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Antwort auf Chinas Dominanz: EU und USA schließen Rohstoffpakt trotz Zollstreit

Außenminister Marco Rubio und der EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, Maros Sefcovic, am Freitag, 24. April 2026, im Außenministerium in Washington.
Außenminister Marco Rubio und der EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, Maros Sefcovic, am Freitag, 24. April 2026, im Außenministerium in Washington. Copyright  AP Photo/Rod Lamkey, Jr.
Copyright AP Photo/Rod Lamkey, Jr.
Von Emma De Ruiter
Zuerst veröffentlicht am
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EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sagte, mit der Absichtserklärung "werden wir unsere Ziele viel schneller erreichen als bisher".

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten unterzeichneten am Freitag ein Abkommen zur Koordinierung der Versorgung mit kritischen Mineralien, die für Schlüsselindustrien – einschließlich der Verteidigungsindustrie – benötigt werden.

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US-Außenminister Marco Rubio und EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič unterzeichneten im "Treaty Room" des Außenministeriums in Washington eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft für kritische Mineralien.

Rubio erklärte im Vorfeld der Unterzeichnung, das Engagement der Europäischen Union zeige "die Bedeutung von Lieferketten und kritischen Mineralien für den Erfolg unserer Volkswirtschaften und für unsere nationale Sicherheit".

Zugleich betonte Rubio, die übermäßige Konzentration dieser Ressourcen sowie deren Dominanz durch ein oder zwei Standorte stelle ein inakzeptables Risiko dar.

"Wir brauchen Vielfalt in unseren Lieferketten – Vielfalt bei den Orten, an denen diese Ressourcen weltweit gefördert werden", fügte Rubio hinzu.

Šefčovič bekräftigte die Bedeutung der Vereinbarung: "Ich glaube, dass wir gemeinsam noch strategischer vorgehen werden. Wir werden unsere Ziele viel schneller erreichen als bisher. Und natürlich werden wir in diesem sehr wichtigen Bereich noch stärker zusammenwachsen."

Außenminister Marco Rubio und der EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, Maroš Šefčovič, im Außenministerium, Freitag, 24. April 2026, in Washington.
Außenminister Marco Rubio und der EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit Maroš Šefčovič am Freitag, 24. April 2026, im Außenministerium in Washington. AP Photo/Rod Lamkey, Jr.

Der Dominanz Chinas entgegentreten

Der Pakt gilt als seltenes Bekenntnis der Regierung von Präsident Donald Trump zur Rolle der EU, die sie zuvor wiederholt kritisiert hat, während sie zugleich rechtspopulistische Kräfte in Europa unterstützt.

In Zeiten geopolitischer Spannungen hat Peking seine wirtschaftliche Macht demonstriert und die Ausfuhr wichtiger Mineralien eingeschränkt, die für Produkte wie Halbleiter, Batterien für Elektrofahrzeuge und Waffensysteme benötigt werden.

"Wir müssen sicherstellen, dass diese Lieferungen und Mineralien für unsere Zukunft verfügbar sind und nicht an einem Ort monopolisiert oder stark konzentriert werden", so Rubio.

Die Partner wollen zudem die Koordinierung von Subventionen und strategischen Lagerbeständen für kritische Mineralien vorantreiben, gemeinsame Standards entwickeln, um den Handel innerhalb der westlichen Staaten zu erleichtern, und verstärkt gemeinsam in Forschung investieren.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte bereits zuvor eine Präferenzhandelszone für kritische Mineralien unter Verbündeten gefordert.

Zudem stellte Washington Aktionspläne für kritische Mineralien mit Mexiko und Japan vor sowie einen Versorgungsrahmen mit Australien und weiteren Staaten.

Positive Bewegung" bei US-Stahlzöllen erforderlich

Die EU strebt weitere Fortschritte bei der Abmilderung der Auswirkungen der US-Stahlzölle an, sagte Maroš Šefčovič. Die Gespräche gingen "in eine positive Richtung".

Ziel sei es zudem, die Haltung der EU gegenüber Drittländern im Stahlhandel stärker an die der USA anzugleichen.

Mit US-Handelsminister Howard Lutnick "haben wir vereinbart, diese Arbeit auf technischer Ebene zu beschleunigen", sagte Šefčovič vor Reportern.

Die transatlantischen Handelsbeziehungen bleiben jedoch angespannt.

Seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus im vergangenen Jahr sind europäische Hersteller von 50-prozentigen US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte betroffen.

Zwar einigten sich Brüssel und Washington im vergangenen Sommer darauf, die US-Zölle auf die meisten EU-Waren auf 15 Prozent zu begrenzen, doch Stahl- und Aluminiumprodukte blieben davon ausgenommen.

Obwohl die US-Regierung die Anwendung ihrer Stahlzölle kürzlich vereinfacht hat, gebe es weiterhin Probleme mit einzelnen Produkten auf der Liste, sagte Maroš Šefčovič.

"Es wäre sehr wichtig, dass wir in diesem Bereich Fortschritte erzielen", fügte er hinzu.

Šefčovič betonte zudem, dass sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Europäische Union mit Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt konfrontiert seien. Er verwies auf die jüngste Entscheidung der EU, die Zölle auf importierten Stahl zu erhöhen, um die eigene Industrie vor chinesischen Billigexporten zu schützen.

"Als nächsten Schritt wollen wir gemeinsam mit den USA die Arbeit an einer stärkeren Abschirmung des Stahlmarktes aufnehmen und unsere Ansätze gegenüber Drittländern angleichen", sagte Šefčovič.

Dies solle dazu beitragen, einen "Abwehrmechanismus gegen subventionierten Stahl und globale Überkapazitäten" aufzubauen, so Šefčovič.

Weitere Quellen • AP, AFP

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