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Von Berlin bis Teneriffa: Alle Ziele, die Ryanair ab 2026 nicht mehr anfliegt

Bei Sonnenuntergang am Flughafen Wrocław in Polen steht eine Ryanair-Maschine.
Bei Sonnenuntergang steht ein Ryanair-Flugzeug am Flughafen Wrocław in Polen. Copyright  fotoinformator pl/ Pexels
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Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Ryanair kappt 2026 zahlreiche wichtige Routen, von Frankreich bis Belgien. Gründe sind steigende Flughafenentgelte und Luftverkehrssteuern.

2025 fällt für Ryanair groß aus. Europas Billigflieger hat wichtige Änderungen und Ankündigungen vorgelegt. Die Winterflugpläne werden deutlich ausgebaut, vor allem in Großbritannien, Finnland und Italien. Neu sind Verbindungen von London nach Murcia und von Rovaniemi ins Vereinigte Königreich. Zudem will die Airline mehr Passagiere gewinnen und stärker in Basen wie Bologna investieren.

Es gab aber auch Gegenwind. Boeing liefert weiter verspätet, wobei Ryanair-Chef Michael O’Leary dem Management vorwarf, „wie kopflose Hühner herumzulaufen“. Die jüngste Entscheidung, gedruckte Bordkarten schrittweise abzuschaffen, stößt ebenfalls auf erheblichen Widerstand.

Am schwersten wiegt jedoch die Entscheidung, im kommenden Jahr zahlreiche Strecken zu streichen, quer durch große Ziele wie Spanien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Portugal und mehr.

Unterm Strich könnten rund drei Millionen Plätze wegfallen. Für kleinere Städte würden Verbindungen und Reisekomfort spürbar leiden.

Hier die Orte, die 2026 von den Kürzungen betroffen sind.

Welche Deutschland-Strecken streicht Ryanair 2026?

Im Oktober 2025 kündigte Ryanair an, für den Winter 2025/2026 insgesamt 24 Deutschland-Verbindungen zu streichen. Das entspricht fast 800.000 Plätzen.

Bislang sind neun Flughäfen betroffen, darunter Hamburg, Berlin, Köln, Memmingen, Frankfurt-Hahn, Dresden, Dortmund und Leipzig. Der Betrieb in Leipzig, Dresden und Dortmund bleibt auch 2026 über den Winter hinaus ausgesetzt.

Welche weiteren Flughäfen im Jahresverlauf betroffen bleiben, ist noch offen.

Ryanair verweist auf hohe Gebühren für Flugsicherung und Sicherheit, auf die deutsche Luftverkehrsteuer und auf zahlreiche Änderungen an Flughäfen. Die Regierung schade damit der Wettbewerbsfähigkeit, so die Kritik.

„Deutschlands extrem hohe Zugangskosten stehen im krassen Gegensatz zu Ländern wie Irland, Spanien und Polen, die keine Luftverkehrsteuern erheben, sowie zu Schweden, Ungarn und Regionen in Italien, wo diese Steuern gestrichen und Zugangskosten gesenkt werden, um Verkehr, Tourismus, Jobs und die wirtschaftliche Erholung zu fördern“, teilte die Airline im Oktober mit.

„Deutschland gehört deshalb weiterhin zu den schwächsten Luftverkehrsmärkten in Europa und liegt erst bei 88 Prozent des Vorkrisen-Niveaus.“

Ryanair wirft der Bundesregierung außerdem vor, Zusagen zur Senkung der Luftverkehrsteuer zurückgenommen zu haben, anders als andere große EU-Staaten.

Die Abgaben sollen den massiven Klimaeffekt des Fliegens berücksichtigen und Reisende zu umweltfreundlicheren Alternativen wie Zügen bewegen.

Ryanair will zudem Kapazität aus Deutschland in Länder mit niedrigeren Kosten verlagern und warnt vor weiteren Kürzungen und Rückzügen, falls sich die Lage nicht bessert.

Greift die Regierung ein und löst die Probleme, will die Airline die Kapazität wieder erhöhen.

Welche Spanien-Strecken streicht Ryanair 2026?

Ryanair kündigte auch für Spanien Kürzungen im kommenden Jahr an. Nach rund einer Million weniger Plätzen im Winter 2025 folgt im Sommer 2026 eine weitere Reduktion um etwa 1,2 Millionen Plätze in regionalen Gebieten Spaniens.

Das beinhaltet das Aus für alle Flüge nach Asturien sowie nach Vigo. Die Basis in Santiago de Compostela wird geschlossen. Für Santander und Saragossa reduziert Ryanair die Kapazität weiter und kürzt Verbindungen zu den Kanaren.

Alle Flüge nach Teneriffa Nord sind in diesem Winter gestrichen. Die Basis in Jerez, die in dieser Saison ebenfalls geschlossen wurde, bleibt 2026 zu. Gleiches gilt für Valladolid: Alle Flüge sind eingestellt, die Ryanair-Basis dort ist seit Winter 2024 geschlossen.

Auslöser sind andauernde Konflikte mit dem Flughafenbetreiber Aena über starke Steuer- und Gebührensteigerungen sowie aus Sicht von Ryanair „illegale Gepäckstrafen“ der spanischen Regierung – gemeint ist das Vorgehen von 2024 gegen zusätzliche Handgepäckgebühren.

Nach Ansicht von Ryanair macht das regionale Flughäfen in Spanien weniger konkurrenzfähig als günstigere Alternativen in Marokko und Italien.

„Aenas Monopolansatz bei der Preisgestaltung besagt, dass kleine, wenig genutzte Regionalflughäfen ähnlich hohe Sätze verlangen sollen wie stark ausgelastete Hauptflughäfen wie Madrid, Barcelona, Palma und Málaga. Daher verlagert Ryanair Sitzplatzkapazität an diese größeren spanischen Flughäfen, wo Nachfrage und Tarife höher sind“, erklärte die Airline im Oktober.

Außerdem wechselt Ryanair zu anderen günstigeren Airports in Kroatien, Marokko, Italien, Schweden und Albanien, wo Regierungen Flughafengebühren und Umweltsteuern senken.

Wettbewerber wie Vueling, Binter, Iberia und Wizz Air springen bereits in die Lücke. Sie bieten viele der gleichen Routen an und verringern so Unannehmlichkeiten für Passagiere deutlich.

Welche Frankreich-Strecken entfallen nächstes Jahr?

Frankreich dürfte 2026 ebenfalls betroffen sein. Im Winter 2025 hat die Airline bereits 750.000 Plätze und 25 Strecken nach Frankreich gestrichen, nachdem alle Verbindungen nach Bergerac, Brive und Straßburg gestoppt wurden. Auslöser waren vor allem höhere französische Luftverkehrssteuern.

Wenige Monate später kündigte Ryanair im Dezember an, Flüge nach Bergerac im Sommer 2026 wieder aufzunehmen – nach Gesprächen mit den französischen Behörden. Verbindungen nach Brive und Straßburg bleiben ausgesetzt.

Die Airline warnt dennoch vor weiteren Streichungen in Frankreich im Jahr 2026.

„Ryanair wird im Sommer 2026 französische Regionalflughäfen verlassen“, sagte der Chief Commercial Officer Jason McGuinness dem Pariser Wirtschaftsmagazin „Challenges“. Offizielle Details, welche zusätzlichen Regionalflughäfen betroffen sind, stehen noch aus.

Welche Belgien-Strecken streicht Ryanair 2026?

Ryanair nimmt für den Winter 2026/27 in Brüssel und Charleroi 20 Routen und rund eine Million Plätze aus dem Programm.

Der Hauptgrund ist eine neue belgische Luftverkehrssteuer, die die Abgabe pro Passagier auf zehn Euro verdoppelt. Zusätzlich könnte Charleroi lokale Steuern erheben.

Betroffen sind Ziele wie Mailand-Bergamo, Barcelona, Lissabon, Rom-Ciampino, Krakau und Mallorca, unter anderem. Die Entscheidung reduziert die belgische Kapazität von Ryanair um rund 22 Prozent; zudem zieht die Airline fünf Flugzeuge aus den Basen Zaventem und Charleroi ab.

„Will die Regierung Belgiens Wirtschaft wirklich wiederbeleben, sollte sie diese schädliche Luftverkehrssteuer abschaffen, um mehr Verkehr und Tourismus zu erzeugen, nicht sie verdoppeln“, erklärte die Airline Anfang Dezember.

„Ryanair ruft Premierminister De Wever und seine Regierung erneut auf, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen, sonst bricht der belgische Verkehr ein und die Preise steigen, genau wie in Österreich und Deutschland, wo Regierungen die Zugangskosten wiederholt erhöht haben.“

Welche Ryanair-Strecken werden in Portugal gestrichen?

Ryanair streicht ab Ende März kommenden Jahres alle sechs Routen von und zu den Azoren. Davon sind pro Jahr rund 400.000 Fluggäste betroffen. Das entspricht einem Minus von etwa 22 Prozent der Ryanair-Kapazität in Portugal und trifft auch Städte wie Porto und Lissabon.

Hauptgründe sind erhöhte Gebühren der Flugsicherung durch den Betreiber ANA (Vinci) sowie EU-Abgaben wie das Emissionshandelssystem (ETS), das Kurzstrecken zu Zielen wie den Azoren und Madeira belastet, während längere Strecken ausgenommen bleiben.

Eine neue Reiseabgabe von zwei Euro in Portugal, die laut Ryanair im Vergleich zu anderen EU-Ländern kontraproduktiv ist, kommt noch hinzu.

Portugals Betriebskosten steigen seit Monaten. Zusätzlich erschweren mehrere Streiks von Flughafenmitarbeitern die Lage.

„Traurigerweise hat das ANA-Monopol keinen Plan, die günstige Konnektivität zu den Azoren zu steigern. ANA hat in Portugal keine Konkurrenz und konnte daher ohne Sanktionen die Gebühren erhöhen und Monopolgewinne erzielen – zu einer Zeit, in der konkurrierende EU-Flughäfen ihre Gebühren senken, um Wachstum anzuschieben“, teilte Ryanair Ende November mit.

„Die portugiesische Regierung muss eingreifen und sicherstellen, dass ihre Flughäfen, ein zentraler Teil der nationalen Infrastruktur – besonders in einer Inselökonomie wie den Azoren –, den Menschen in Portugal nützen und nicht einem französischen Flughafenmonopol.“

ANA weist diese Vorwürfe eines Monopolmissbrauchs entschieden zurück. Der Dialog bleibe offen, die Gebühren auf den Azoren seien niedrig.

Kürzungen bei Ryanair-Flügen in Bosnien und Serbien

Auch in Bosnien und Serbien plant Ryanair für den Sommer 2026 Kürzungen. Kapazitäten werden in Regionen mit höherer Sommernachfrage verlagert, etwa nach Kroatien.

Dazu gehört die Streichung von sechs wöchentlichen Abflügen ab Banja Luka. Übrig bleiben zwei wöchentliche Rotationen zu den Verbindungen nach Wien, Memmingen und Baden-Baden.

In Niš fallen zwei wöchentliche Flüge weg, je einer nach Wien und nach Malta.

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