Pont Neuf erneut verhüllt: Künstler JR verwandelt den ältesten Pariser Brückenbau in eine Höhleninstallation und lässt Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.
Der Countdown läuft: Der Künstler JR hat den Pont Neuf in Beschlag genommen.
Bis zum sechsten Juni soll sich die älteste Brücke von Paris in eine Höhle verwandeln.
La Caverne du Pont Neuf (Quelle auf Französisch)ist der Titel seines monumentalen Werks: 120 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch.
Für den Künstler geht es darum, „das Rohe und das Wilde zu konfrontieren“ und „einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen“.
Manche Pariser sind begeistert, andere eher zurückhaltend.
„Ich mag es, wenn Paris lebt, und offenbar wird das ein sehr schönes Ereignis“, schwärmt ein Mann Anfang dreißig vor der alten Brücke, die derzeit renoviert wird.
„Ich bin ein bisschen enttäuscht, im Moment löst das bei mir noch keine Begeisterung aus“, meint dagegen eine Pariserin missmutig.
La Caverne du Pont Neuf steht allen offen, rund um die Uhr, drei Wochen lang.
Es ist ein immersives Werk: JR hat das frühere Daft-Punk-Mitglied Thomas Bangalter damit beauftragt, dort die Klangwelt zu gestalten.
Die monumentale Arbeit von JR folgt vierzig Jahre nach dem Projekt von Christo und Jeanne-Claude, dem Künstlerpaar, das den Pont Neuf damals vollständig in Stoff verhüllt hatte.
Wie schon beim verpackten Pont Neuf stammt auch bei JRs Caverne das gesamte Budget aus privatem Mäzenatentum.
Die Installation „La Caverne du Pont Neuf“ ist vom sechsten bis zum 28. Juni zu sehen.