Laut dem medizinischen Zentrum befolgte das Krankenhauspersonal bei der Blutabnahme eines zuvor von der MV Hondius evakuierten Hantavirus-Patienten das strenge Protokoll nicht.
Zwölf Beschäftigte des Universitätsklinikums Radboudumc in Nijmegen in den Niederlanden sind vorsorglich in Quarantäne gegangen. Sie hatten bei der Behandlung eines Hantavirus-Patienten ein falsches Verfahren angewandt, teilte das Krankenhaus am Montagabend in einer Mitteilung mit.
Der Patient war am 7. Mai nach der Evakuierung vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius in das Krankenhaus gebracht worden. Beim Abnehmen von Blut hielten sich die Mitarbeitenden an ein Standardverfahren. Eigentlich wäre wegen der "Art des Virus" ein strengeres Protokoll vorgeschrieben gewesen.
Nach Angaben des Krankenhauses hielten sich die Beschäftigten zudem beim Entsorgen des Urins des Patienten nicht an die neuesten internationalen Vorgaben.
Die Beschäftigten bleiben nun für sechs Wochen in präventiver Quarantäne, "obwohl das Infektionsrisiko gering ist", wie die Klinik erklärte. Auch der Hantavirus-Patient befindet sich in Quarantäne.
"Wir bedauern, dass dies in unserem Universitätsklinikum passiert ist. Wir werden den Ablauf der Ereignisse sorgfältig untersuchen, um daraus zu lernen und zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt", sagte Bertine Lahuis, Vorstandsvorsitzende des Radboudumc.
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat sich am Dienstag auf den Rückweg in die Niederlande gemacht. Zuvor waren im Rahmen einer seit Sonntag laufenden Großevakuierung die letzten Passagiere von Bord gegangen.
Die letzte Gruppe von 28 Evakuierten fuhr mit gecharterten Bussen zum Flughafen Teneriffa Süd und bestieg zwei Flüge, die am frühen Dienstagmorgen in den Niederlanden landeten.
An Bord eines Flugzeugs saß vor allem die Besatzung: 17 Filipinos, ein Niederländer und ein Deutscher sowie ein britischer Arzt und zwei Epidemiologen.
Die Evakuierten trugen Gesichtsmasken, als sie aus dem Ambulanzflugzeug stiegen. Sie hielten weiße Tüten mit ihren Habseligkeiten in den Händen und gingen in das Terminal des Flughafens Eindhoven.
Mindestens sieben Evakuierte wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation positiv auf das Hantavirus getestet, bei einer achten Person gilt eine Infektion als "wahrscheinlich".
Drei Menschen sind gestorben, nachdem das seltene Virus, das sich normalerweise unter Nagetieren verbreitet, an Bord der MV Hondius entdeckt wurde. Der Fund löste einen weltweiten Gesundheitsalarm aus.
Es gibt bislang weder Impfstoffe noch gezielte Behandlungen gegen das Virus. Gesundheitsbehörden betonen jedoch, das Risiko für die Allgemeinheit sei gering, und weisen Vergleiche mit der COVID-19-Pandemie zurück.
Nach Angaben des Betreibers sollte das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff am Sonntagabend in Rotterdam eintreffen. Dort stehen umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen an.