Von smarter Passagiersteuerung bis sparsamen Triebwerken: Diese Technik soll Flughäfen effizienter machen.
Wie werden Flughäfen in Zukunft aussehen?
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona standen Flughäfen in dieser Woche im Mittelpunkt. In einem neuen Messebereich präsentierten Firmen das Konzept eines „Airport of the Future“.
Künstliche Intelligenz (KI) gilt dabei als Schlüsseltechnologie, denn der Luftverkehr wird immer dichter.
Ein selbstfahrender Roboter transportiert Passagiere und ihr Gepäck durch die Terminals. Dahinter steht die Vision, dass müde Reisende einfach auf einen autonomen Buggy steigen und direkt zu ihrem Gate gefahren werden.
Das Unternehmen ALBA Robot erklärt, seine KI-gesteuerten Fahrzeuge erkennen ihre Umgebung, weichen Hindernissen aus und wählen den effizientesten Weg.
Die Roboter fahren bereits an einigen Flughäfen in Frankreich und Italien. In Großbritannien und den Vereinigten Staaten testet man sie noch, so das italienische Start-up ALBA Robot.
KI kann auch Menschen und Fahrzeuge auf dem Flughafengelände erfassen und verfolgen. So lassen sich Passagierströme besser steuern.
Das französische Unternehmen Outsight hat dafür eine Software entwickelt, die Bewegungen von der Eingangshalle bis zum Gate analysiert und Prognosen erstellt. Flughäfen sollen damit effizienter werden.
Mithilfe von KI und sogenannten digitalen Zwillingen vergibt das System für jedes bewegte Objekt eine eindeutige Kennung. In nachgebildeten Flughafenszenarien lässt sich dann zum Beispiel ablesen, wie viele Reisende den klassischen Check-in und die Gepäckaufgabe nutzen und wie viele nach einem Online-Check-in direkt zur Sicherheitskontrolle weiterlaufen.
Die Daten sollen helfen, Überfüllung zu vermeiden, Wartezeiten zu verkürzen und Passagierende dazu zu bringen, mehr Zeit in Geschäften sowie in Gastronomiebereichen zu verbringen – und dort mehr Geld auszugeben.
„Das Operationsteam an Flughäfen oder an jedem anderen Standort kann genau sehen, was morgen auf es zukommt. Haben sie genug Personal eingeplant oder nicht? Was passiert, wenn sie zu viele Leute einstellen, aber zu wenige Fluggäste unterwegs sind?“, sagt Eduardo De La Espriella, Marketing-Teamleiter bei Outsight.
Ein digitaler Zwilling ist ein hochdetailliertes Simulationsmodell, das ein physisches Objekt oder eine reale Umgebung nachbildet. Outsight betont, dass personenbezogene Daten anonym bleiben. Fachleute warnen jedoch seit Längerem, dass die Technik nicht fehlerfrei ist: Simulationen können ungenau sein, und Datenschutzprobleme verschwinden nicht automatisch, nur weil Daten anonymisiert werden.
Andere Technologien für den Flughafen der Zukunft sollen Fluggesellschaften zudem helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.
Nach Angaben des französischen Tech-Unternehmens Waltr entstehen rund die Hälfte der CO₂-Emissionen eines Flughafens, wenn Flugzeuge noch am Boden stehen.
Waltr hat ein System entwickelt, das Flugzeuge beim Rollen und am Gate überwacht und so erkennt, wann Kerosin unnötig verbraucht wird. Dafür nutzt das Unternehmen ein Netz spezialisierter Kameras, die erfassen, wo und wie Treibstoff eingesetzt wird.
So kann das System frisch gelandete Crews auffordern, beim Rollen nur noch ein Triebwerk zu nutzen und damit Kerosin zu sparen. Oder es schlägt Alarm, wenn eine Hilfsturbine an Bord ohne Not weiterläuft.
Nach Firmenangaben läuft die Technik bereits an ersten Flughäfen.
Die Nachfrage nach Reisen zieht deutlich an. Nach Zahlen des Internationalen Luftverkehrsverbands IATA stieg der internationale Verkehr im vergangenen Jahr um sieben Komma eins Prozent und dürfte in diesem Jahr weiter kräftig zulegen.