Von den warmen Stränden Fuerteventuras und Madeiras bis zu den verschneiten Landschaften Kappadokiens und der Bayerischen Alpen locken diese Reiseziele zu Winterurlaub ohne Trubel.
Europa ist vor allem für seine Sommerferien bekannt, „Eurosummer“ gehört für viele Reisende zu den Höhepunkten des Jahres. Im Winter bietet der Kontinent jedoch ganz andere Auszeiten – von verschneiten Abenteuern unter dem Nordlicht bis zu sonnigen Inseltrips.
Nun ist ein neuer Reiseführer zu den besten Zielen für den Winter erschienen. Er stellt Orte vor, an denen man der Kälte komplett entflieht oder sie bewusst sucht – und gleichzeitig ruhige Städte ohne Menschenmassen erlebt.
Das sind laut Lonely Planet die zehn attraktivsten Reiseziele in Europa für den kommenden Winter.
Kappadokien, Türkiye
Im Winter gibt es zwar weniger Tageslicht, um die spektakulären Felsformationen und in den Stein gehauenen Häuser Kappadokiens zu bewundern. Dafür hat die Nebensaison klare Vorteile.
Die Übernachtungspreise sinken, und die Besuchermengen werden kleiner – ideal, um die Höhlenkirchen im Göreme Open Air Museum zu erkunden oder das Kloster von Keşlik zu bestaunen.
Heißluftballonfahrten, eine der größten Attraktionen Kappadokiens, fallen im Winter bei ungünstigen Bedingungen gelegentlich aus, etwa wenn Schnee auf den Felsen liegt. Es gibt jedoch viele Aktivitäten für kühlere Tage in den Felsen selbst, und ein Besuch im Hammam wärmt nach einem langen Tag unterwegs wieder auf.
Fuerteventura, Kanarische Inseln, Spanien
Wer den Sommer noch nicht ganz loslassen möchte, findet auf Fuerteventura eine der besten Adressen für Wintersonne in Europa.
Während ein Großteil des Kontinents nach Wärme lechzt, erreicht die zweitgrößte Kanareninsel selbst im Januar durchschnittliche Höchstwerte von 21 °C. Tage lassen sich am Playa del Matorral, in den Dünen des Naturparks Corralejo oder am wilden, abgelegenen Strand von Cofete verbringen.
Neben einigen der schönsten Strände Europas spielt hier auch Wohlbefinden eine große Rolle: Yoga, Meditation und Tai-Chi unter freiem Himmel lassen sich mühelos mit frischer Meeresluft verbinden.
Eryri (Snowdonia), Wales
Im Winter zeigt Eryri, auch Snowdonia genannt, in Wales seine wilde Seite: schneebestäubte Berge, Wasserfälle und uralte Wälder bieten eindrucksvolle Wanderkulissen.
Bei geführten Winterwanderungen lernen Besucher alles Wichtige zu Sicherheit und Orientierung in den Bergen. Wer Lust auf Abenteuer unter Tage hat, erkundet die ehemaligen Minen der Region per Zipline, Kletterroute oder sogar mit einem Boot tief im Inneren des Berges.
Das National White Water Centre bleibt ganzjährig geöffnet – für alle, die sich in die wilden Stromschnellen wagen.
Bilbao, Spanien
Bilbao ist im Winter häufig kühl und regnerisch, mit Höchstwerten um zwölf °C. Trotzdem lohnt sich ein Besuch in der lebendigen Stadt im Baskenland.
In der Nebensaison sind die Preise niedriger, sodass mehr Budget für Pintxos bleibt. Das Guggenheim Museum, das Museo de Bellas Artes und das Kulturzentrum Azkuna Zentroa mit seinem ganzjährig geöffneten Dachpool bieten reichlich Programm unter Dach.
Wer den Alltag der Stadt erleben möchte, schlendert durch das mittelalterliche Casco Viejo und macht auf der Plaza Nueva eine Pintxos-Tour – hier gibt es einige der besten baskischen Häppchen.
Madeira, Portugal
Madeira eignet sich hervorragend als Winterzuflucht: Die Temperaturen steigen im Februar auf rund 20 °C, und die Sonne zeigt sich häufig.
Die kühleren Monate eignen sich ideal für Wanderungen entlang der berühmten Levadas der Insel, für einen Poncha – einen Cocktail auf Zuckerrohrschnapsbasis – oder für Streifzüge über Märkte und durch Gärten von Funchal. Abenteuerlustige probieren Trailrunning, Mountainbiken oder Canyoning.
Besonders sehenswert sind Funchal, die historische Hauptstadt Madeiras, und das malerische Fischerdorf Câmara de Lobos, einst ein Lieblingsort des verstorbenen Winston Churchill.
Côte d’Azur, Frankreich
Die Côte d’Azur steht zwar für Sommerglamour, doch im Winter lässt sich die Mittelmeerküste deutlich ruhiger erleben.
Leere Buchten und wenig Verkehr machen diese Zeit ideal, um die Altstadt von Nizza, den Hafen von Monaco und die dramatische Küstenlinie zwischen Menton und Saint-Tropez zu erkunden – ohne die sommerlichen Menschenmassen.
Das besondere Mikroklima sorgt zudem dafür, dass die Winter hier milder ausfallen als in vielen anderen Teilen Frankreichs.
Bayerische Alpen, Deutschland
Die Bayerischen Alpen wirken im Winter noch märchenhafter: schneebedeckte Gipfel, zugefrorene Seen und Schlösser, die an „Frozen“ erinnern.
Besucher können das berühmte Schloss Neuschwanstein im Schnee erleben, die mittelalterliche Altstadt von Füssen erkunden und sich in einer traditionellen bayerischen Gastwirtschaft aufwärmen. Bei passenden Bedingungen eignen sich die umliegenden Wege perfekt für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren, gefrorene Seen laden zum Eislaufen ein.
Santorini, Griechenland
Santorini ist im Sommer oft überfüllt, im Winter zeigt die berühmte griechische Insel jedoch eine deutlich ruhigere Seite.
Da wesentlich weniger Kreuzfahrtschiffe und Besucher anlegen, eignet sich der Winter besonders gut, um durch die engen Gassen von Oia und Fira zu bummeln. Die Temperaturen erreichen rund 14 °C – für Strandtage zu kühl, aber ideal, um die spektakuläre Caldera, die berühmten Sonnenuntergänge und deutlich günstigere Hotelpreise zu genießen.
Zu beachten: Nur wenige internationale Flüge steuern die Insel in den Wintermonaten an, sie bleibt aber über eine tägliche Fährverbindung ab Athen erreichbar. Einige Hotels schließen zudem für die Saison.
Alentejo, Portugal
Der Winter eignet sich bestens, um Portugals Region Alentejo zu entdecken. Klare Himmel, sanfte Hügel und Weinberge bieten eine ruhige Alternative zu den großen Touristenströmen.
Als Ausgangspunkt bietet sich das UNESCO-geschützte Évora mit seiner historischen Altstadt an. Von dort folgen Reisende der Alentejo-Weinroute zu Weingütern rund um Estremoz und Monsaraz.
Im Winter sind die Übernachtungskosten niedriger – perfekt für ein paar Tage mit Weinproben und herzhaftem regionalem Essen.
Lyon, Frankreich
Frankreichs zweitgrößte Stadt ist ein Paradies für Genussmenschen. Von Michelin-Sterne-Restaurants bis zu traditionellen Bouchons servieren Lokale klassische Lyoner Küche, darunter Pilze aus St-Bonnet-le-Froid und erstklassige Käsesorten.
Der Winter eignet sich besonders gut für einen Besuch: In den stimmungsvollen Traboules der Stadt lässt sich der Kälte entkommen, Märkte bieten kulinarische Entdeckungen, und gemütliche Restaurants laden zum Verweilen ein.
Unbedingt probieren sollte man lokale Charcuterien, Fromagerien, Chocolatiers und Bäckereien. Die Alpen liegen zudem nur einen Katzensprung entfernt – ideal, um den Aufenthalt in Lyon mit einem Skiurlaub zu verbinden.