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Schweden: Elektronisches Überwachungsarmband gegen Kinder-Kriminalität

Kinder und Jugendliche unter einer Eisenbahnbrücke im schwedischen Flen, 30. August 2018
Kinder und Jugendliche unter einer Eisenbahnbrücke im schwedischen Flen, 30. August 2018 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Kriminelle Banden in Schweden rekrutieren zunehmend Kinder, weil diese bis zum Alter von 15 Jahren nicht strafmündig sind. Kinder, die riskieren, angeworben zu werden, sollen künftig elektronisch überwacht werden - zur eigenen Sicherheit.

Schweden hat an diesem Donnerstag die Einführung elektronischer Armbänder zur Überwachung von Kindern angekündigt, die Gefahr laufen, von kriminellen Banden rekrutiert zu werden. Dies ist die jüngste Maßnahme der Regierung, die darauf abzielt, gegen die tödliche Bandengewalt vorzugehen.

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Die Behörden könnten die Armbänder Kindern und Jugendlichen ab 13 Jahren zuweisen, so die Regierung. Sie schätzt, dass etwa 50 bis 100 Jugendliche überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie die von den Sozialdiensten festgelegten Ausgangssperren einhalten.

Kriminelle Banden in Schweden rekrutieren zunehmend Kinder und Jugendliche, um Morde und andere Gewalttaten zu begehen. Denn den Minderjährigen droht keine Gefängnisstrafe, wenn sie erwischt werden, da das Alter für die Strafmündigkeit bisher bei 15 Jahren lag.

Ab dem 1. Juli wird das Alter auf 13 Jahre herabgesetzt, und zwar für Straftaten, die mit mindestens vier Jahren Gefängnis bestraft werden.

Das schwedische Parlament in Stockholm, 17. April, 2024
Das schwedische Parlament in Stockholm, 17. April, 2024 AP Photo

Das elektronische Armband soll wie eine Uhr oder ein Armband aussehen, damit es nicht so offensichtlich oder stigmatisierend ist wie eine Fußfessel, die für verurteilte Straftäter verwendet wird, erläuterte Sozialministerin Camilla Waltersson Gronvall gegenüber Reportern.

Sie sagte, es gebe 173 Kinder unter 15 Jahren, die im Verdacht stünden, an Morden oder Mordkomplotten beteiligt zu sein.

Darüber hinaus gab es im vergangenen Jahr 52 so genannte Beweisverfahren gegen Kinder. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem ein Gericht entscheidet, ob ein Kind, das noch nicht strafmündig ist, schuldig ist, aber nicht bestraft wird.

Der Vorschlag für die elektronischen Armbänder wurde von Kinderrechtsorganisationen, dem schwedischen Nationalen Rat für Verbrechensverhütung und UNICEF kritisiert, die alle ihre Besorgnis über die bürgerlichen Freiheiten von Kindern zum Ausdruck gebracht haben.

Die schwedische Polizei darf seit Oktober 2025 die elektronische Kommunikation von Kindern unter 15 Jahren abhören.

Schwedische Polizei im Zentrum von Uppsala, 29. April 2025
Schwedische Polizei im Zentrum von Uppsala, 29. April 2025 AP Photo

"Wenn Kinder Gefahr laufen, in die Fänge von Schwerverbrechern zu geraten, brauchen wir mehr Instrumente, um sie zu schützen", erklärte hingegen Waltersson Gronvall.

"Die elektronische Überwachung sollte in ernsten Situationen eingesetzt werden, um ein destruktives Muster rechtzeitig zu durchbrechen und die Sicherheit des Kindes zu gewährleisten", bekräftigte sie.

Schwedens rechte Minderheitsregierung, die von den rechtsextremen Schwedendemokraten unterstützt wird, hat im Vorfeld der Parlamentswahlen am 13. September eine Reihe von Vorschlägen zur Eindämmung von Kriminalität und Einwanderung durchgesetzt.

Weitere Quellen • AFP

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