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O'Leary warnt: Zwei oder drei europäische Airlines drohen Winterpleiten

Ryanair-Maschine landet in Italien
Ryanair-Flugzeug in Italien Copyright  Photo by Lucas Davies on Unsplash
Copyright Photo by Lucas Davies on Unsplash
Von Dianne Apen-Sadler
Zuerst veröffentlicht am
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Der wortgewaltige Chef von Europas größter Airline nennt vor allem Wizz Air und airBaltic als gefährdet und warnt vor möglichen Pleiten.

Ryanair-Chef Michael O’Leary rechnet damit, dass bis zum Jahresende zwei oder drei europäische Fluggesellschaften wegen der explodierenden Ölpreise pleitegehen könnten.

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Der streitbare Chef der größten europäischen Airline sagte, der Iran-Krieg habe Ryanair allein im April zusätzliche 50 Millionen Dollar (42,6 Millionen Euro) an Treibstoffkosten eingebrockt.

„Wenn der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt, könnten im Oktober oder November zwei oder drei europäische Airlines bankrottgehen“, sagte er der italienischen Zeitung Il Sole 24 Ore (Quelle auf Englisch). „Dazu zähle ich Wizz Air, die mich zwar verklagen will, dafür aber keine Zeit mehr haben wird, und airBaltic.“

Für Ryanair sei das „gut fürs Geschäft“, weil es dann weniger Konkurrenz gebe.

Wizz Air weist die Vorwürfe zurück. Euronews Travel hat bei airBaltic um eine Stellungnahme gebeten.

Lettisches Parlament genehmigt 30-Millionen-Kredit für airBaltic

Anfang des Monats hat das lettische Parlament, die Saeima, einen kurzfristigen Kredit über 30 Millionen Euro (Quelle auf Englisch) für airBaltic beschlossen, um „die negativen Auswirkungen des Konflikts in der Nahost-Region auf die finanzielle Lage des Unternehmens abzumildern“.

Der Kredit muss bis zum 31. August dieses Jahres zurückgezahlt werden.

airBaltic ist Lettlands nationale Fluggesellschaft und mehrheitlich im Besitz des lettischen Staates. Die Lufthansa Group hält zudem einen Minderheitsanteil von 10 %.

Die Airline hat ihr Hauptdrehkreuz in Riga. Sie betreibt aber auch Hubs in Estlands Hauptstadt Tallinn, in Litauens Hauptstadt Vilnius und im finnischen Tampere.

airBaltic bedient vor allem Kurzstrecken zu Zielen in Europa, dazu kommen einige Verbindungen nach Nordafrika und in den Nahen Osten.

„Völlig unwahr und falsch“: Wizz Air kontert

Wizz Air bezeichnet O’Learys Aussagen als „völlig unwahr und falsch“.

„Wizz Air hat eine starke Bilanz, erhebliche Liquidität und finanziert seine Flugzeuge 18 Monate im Voraus. Leasinggesellschaften und andere Geldgeber konkurrieren intensiv um jede Gelegenheit“, erklärte eine Wizz-Air-Sprecherin in einer Mitteilung an Euronews Travel.

„Unser Geschäft steht auf einem klar stabilen Fundament. Wizz Air gehört zu den am besten gegen schnell schwankende Treibstoffpreise abgesicherten Airlines der Branche. Unsere Flotte besteht bereits zu 75 % aus Flugzeugen der A320neo-Familie; das verschafft uns durch deutlich geringeren Treibstoffverbrauch und höhere Effizienz einen strukturellen Kostenvorteil gegenüber jeder anderen Airline in Europa. Außerdem pflegt Wizz Air seit Langem enge Beziehungen zu führenden Leasinggebern und Herstellern und setzt seine Flottenstrategie ohne Unterbrechung um.

Wir bauen unsere Präsenz in Italien und anderen wichtigen Märkten weiter schnell aus. Unser Fokus liegt dort, wo er hingehört: auf den niedrigsten Ticketpreisen, der jüngsten und treibstoffeffizientesten Flotte und auf dem Service für Millionen unserer Kundinnen und Kunden!“

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air unterhält Basen in Budapest, Bukarest und London Luton und fliegt mehr als 200 Ziele weltweit an.

O’Leary stellt die langfristige Überlebensfähigkeit von Wizz Air nicht zum ersten Mal infrage.

Schon 2019 nannte er Wizz Air in einem Interview mit The Mail On Sunday (Quelle auf Englisch) als eine von mehreren europäischen Airlines, die seiner Meinung nach in den kommenden Jahren übernommen werden.

Seitdem hat er solche Prognosen immer wieder wiederholt, bis zu dem Punkt, an dem Wizz-Air-CEO József Váradi in einem Interview mit G7 (Quelle auf Englisch) scherzte: „Ich glaube, wir sind mit ihm schon mindestens zehnmal in die Insolvenz gegangen.“

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