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Nostalgie im Zelt: Warum Sommerlager für Erwachsene angesagtester Reisetrend sind

Sommerferienlager gehören für viele einfach zum Erwachsenwerden.
Für viele gehört das Sommerferienlager einfach zum Erwachsenwerden dazu. Copyright  Brooklyn Morgan
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Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Neuer Trend: Sommerlager für Erwachsene erobern Europa: draußen sein, aktiv werden und gemeinsam etwas erleben stehen im Mittelpunkt.

Lagerfeuer, S’mores über der Glut und Freundschaften fürs Leben – bei vielen wecken Sommercamps Erinnerungen an unbeschwerte Tage. Aber was wäre, wenn man diese Erlebnisse als Erwachsene*r noch einmal leben könnte?

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In den USA gibt es Sommercamps mit Übernachtung für Erwachsene schon seit einiger Zeit. Jetzt ist dieser Trend der Ferienlager für Große auch in Europa angekommen.

Er bedient den wachsenden Wunsch, „allein mit Fremden“ zu reisen, und das Bedürfnis, in einer zunehmend digitalen Gesellschaft wieder im echten Leben Freundschaften zu schließen.

Warum Sommercamps für Erwachsene boomen

EF Ultimate Break (Quelle auf Englisch), ein internationaler Gruppenreiseveranstalter für junge Erwachsene, startet in diesem Sommer ein einwöchiges Sommercamp für Erwachsene in den Schweizer Alpen.

Das Angebot richtet sich laut Unternehmen an Gen Z und Millennials, die „überall der Nostalgie hinterherjagen“.

„Die Welt steht gerade vor vielen Herausforderungen, und wir erleben bei Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern eine starke Sehnsucht nach der Einfachheit der Kindheit“, sagt Alyssa Sands, Director of Tour Development bei EF Ultimate Break.

„Sommercamps gehören für viele ganz selbstverständlich zum Aufwachsen. Die Vorstellung, dieses Gefühl als Erwachsene*r noch einmal zu erleben – Aktivitäten, die für einen geplant werden, viel Zeit draußen, Freundschaften, die ganz nebenbei entstehen –, trifft einen Nerv.“

Freundschaften im echten Leben

Erste Erfahrungen deuten darauf hin, dass EF mit seinem Konzept ins Schwarze trifft.

Letzten Sommer postete Content Creator Allison Wolf ein Reel (Quelle auf Englisch) über ihre „träumerische und magische“ Zeit im Camp Château, einer reinen Frauenversion im Süden Frankreichs.

Fünf Tage später war das Camp für 2025 offiziell ausgebucht – und rund 11.000 Interessentinnen standen auf der Warteliste.

„Wir haben Camp Château mit der Idee geschaffen, dass man anreisen kann, ohne an sich arbeiten zu müssen“, sagte CEO und Mitgründerin Philippa Girling Euronews Travel. „Man kann einfach entspannen, sich sein Programm selbst zusammenstellen und genau das tun, was Freude, Ruhe und ein bisschen Erholung bringt.“

Die Idee ist auch, andere Frauen kennenzulernen – aber auf natürliche Weise, ohne Druck. So etwas wird in einer Welt voller Videocalls und Online-Freundschaften immer seltener.

Die Unterkunft besteht aus geteilten Mehrbettzimmern mit Einzelbetten im Château oder aus Glamping-Zelten für zwei Personen. Gegessen wird jeden Abend gemeinsam in der Grand Hall, davor gibt es eine Apéro-Stunde für alle, die bei einem Drink ins Gespräch kommen möchten.

CampJoli, untergebracht in einem Château in der Provence, verfolgt ein ähnliches Konzept nur für Frauen.

„Als ich alleine zu CampJoli gefahren bin, wusste ich nicht, was mich erwartet“, heißt es in einem Erfahrungsbericht auf der Website. „Was ich nicht erwartet hatte: dass ich von wunderbaren Frauen umgeben sein würde, mit denen ich großartige Gespräche geführt habe, die mich inspiriert und unterstützt haben und mir so viel Liebe geschenkt haben.“

Was passiert in einem Sommercamp für Erwachsene?

EF will das klassische Sommercamp-Gefühl neu aufleben lassen: frische Bergluft, neue Sportarten, „Freundschaften, die ganz mühelos entstehen – so wie in den Sommern der Kindheit“. Nur eben etwas luxuriöser. Statt Zelten gibt es Ski-Chalets, und anstelle von Sirupgetränken fließt lokaler Wein.

Das einwöchige Programm im August teilt sich auf zwei Orte auf: zwei Nächte in Lausanne am See und vier Nächte im Bergort Engelberg.

Auf dem Programm stehen Kajakfahren auf Alpenseen, Ziplining durch Wälder, Wanderungen zu Bergkäsereien und abendliche Runden mit S’mores unter dem Sternenhimmel.

Im CampJoli können Gäste morgens Yoga machen, meditative Spaziergänge unternehmen, Brot backen, Wildkräuter sammeln und bei Tanzabenden feiern. Camp Châteaux bietet Wahlkurse ohne Teilnahmezwang – etwa Drucktechniken, Mixology, Reiten oder Filmabende.

Zu den Aktivitäten gehören Kajaktouren auf Alpenseen, Ziplining durch Wälder, Wanderungen zu Bergkäsereien und gemeinsame S’mores unter dem Sternenhimmel. 
Zu den Aktivitäten gehören Kajaktouren auf Alpenseen, Ziplining durch Wälder, Wanderungen zu Bergkäsereien und gemeinsame S’mores unter dem Sternenhimmel.  Tegan Mierle

Das erinnert zwar an Retreats, doch Sands sieht einen wichtigen Unterschied.

„Im Kern geht es bei einem Camp um aktive, praktische Erlebnisse“, sagt sie. „Wandern, Schwimmen, Workshops, Kletter- und Seilparcours, Dinge ausprobieren, die man noch nie gemacht hat.

„Ein Retreat richtet sich eher nach innen. Im Camp geht es darum, draußen zu sein, sich zu bewegen und gemeinsam als Gruppe etwas zu unternehmen.“

Das klingt nach der perfekten Dosis Nostalgie. Wer dabei sein will, muss jedoch deutlich mehr bezahlen als für das klassische Ferienlager der Kindheit.

Beim Camp Château beginnen Frühbucherpreise für 2027 bei 2.520 € pro Person für fünf Nächte. EF ruft für Camp Ultimate ab 2.999 US-Dollar (etwa 2.590 €) für sechs Nächte auf – in beiden Fällen ohne Flüge.

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