Skandinavien gilt als Klassiker für kühle Sommerferien. Doch ein neues Ranking zeigt: Die Alpen locken ebenso. Spitzenreiter ist die Region Mont Blanc, insgesamt belegen Alpendestinationen vier Plätze in den Top zehn.
Naheliegend wäre es, für eine aktive europäische „Coolcation“ nach Skandinavien zu reisen. Ein neues Ranking zeigt jedoch, dass die Alpen mindestens genauso verlockend sind.
Der Sommer geht nach Monaten mit Rekordhitze zu Ende. Neue Daten zeigen, dass die Suche nach sogenannten „Coolcations“ im Jahresvergleich um 74 Prozent gestiegen ist. 65 Prozent der Urlauber geben inzwischen an, Reisen in der heißesten Zeit des Jahres lieber zu meiden.
Wer trotzdem in der Hochsaison unterwegs ist, steuert häufig Ziele an, an denen sich die Hitze besser ertragen lässt.
Die Untersuchung von SportsCover Direct (Quelle auf Englisch) stuft die besten europäischen Ziele für eine aktive Coolcation ein. Bewertet wurden unter anderem Sommertemperaturen, Luftfeuchtigkeit sowie Wander- und Radwege, jeweils mit einer Punktzahl bis 100.
Die französische Mont-Blanc-Region landet mit einem Indexwert von 73,7 auf Platz eins. Insgesamt sichern sich Ziele in den Alpen vier Plätze unter den Top zehn und überholen viele nordische Regionen, die traditionell als kühle Sommerzufluchtsorte gelten.
Das österreichische Tirol liegt auf Rang fünf. Dahinter folgen der Nationalpark Hohe Tauern in Österreich und das Wallis in der Schweiz auf den Plätzen acht und neun.
Das überrascht kaum: Weltweit haben Google-Suchen nach „Alpensommer“ im Jahresvergleich um 222 Prozent zugenommen. Ein Grund dafür ist das gute Wegenetz und die leichte Erreichbarkeit vieler alpiner Regionen.
Der französische Alpenort Chamonix am Fuß des Mont Blanc bietet allein 217 Wander- und Radwege pro 100km². Damit gehört er zu den dichtesten Netzen unter allen untersuchten Destinationen.
Ein ähnlich dichtes Wegenetz weist Tirol auf: 178 Wege pro 100km².
Aktive Coolcations: Wohin sich die Reise sonst noch lohnt?
Für Skandinavien ist das dennoch keine schlechte Bilanz.
Das schwedische Åre mit dem Jämtlandsgebirge belegt mit 65,1 Punkten Rang zwei. Die norwegischen Lofoten-Inseln kommen auf Platz sieben.
Trotz ihrer spektakulären Landschaft schneiden die Inseln bei der Erreichbarkeit schlechter ab. Ihre Lage nördlich des Polarkreises macht die Anreise aufwendig.
In den nordischen Ländern spielt zudem die Luftfeuchtigkeit eine größere Rolle. Dort ist es deutlich feuchter als in den Alpen. Auf den Lofoten lag die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im August bei 82 Prozent. In der Mont-Blanc-Region und im Wallis beträgt sie 74 Prozent. Ähnliche Temperaturen wirken dadurch spürbar unangenehmer.
Großbritannien und Irland bringen ebenfalls drei Regionen in die Top zehn und punkten mit sehr angenehmen Temperaturen, selbst in der Hochsaison.
Die schottischen Highlands liegen im Gesamtvergleich auf Rang drei. Der Nationalpark Eryri (Snowdonia) in Wales belegt Platz vier, Connemara in Irland Platz zehn.
Besonders die Highlands und Snowdonia profitieren von einer seltenen und begehrten Kombination: angenehme Temperaturen, dichte Wegenetze und eine sehr gute Erreichbarkeit.
Im August liegt die Durchschnittstemperatur in den Highlands bei nur 13,6 Grad. Zudem gibt es dort 211 Wander- und Radwege pro 100km².
Snowdonia verfügt über noch mehr Wege, nämlich 28 pro 100km² – ein Wert, der mit den am besten erschlossenen Alpenorten konkurrieren kann.
Top zehn Reiseziele für aktive Coolcations
- Mont-Blanc-Region, Frankreich – 73,7
- Åre & Jämtlandsgebirge, Schweden – 65,1
- Schottische Highlands, Schottland – 60,9
- Nationalpark Eryri (Snowdonia), Wales – 58,0
- Tirol, Österreich – 57,6
- Französische Pyrenäen, Frankreich – 53,9
- Lofoten-Inseln, Norwegen – 53,1
- Nationalpark Hohe Tauern, Österreich – 51,1
- Wallis, Schweiz – 49,0
- Connemara, Irland – 47,2