fest, dass der 60-Jährige bei seiner Festnahme nüchtern war. Sein Traktor wurde auf einen Polizeiparkplatz abgeschleppt. Dabei kam heraus, dass das Fahrzeug keine vorgeschriebene Haftpflichtversicherung hatte.

Hoher Schaden

Auch die Stadtpräsidentin von Gliwice, Katarzyna Kuczyńska-Budka, äußerte sich zu dem Vorfall. Wie sie erklärte, wurde nicht nur die Asphaltdecke zerstört, sondern auch der Unterbau der Straße. In sozialen Netzwerken veröffentlichte die Präsidentin ein Video, das den Moment zeigt, in dem der Landwirt mit seinem Traktor die frisch aufgebrachte Fahrbahn umpflügt. Sie betonte zudem, dass es nicht das erste Mal sei, dass der Mann öffentliches Eigentum beschädigt habe.

Darüber hinaus veröffentlichte die städtische Straßenverwaltung (ZDM) eine Stellungnahme zu Berichten, nach denen die Straße im Gliwicer Stadtteil Ostropa teilweise der Stadt und teilweise dem Landwirt gehören soll.

„Die Straße gehört vollständig der Stadt Gliwice. Es handelt sich weder um eine Privatstraße noch um eine Straße, von der irgendein Teil einer Privatperson gehört. (…) Unzutreffend sind auch die Behauptungen, die fehlende Zustimmung eines privaten Eigentümers habe Einfluss auf die Durchführung der Sanierung oder das Aufbringen des Asphalts gehabt“, betonte die Stadtverwaltung.

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